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Autor Thema: Fluorite Beihilfe Halsbrücke  (Gelesen 4081 mal)

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Offline Galenit

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Fluorite Beihilfe Halsbrücke
« am: 04 Apr 10, 15:03 »
Hallo!
Ich habe mir die letzter Zeit viele Bilder von fluoriten der Grube Beihilfe in Halsbrücke angesehen.
Dabei sind mir eigentlich 2 Fragen aufgekommen:

1. Ist es eigentlich noch möglich wirklich zurück zu verfolgen, wo welche Stufe aus der Grube her kommt? Quasi eine Art Lageplan zu erstellen, welche Material aus welcher Ecke der Grube stammt. Denn es waren doch schon verdammt unterschiedlich gefärbte Sachen dabei.



2.
Es sind ja die Veränderungen bzgl. der Farbe an den blauen Fluoriten im Tageslicht weitläufig bekannt. Sie werden matt und grau. Aber betrifft dies jegliche blauen fluorite von dort? Es gibt ja eher die Tintenblauen, aber auch mehr hell königsblau leuchtende oder auch grünlich blaue in hell und dunkel?

Des weiteren gibt es ja auch die quitte gelben fluorite, bei diesen scheint es weit verbreitet zu sein, das sie von vielen Rissen durchzogen sind, vermutlich durch den abbau, das lässt sie stabil, schauen aber immer aus als wenn sie angeschlagen wären. Bei anderen meist heller gelben Fluoriten ist das nicht so, sie sind rissfrei. 2 verschiedene Vorkommen? Oder wirklich abbaubedingt?

Die lavendelfaarbenen Fluorite, oft mich Chalkopyriten bewachsen sehen teilweise gräulich aus. Ist das nur eine erscheinung im Sonnenlicht, oder verblassen diese wirklich und werden stumpf und grau? (Analog zu den dunkel Blauen?)Bei den etwas rosaneren Fluoritwürfeln, welche oft als Zweillige auf Quarz oder anderen Fluoriten aufsitzen habe ich sowas noch nicht gesehen, sie sind eigentlich immer rosa ohne grauanteile.

Bei grünlichen fluoriten habe ich jetzt einmal unterschieden zwischen denen die ins blaue übergehen, die meistens klar sind und glänzen und denen, die mit bräunlichen vergesellschaftet sind, bzw. darein über gehen, die dann oft matt und irgendwie stumpf wirken. Gibt es dafür eine erkärung?

Kennt jemand noch mehr solche Erscheinungen?

Grüße
Stephan

Offline Schluchti

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Antw:Fluorite Beihilfe Halsbrücke
« Antwort #1 am: 05 Apr 10, 11:14 »
So ein "Lageplan" würde mich auch interessieren. Vll. könnte man soetwas mal versuchen zu erstellen. Als Basis wären evtl. Grubenrisse der einzelnen Sohlen von Nutzen.

Bei den blauen Fluoriten lassen sich tatsächlich Unterschiede feststellen.

Die meist großen (bis über 10 cm) tintenblauen Kristalle, die meist auf einer Schicht gelben Fluorits sitzen, verblassen tatsächlich sehr häufig zu einem unansehnlichen grau oder manchmal gelbbraun unter Lichteinfluss. In Gesprächen mit älteren Sammlern wurde mir aber auch schon mitgeteilt, dass dieses Verblassen in Einzelfällen selbst bei absolut dunkler Lagerung über die Jahrzehnte eingetreten ist. Immer wieder taucht als Erklärung hierfür unter den Sammlern neben dem Lichteinfluss auch ein angeblicher Wasserverlust auf. Letzteres erscheint mir nicht sonderlich plausibel, da Wasser ja nach meinem Verständnis nicht in das Kristallgitter von Fluorit eingebaut werden kann. Von diesem Material noch wirklich dunkeltintenblaue Exemplare zu finden, ist nicht einfach. Erschwerend bei der Suche nach ästhetisch ansprechenden Stufen kommt hinzu, dass diese großen Kristalle nicht selten, vermutlich thermisch bedingte, (Spannungs)risse aufweisen.   

Von dem Verblassen bei weitem weniger betroffen sind die meist mit Sphalerit vergesellschafteten intensiv blauen Fluorite vom Samuelspat, die im Sonnenlicht eine charakteristische Farbverschiebung in Richtung blaugrün zeigen (die ich mit inzwischen vier verschiedenen Kameras noch nicht wirklich adäquat fotografisch festhalten konnte). Diese Kristalle sind meist deutlich kleiner, als die oben beschriebenen und treten nicht selten auch in Zwillingen auf. Zudem zeigen sie häufig ein Charakteristikum, welches sich auch an anderen Halsbrücker Fluoriten (z.B. den rosa-fliederfarbenen Zwillingen) beobachten läßt: Drei benachbarte Flächen der Fluorite sind eher ein wenig matt, die gegenüberliegenden dagegen hochglänzend.  Dieses Material verblasst in weitaus geringerem Maße, als das oben beschriebene. Ich habe davon noch keine Stufen gesehen, die ihre blaue Farbe verloren hätten.       
« Letzte Änderung: 05 Apr 10, 11:31 von Schluchti »

Offline Doc Diether

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Antw:Fluorite Beihilfe Halsbrücke
« Antwort #2 am: 05 Apr 10, 11:28 »
ich kann mal den Jakob Sokatsch aus unserem Verein, der da früher mal gearbeitet hat, fragen. Der hat ein gutes Gedächtnis und weiß treffsicher viel. Hat auch eine Sammlung von der Beihilfe.
Aber das dauert, noch was, bis ich ihn treffe.
Gruß
Doc Diether

Offline Galenit

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Antw:Fluorite Beihilfe Halsbrücke
« Antwort #3 am: 05 Apr 10, 12:37 »
Zudem zeigen sie häufig ein Charakteristikum, welches sich auch an anderen Halsbrücker Fluoriten (z.B. den rosa-fliederfarbenen Zwillingen) beobachten läßt: Drei benachbarte Flächen der Fluorite sind eher ein wenig matt, die gegenüberliegenden dagegen hochglänzend.   

Das kann ich auch für die klar (weiß) bis cognacfarbenen Fluorite bestätigen.

Offline Angel Of Light

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Antw:Fluorite Beihilfe Halsbrücke
« Antwort #4 am: 05 Apr 10, 18:11 »
Fluorite habe  bisher noch keine gefunden, aber zu den Rissen in ihnen kann ich euch aus meiner Erfahrung mit gekauften etwas sagen.

Die Fluorite sind leider sehr anfällig was Temperaturschwankungen angeht. :'( Einen Fluorit hatte ich auf meiner Fensterbank und im Winter hat er viele Risse bekommen. Seit dem bewahre ich meine Fluorite an einem Platz in meiner Wohnung auf an dem die Temperatur recht konstant ist. Und seit dem entstehen kaum noch Risse an meinen Lieblingen. ;)

Lg
Angel