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Autor Thema: Eisenerze  (Gelesen 7303 mal)

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Offline rheinkiesel

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Eisenerze
« am: 03 Dec 04, 16:48 »
hallo,

ich beschäftige mich gerade verstärkt mit Eisenerz-Mineralien und hab da ein paar Fragen z.B. zum  Limonit.

Ich hab gelesen, Limonit sei ein Gemenge verschiedener Eisenoxide insb. von Goethtit und Lepidokrokit
und daß Limonit niemals in Form von Kristallen anzutreffen ist.

Hm ????

Aber Goethit und Lepidokrokit können doch schon kristallin vorkommen.
Ist dann Limonit doch kein Gemisch aus den Beiden ?
Oder ENSTEHT  Limonit nur aus Goethit usw. durch Verwitterung ??
Und erst wenn die kristalle alle verwittert sind, darf sich das dann Limonit nennen ????
Ist Limont überhaupt ein eigenständiges Mineral ????

Gruß aus dem wilden Süden

Rheinkiesel.

PS: @ Hallo berthold,
          Erze sind tatsächlich viel komplexer als ich gedacht hatte, deshalb hab ich jetzt das Thema  dazu angefangen.             Übrigens - ich schlage nie - aber vielleicht löchere ich hier jemanden mit meinen banalen Frage zu Tode  ;D .
« Letzte Änderung: 03 Dec 04, 16:51 von rheinkiesel »

Offline McSchuerf

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Re: Eisenerze
« Antwort #1 am: 03 Dec 04, 17:17 »
..hier ganz nett beschrieben ..

http://www.natur-lexikon.com/Texte/wp/001/00017-limonit/wp00017-Limonit.html

..sollten wir auch nochmal ins Lexikon eintragen.. ;)

Nachtrag:

Limonit kommt hauptsächlich im sog. 'Eisernen Hut' vor ..z.B. Lahn-Dill-Mulde, etc..Oxidationszone..

..wenn Pyrit z.B. verwittert entsteht Limonit ..

..bei Kalscheuren /Hürth ..Nähe Köln  gibts schönen Limonit in Drusen..


Gruß Peter
« Letzte Änderung: 03 Dec 04, 17:21 von McSchuerf »

Offline rheinkiesel

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Re: Eisenerze
« Antwort #2 am: 06 Dec 04, 22:38 »
Hallo,

nur falls jemand noch mehr über Limonit erfahren möchte,
hab ich hier noch ein paar Infos zusammengetragen:


Als Limonit bezeichnet man dichte, kompakte oder lockere, erdige Massen und Imprägnationen von wasserhaltigen Eisenoxidmineralien, über deren genaue mineralogische Natur man keine Angaben machen kann oder will.

In den meisten Fällen handelt es sich um feinst- oder kryptokristalline Gemenge, von wasserhaltigen Eisenoxidmineralien, die sich aus Eisenhydroxidgelen gebildet haben, z.B. Goethit und Lepidokrokit.
Man kann also Limonit auch als ein Mineralgemenge, aus verschiedenen Eisenhydroxiden bezeichnen. Somit ist Limonit im strengeren Sinn der Definition  kein selbständiges Mineral.

Sehr feste Limonite mit glasartigem Glanz werden auch als "Brauner Glaskopf" bezeichnet.
Im Gegensatz zu traubig-nierigen Massen von Goethit, mit einem radialstrahlig-kristallinen Aufbau, lässt der Limonit keinerlei Anzeichen von Kristallisation erkennen.
Trotzdem wird mit brauner Glaskopf manchmal auch traubig-nierige Massen von Goethit bezeichnet.

Die erdig pulverige Varietät von Limonit ist der Eisenocker, der als Farbstoff genutzt wird.

Der Name Limonti kommt aus dem griechischen leimon = Rasen. Limonit wird daher auch als Raseneisenerz bezeichnet.
Andere deutsche Namen sind Brauneisenerz, Sumpf-, See-, oder Bohnerz.

Außerdem kommt der Limonit in Form von Kügelchen als Brauneisenoolithe vor: z.B. in Elsass-Lothringen als Minetteerz.
Meist zeigen derartige Knollen einen konzetrisch-schaligen Aufbau, der durch die wiederkehrende Anlagerung von Eisenhydroxid an einen bereits bestehenden Limonitkern oder einen anderen Kern entsteht.

Limonit ist ein sekundäres Eisenerz, welches sich in der Oxidationszone verschiedener Eisenlagerstätten bildet – das ist ein Bereich von oft weithin sichtbarer Mantelschicht aus limonitreichem Gestein, der „Eiserne Hut“.
Jedoch nicht nur durch Oxidation von Sulfidlagerstätten, sondern auch infolge der Verwitterung eisenhaltiger Carbonate und Silikate (Lateritische Eisenerze) entsteht Limonit.

Limonit kann eisenhaltige Mineralien und Gesteine überziehen und so nach und nach die Gestalt des verdrängten Minerals annehmen. Es kommt so zu Pseudomorphosen z.B. von Limonit nach Pyrit.

Der Limonit kann auch organischen Ursprungs sein, wobei er durch Ausflockung von Eisenhydroxiden in flachen Seen entsteht, und zwar unter Mitwirkung bestimmter Eisenbakterieno der Humussäuren. See- und Sumpferze entstehen so üblicherweise an den Eintrittsstellen von eisenhatigen Grundwasser in Seen, Moore oder Sümpfe.

Die Härte des Limonits ist schwer zu bestimmen, da die Aggregate leicht zerbröckeln.
Für gewöhnlich weißt der Limont eine Härte von 5 bis 5,5 auf,
einen gelbbraunen Strich und eine gelbbraune bis schwarze Farbe,
wobei bunte Anlauffarben vorkommen.

Unten dann noch ein Bild eines Ockerbruchs von Roussillon in Frankreich.

Gruß Rheinkiesel

Offline Harjo

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Re: Eisenerze
« Antwort #3 am: 07 Dec 04, 00:01 »
Hi Rheinkiesel!

Schones Foto von Roussillon, ich war auch mal dort, sehr schon, es gibt da im Wald ein rotes Pfad durch grunes Grass, Wow!
Ich hab warend meine Kunstakademie Zeit gelernd wie man Farbe mischt zum mahlen.
Eisenocker ( Limonit ( Lepidokrokit/Goethit)) wird genutzt fur die Farben Sienna, Sienna-gebrennt und Ocker.
Manchmal ist die grenze zwischen Kunst und Mineralogie sehr winzig... ;)
Grusse
Harjo

Offline berthold

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Re: Eisenerze
« Antwort #4 am: 07 Dec 04, 00:26 »
Hallo,

ja, das Wichtigste ist schon gesagt. Limonit ist kein IMA-anerkanntes eigenständiges Mineral. Die chemische Formel wird oft mit FeOOH angegeben, manchmal auch mit Fe2O3 . nH2O  Dabei scheint das Eisen immer 3-wertig zu sein. Aber dann ist es mit der Systematik schon vorbei. Nicht mal ein Kristallsystem kann man angeben (geht eben für ein Gemenge nicht). Härte, Dichte, Farbe, Wassergehalt, all diese Eigenschaften schwanken von Probe zu Probe. Dennoch macht es Sinn diese Bildung als Mineral Limonit zu bezeichnen denn Limonit kommt weltweit häufig vor. Zudem war und ist Limonit  eine Bezeichnung für eine mineralische Bildung, unter der man sich etwas votstellen kann.

Gruß

Berthold

Offline rheinkiesel

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Re: Eisenerze
« Antwort #5 am: 07 Dec 04, 17:41 »
hallo Harjo,

ich freu mich daß noch jemand Erdfarben so schön und faszinierend findet wie ich.
Im Testforum hab ich übrigens noch ein Bild von Roussillon und einen interessanten Link zu einer Farbmühle unter "Ocker".

Lieben Gruß vom
Rheinkiesel

Offline der Sauerländer

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Re: Eisenerze
« Antwort #6 am: 07 Dec 04, 19:03 »
Hallo Rheinkiesel

Na, da hast Du dir deine Fragen ja selber prima beantwortet :)
Ich stolpere nur bei deiner Erwähnung "Raseneisenerz" :-\

Raseneisenerz ist m. E. zwar richtig übersetzt, bezeichnet aber nicht zwingend Limonit.

Der Besitzer der ehemaligen Endorfer Hütte und Besitzer der Gruben Röthloh, ARNDT, beschreibt in seinen Aufschreibungen (um 1850) Raseneisenerz von der Michaelszeche. ARNDT war studierter Geologe ung Mineraloge und Ingenieur für Hüttenwesen und was weiß ich. Und da er den Begriff Raseneisenerz sicher nicht erfunden hat, müssen die "Alten" was anderes als Limonit darunter verstanden haben ???
Wenn ich wieder im Lande bin, werde ich das mal wörtlich zitieren.
Raseneisenerz von der Michaelszeche besteht aus glänzenden, grau-schwarzen, Nadeln. In schönen Büscheln und bis mehrere Zentimeter lang.

Gruß aus dem Sauerland

Offline Philip Blümner

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Re: Eisenerze
« Antwort #7 am: 08 Dec 04, 07:52 »
Gehören zu Erzen nur Oxide oder auch Sulfide?

Offline Collector

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Re: Eisenerze
« Antwort #8 am: 08 Dec 04, 09:16 »
Hallo Slugslayer

Erze sind Gesteine, aus denen etwas Wertvolles gewonnen werden konnte, kann oder könnte ( Defin. zitiert Taylor ).
D.h. im Prinzip alle Mineralaggregate (auch silikatische Erze, Oxide, Halide etc. etc. ) deren Abbau und Ausbeutung einen wirtschaftlichen Nutzen verspricht oder bringt.

Die definitiv besten Erklärungen (alte und aktuelle ) findest Du unter:

www.calsky.com/lexicon/de/text/e/er/erz.php  und

www.uni-tuebingen.de/uni/emi/alt/lager/LagerErz.htm

gruss
collector
« Letzte Änderung: 08 Dec 04, 10:33 von Collector »

Offline Philip Blümner

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Re: Eisenerze
« Antwort #9 am: 08 Dec 04, 09:22 »
Ja, sowas in der Richtung habe ich mir schon gedacht. Alle abbauwürdigen Substanzen zur Gewinnung von Metallen o.ä.

Offline rheinkiesel

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Re: Eisenerze
« Antwort #10 am: 27 Dec 04, 17:57 »
Hallo, :D

ich hab zu meinem momentanen Lieblingsthema noch ein paar interessante Fakten ´
zusammengetragen. Hoffentlich langweile ich niemand damit. ;)

Bildung von Eisen Lagerstätten

Irdisches Eisen kommt nur in extrem trockenen Gegenden, z.B. Grönland, gediegen vor. Auch existiert nur ein 2-wertiges Mineral: der schwarze Wüstit. Der überwiegende Teil des Eisen liegt als 3-wertiges Eisen vor. Der Grund dafür ist die hohe Affinität des Eísen zu Sauerstoff – es bilden sich dreiwertige Verwitterungs-minerale wie Hämatit, Goethit und Limonit: „Rost in seiner schönsten Form“.

Auch bei der Bildung der wichtigsten Eisen-Lagerstätten spielten Oxidations-vorgänge eine wichtige Rolle.
Vor ca. 2 Millionen Jahren entstanden fast überall auf der Erde gebänderte Eisen-Quarz-Formationen, sogenannte Itabirite, ehemalige Meeresschlämme, die sich durch Oxidation von im Meerwasser gelösten Eisen und dessen Ablagerung bildeten. Diese Oxidation kam durch anaerobe Cyanobakterien zustande.
Durch die Anreicherung von Sauerstoff kam es so in unserer damals noch sauerstoffarmen Athmosphäre zur Oxidation von 2-wertigem Eisen. In dieser Zeit wurde die Photosynthese „erfunden“.

Itabirite bestehen im Normalfall aus 30 bis 50% Eisen und weisen eine feine Schichtung als Zeichen jahreszeitlicher Biorhythmik von Bakterien auf. Erst sekundäre Anreicherung von Eisen durch tropische Verwitterungsprozesse oder durch Metamorphose ließen Reicherzkörper mit bis zu 63 % Eisengehalt entstehen.
Die heutige Eisen- und Stahlproduktion beruht in hohem Maße auf Lagestätten dieser Art. Weltweit wird für diese Serien der Begriff Itabirite verwendet, nach dem gleichnamigen Pico de Itabira im Eisernen Viereck im Staat Minas Gerais in Brasilien.

Ich bin fasziniert, wie Biologische und geologische Vorgänge zusammenhängen.

Gruß vom Rheinkiesel ::)


« Letzte Änderung: 27 Dec 04, 18:00 von rheinkiesel »

Offline TKMineral

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Re: Eisenerze
« Antwort #11 am: 27 Dec 04, 18:21 »
Hallo!

Die berühmten Eisenerzlagerstätten der Minette in Lothringen (F) und Luxemburg bestehen allesamt aux oolithischen Eisenerzen. Diese Lagerstätten sind bis vor kurzen noch abgebaut worden (Über + und Untertage). Mineralfunde waren selten (meist Carbonbate wie Calcit sowie Pyrit , selten Baryt , Quarz)

Gruß

TK