Hallo,
warum muss immer alles, was nicht im Taschenbuch für die Bestimmung gängiger Gesteinstypen abgebildet ist, gleich außerirdischen Ursprungs sein? Die Krux mit manchen Meteoritenfans ist, dass sie zwar alle möglichen Typen extraterrestrischer Gesteine aus dem Effeff (und zwangsläufig oft nur von Bildern in Büchern her) kennen, aber unter Umständen wenig Erfahrung mit irdischen Gesteinen haben. Ich würde mich daher nicht allzu sehr auf die These des Bekannten versteifen. Es gilt, Fakten für die Benennung dieses Gesteins zu sammeln, und nicht, Indizien für eine außerirdische Herkunft hinein zu interpretieren.
Es ist kein Suevit und auch sonst keine Impaktbrekzie. Ein Fundort oder wenigstens ungefähre Region wird zwar nicht angegeben, aber wenn das Stück nicht gerade im Nördlinger Ries gefunden wurde, ist Impaktbrezie vom Suevit-Typ (Teilaufschmelzung) völlig ausgeschlossen. Schließlich ist für deren Bildung eine gewisse Impaktgröße nötig. Die für den Suevit (und andere Impaktschmelzbrekzien) typischen schwarzen Glasschlieren kann ich hier sowieso nicht erkennen.
Ich stimme Jürgen zu, der in der Grundmasse Einsprenglinge erkennt. Die sehen für mich nach Kristalloblasten (evtl. Feldspäte?) aus. Lunare Brekzie lassen wir mal getrost außen vor, erstens fällt die nicht so mir nichts, dir nichts in großen Brocken vom Himmel, und zweitens kommt sie nicht mit Kristalloblasten daher.
Die geringe mechanische Widerständigkeit lässt sich zwanglos z. B. durch Verwitterung oder Auslaugung unter hydrothermalem Einfluss erklären.
Bevor Du einen Meteoritenfachmann an einer Uni aufsuchst, würde es wahrscheinlich genügen, eine Großaufnahme von einer der Schnittflächen hier zu zeigen, um eine fundierte Benennung für dieses höchst irdische Gestein zu bekommen.
Gruß,
Rainer
PS:
Wäre das eine Mondbrekzie, wärst Du jetzt mehrfacher Millionär und die abgeschnittenen Stücke hätten den Gegenwert eines recht mondänen Eigenheims (inkl. Porsche in der Garage)
