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Autor Thema: Achate Aus Hausdorf bei Frankenberg Sachsen  (Gelesen 14630 mal)

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Offline fassi

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Hallo an die Ganze Gemeinde .-

Nun habe ich schon vieles über die genannte Stelle gehört- auch wurde mir bereits von sammlern über diese Stelle
berichtet .-
Es geht um den Ort Hausdorf bei Frankenberg - genauer zwischen Frankenberg und Flöha -
soweit mir bekannt liegt die stelle im Porphyr welcher sich bis Flöha zieht ,.-
 auch wurde mir bestätigt das ein sammler- oder besser Händler- einige werden wissen wen ich meine -
diese Stelle benutzt um sein "unwürdiges " Material zu entsorgen .

Nun wollte ich mal anfragen wer diese stelle kennt .-
wer evt. dort schon was gefunden hat -( ich meine nicht besagte schneidreste)

Dort sollen rote Achate gefunden worden sein in Kugelform .-

wenn jemand was weis dann würde mich das freuen.-

Gruß Fassi

Offline Gerhard

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Antw:Achate Aus Hausdorf bei Frankenberg Sachsen
« Antwort #1 am: 17 May 10, 21:49 »
Hallo Mario
Um den Ort Hausdorf- wurde früher Bergbau betrieben-und zwar  im Wald östlich des Ortes.
Auch heißt ein Bach -Goldbach- So viel ich weiß wurde dort nach Eisen gegraben.
Die gruben hießen -- Neuglück Spat
                             -- Neue Freude Spat
                             -- Ladislau Spat
Auch unmittelbar an derDorfstraße (südlich und in der Mitte des Dorfes an einem kleinen teich)
soll eine alte Halde mit Huthaus sein?
im Norden von Hausdorf -östlich von Mühlbach(an der Sprungschanze) ist ein alter Stollen
und weiter nordwärts bei obermühlbach ist ein alter Steinbruch (Flächen naturdenkmal)
und in Mühlbach gibt es einen alten Steinbruch am Butterberg

Und im Oederaner Wald Heißt ein Bach -Zechenbach- mit den Resten von Halden der
Fundgruben -Herzog August  und Kurfürst zu Sa. -- Hier war ich einmal -doch nur
massiven Quarz gefunden.
Helfen Dir diese Angaben
Gruß Gerhard

Offline stollentroll

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Antw:Achate Aus Hausdorf bei Frankenberg Sachsen
« Antwort #2 am: 18 May 10, 10:01 »
Zitat
Die gruben hießen -- Neuglück Spat
                             -- Neue Freude Spat
                             -- Ladislau Spat
Das sind keine Gruben- sondern Gangbezeichnungen. Der Name "Spat" bedeutet, dass die Gänge eine Streichrichtung zwischen O - W und SO - NW hatten.

Glück Auf
der Stollentroll

Offline fassi

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Antw:Achate Aus Hausdorf bei Frankenberg Sachsen
« Antwort #3 am: 18 May 10, 19:58 »
@ gerhard - wie von Dir gewohnt - perfekte aussage über den Altbergbau  in dieser Gegend
man sollte sich die Gegend wohl doch mal genauer ansehen .-

@ stollentroll - soweit ich gelesen habe  stimmt das mit de Namen bei beiden Aussagen .-

es sollen sowohl die Gangformationen sowie auch die gruben diese Namen gehabt haben,.-
also die Gruben (Bergwerke) wurden nach den Gängen benannt - als erste baute wohl die Ladislau - wurde dann aber eingestellt - es folgten Neue Funde  - und später wohl mit der Hoffnung auf gutes Material  die Neuglück

hängt wohl damit zusammen das man nach neuen  Gängen suchte diese benannte und dann die gruben darauf ihre arbeit begannen

Leider  sind wohl keine sonderlich guten sachen dort gekommen ,.-


Offline Gerhard

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Antw:Achate Aus Hausdorf bei Frankenberg Sachsen
« Antwort #4 am: 18 May 10, 20:31 »
Noch eine Bemerkung zu dem Begriff Spat.
Spat ist ein alter Bergmannsbegriff für spaltende Minerale ohne Metallglanz wie Flußspat
(Fluorit -- Schwerspat (Baryt) Eisenspat (Siderit) usw. Und um Hausdorf wurde meines
Wissens Eisenspat abgebaut.
Gerhard

Offline fassi

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Antw:Achate Aus Hausdorf bei Frankenberg Sachsen
« Antwort #5 am: 18 May 10, 20:41 »
Ja - stimmt Eisenspat - ;)

Das mit den bezeichnungen der Gänge wonach dann die Gruben benannt wurden sollen weis ich von nen Langenstriegis Kenner .- ;)

Mir ist eben diese ominöseAchatstelle intressant - da gab es Hier schon mal ein Thema - dort gab es auch direkte GPS-Koordinaten - leider führen die bei mir zu keine ergebniss in Deutschland - wahrscheinlich bin ich zu blöd die richtig einzugeben  :'(

vieleicht gibts je hier jemanden der die stelle kennt - oder wenigstens weis wo die schneidreste liegen .----

Offline Lutz Mitka

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Antw:Achate Aus Hausdorf bei Frankenberg Sachsen
« Antwort #6 am: 19 May 10, 04:00 »
Generell besteht auf den Feldern um Frankenberg die Möglichkeit Lesefunde auf Achat- oder Amethystvaritäten zu machen, aber keine besonderen oder herausragenden Belege. Besonders bei Altenhain zwischen  Flöha und Frankenberg gelegen, sind Funde von Achat nach dem Ackern auf den Feldern häufig und teilweise sogar schöne Stücke (kommt auf den Verwendungszweck drauf an). Bergmännisch ist kein Achatgang aufgeschlossen oder nachgewiesen worden, es steht zumindest nichts in der Primärliteratur. Bekannt ist aber auch aus der praktischen Montanforschung nichts genaues, aber es ist nicht ausgeschlossen das bei Hausdorf eine Fundmöglichkeit bestehen könnte.
Der Bergbau bei Hausdorf und Langenstriegis ging auf verschiedene Eisenerze bis etwa 1860 um. Wobei es sich nur um kleinere, sehr absetzige Vorkommen handelte, die aber im Falle Langenstriegis durch eine große Stollnauffahrung erschlossen werden sollte, aber nicht vollendet wurde. Der Vortrieb des "Eleonore Erbstolln" ist bei etwa 800 m vom Mundloch zum Erliegen gekommen und hat die Eisenerzvorkommen auf Mühlbacher Fluren nicht erreicht. Ein Achatgang ist aber in diesem Grubenfeld nicht erschlossen oder nachgewiesen worden, lediglich Spatgänge mit Gehalten an Eisenerzen, Bleiglanz und weitere schicke Mineralien.

Glück auf! Lutz Mitka

Offline uwe

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Antw:Achate Aus Hausdorf bei Frankenberg Sachsen
« Antwort #7 am: 19 May 10, 08:59 »
Im Zuammenhang mit einem Gangnamen hängt die Bezeichnung Spat immer (!) mit der Richtung des Ganges und nicht mit den dort angetroffenen Mineralen zusammen. Spat rührt möglichweise von dem Wort "spät" her, da die SW - NO streichenden Gänge als Morgengänge bezeichnet werde.

Uwe

Offline Fritzi

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Antw:Achate Aus Hausdorf bei Frankenberg Sachsen
« Antwort #8 am: 19 May 10, 14:43 »
als Ergänzung zum Streichen der Gänge

http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Morgengang

Offline fassi

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Antw:Achate Aus Hausdorf bei Frankenberg Sachsen
« Antwort #9 am: 19 May 10, 17:42 »
Hallo-
es bedeutet also das die besagten Namen Ladislau etc. nicht die Bergwerke sind -sondern die vorhandenen Gänge .---

Wieder was gelernt.-

@ Lutz.::

dort sollenauch keine achatgänge  in der bekannten Form vorkommen .-
Es soll sich um Kugeln- Mandeln also Hohlraumfüllungen handeln - hier im Forum war bereits mal ein bericht darüber .-
Die ähnlichkeit mit St.Egidien achaten hatte für die behauptung gesorgt es seinen Schneidreste eines Schleifers dort gefunden wurden .-
allerdings habe ich selbst schon kugeln von Hausdorf gesehen ( Jedenfalls waren die Kugeln als von dort beschrieben ) - welche einen anderen Porphyr-Oder Rhyolit zeigen -wie den von St.Egidien .----

Nach nunmehr einigen erfolglosen exkursionen in und im Hausdorf herum - wende ich mich damit ans Forum

Offline Blackminer

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Antw:Achate Aus Hausdorf bei Frankenberg Sachsen
« Antwort #10 am: 19 May 10, 23:48 »
Ich hab eben mal im Baumann "Die Erzlagerstätten der Freiberger Randgebiete" nachgelesen.  Die bei Hausdorf bauenden Gruben  "Neue Freude", "Ladislaus" und "Neuglück" bauten jeweils auf einen Spatgang (Richtungsbezeichnung) der zufälliger weise auch Spat führte. Da die jeweilige Grube eben nur auf diesem einen Hauptgang baute, ist der Gangname gleich dem Grubennamen. Die Namensgebung hängt mit der Verleihung des Grubenfelds und der Buchführung zusammen. Es ist sehr oft zu beobachten, dass eine Grube und ein Gang (vermutlich der zuerst erschürfte) den gleichen Namen haben. In kleinen Grubenfeldern sind nachfolgend aufgefundene oder wenig aushaltende Gänge sehr oft als Unbenannter Sp., Steh., oder Mgg. bezeichnet.
Allein im Gangbezirk von Langenstriegis, zu dem Baumann Hausdorf zählt, stehen 12 benannte Gänge, 5 unbenannten Gängen gegenüber, die allesamt bebaut wurden.

Trotz mehrer Geländeexkursionen konnte ich die Grube Neue Freude nicht auffinden. An der Stelle wo sie laut Karten liegen soll, befindet sich ein Reitplatz. Sind noch Halden o.ä. vorhanden? Oder kann man Lesesteine des Ganges auf dem Äckern finden?
Es wäre toll, wenn ihr mir helfen könntet.
Vielen Dank!
Raik

Offline Lutz Mitka

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Antw:Achate Aus Hausdorf bei Frankenberg Sachsen
« Antwort #11 am: 20 May 10, 20:49 »
Mit dem Reitplatz sind Sie schon fast an der richtigen Stelle! Links vom Reitplatz liegt noch eine Halde kaum sichtbar am Waldrand, diese gehört zum "Hoffnung Schacht", von dem noch eine kleine Pinge sichtbar ist. Funde auf der Halde sind möglich, meistens kleine  Gangstücke des "Hoffnung Spates". Rechts vom Reitplatz lag irgendwo auf dem freien Feld Richtung Abzweig der Staatsstraße nach Mühlbach der "Friedrich Schacht". Hier wurde der "Friedrich Spat" bebaut. Von dieser Anlage ist nichts mehr zu sehen, die Halde wurde wohl zum Verfüllen des Schachtes verwendet. Beide Anlagen waren nur durch die Schächte erschlossen, die miteinander in keiner Verbindung stehen und zwischen 1855 - 1860 in Betrieb waren. Beide Gruben sollten auf tiefer Sohle vom "Eleonore Erbstolln" gelöst werden. Doch fehlen da noch jeweils etwa 300 m Auffahrung. Das Hauptstollnort des "Eleonore Erbstolln" steht im Quergestein bei 800 m, etwa zwischen Staatsstraße und Reitplatz an. Am Abzweig der Staatsstraße nach Langenstriegis lag auch der Hauptschacht des "Eleonore Erbstolln", dieser Schacht ist aber bis auf die Stollnsohle verfüllt mit Haldenmaterial und führt viel Wasser. Bis vor etwa 30 Jahren soll dieser an einer Einzäunung und Haldenresten sichtbar gewesen sein, doch jetzt ist dort alles planiert und landwirtschaftlich genutzt, also keine Fundmöglichkeiten mehr! Die beiden Vorkommen waren eben nicht sonderlich ergiebig, dass sich die Auffahrung eines Erbstolln  gelohnt hätte.
Der "Eleonore Erbstolln" hat zwar zahlreiche Gänge überfahren, die bergmännisch untersucht wurden, aber nur auf zwei Gängen ist auch Abbau umgegangen und hat einige Tonnen an Eisenerz und Bleiglanz geliefert. Der "Weiße Rose Spat" ist der bekannteste Gang der Grube, die bebaute Länge liegt bei etwa 80 m und bis etwa 12m hoch über die Stollnsohle, meist kleinere Firstenbaue und bis auf unbekannte Tiefe auch unter den Stolln, aber ohne maschinelle Wasserhaltung. Mehr fällt mir erstmal nicht zum Thema Langenstriegis ein, ich habe auch noch diverse Skizzen von diesem Arbeitsgebiet, aber die sind leider noch nicht fertig. Irgendwann gibt es zum Thema "Langenstriegis/Mühlbach/Hausdorf" einen größeren Beitrag auf einer Bergbauseite von mir.
Glück auf!  Lutz Mitka

Offline Bernd G

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Re: Achate Aus Hausdorf bei Frankenberg Sachsen
« Antwort #12 am: 16 Mar 11, 22:27 »
Zum Thema eine Antwort von Dipl. Min. Dr. rer. nat. Dr. sc. phil. Frieder Jentsch   Am Rosenhag 28
09114 Chemnitz




Sehr geehrter Herr Gutschera,

es freut mich, dass Sie sich mit den Rhyolithkugeln beschäftigen. Zunächst eine Richtigstellung: Der Prof. ist zuviel des Guten, jetzt bin ich Rentner. Doch zur Sache: Nach dem mitgesendeten Bild kann es sich durchaus um einen neuen Fundpunkt handeln. Bei der Auflösung des Bildes kann ich das aber schlecht entscheiden. Derartige Bildungen gibt es im Chemnitzer Raum an mehreren Orten, leider nur selten zugänglich. Rhyolithkugeln sind in ähnlicher Ausbildung weltweit verbreitet. Der Flöhaer Raum ist dafür auch bekannt. Ich will versuchen, bald meine Dissertationsschrift A in Teilen ins Internet zu stellen. Dort finden Sie einige Hinweise darüber. Mit zwei Sätzen ist das nicht beantwortet und ich habe die Problematik auch nicht intensiv weiterverfolgt. Am Sonnabend ist in Freiberg ein Achat-Symposium. Sollten Sie zugegen sein, können Sie mich gern ansprechen.

Glückauf

Frieder Jentsch

 

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