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Elbe-Achate: ungewöhnliches Sammeln

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seppl23:
Hallo liebe Forengemeinde

Bei dieser Hitze ist das Sammeln ja etwas anstrengend und sehr schweißtreibend. Da die Elbe zur Zeit einen Pegelstand von 120 cm (Meißen) aufweist, gelangt man sehr gut in ein Gebiet, wo sonst kein hinkommen ist. Durch das Wetter macht es das Ganze noch viel einfacher. Also einfach rein in die Fluten und Achate sammeln. Aber nicht auf die gewohnte Art und Weise, sondern komplett im Wasser. Einfach auf den Po setzen und denn Kies nach Achaten untersuchen. Das Wasser ist angenehm und auch die Funde können sich sehen lassen.

Vorsicht!! Die Strömung von Elbe und anderen großen Flüssen wie Rhein und Mosel kann lebensgefährlich sein! Schon ab Kniehöhe ist die Strömung nicht ohne. Immer die Augen nach großen Frachtschiffen offen halten, da diese einen mächtigen Sog bilden. Ansonsten ist das Baden an strömunsarmen Abschnitten kein Problem

Nun hab ich auf dieser Art und Weise als Anfänger meine besten Funde gemacht und habe natürlich auch noch ein paar Fragen an die Achatexperten.

1. Das diese Achate aus Tschechien oder dem Erzgebirge stammen ist klar. Doch kann man den Ursprungsort irgendwie genauer festlegen oder reicht der Fundort "Elbe bei Meißen" als Angabe?

2. Bei Bild Nr. 1 würde mich sehr das Ursprungsgestein interessieren.

Ich Danke für eure Hilfe. Anbei die beiden Achate aus der Mitte der Elbe :)

seppl23:
Bild 2.....

felsenmammut:
Glück Auf!

Schöne Funde!

Als Fundort ist immer der Ort anzugeben wo du den Achat gefunden hast: "Elbe bei Meißen" wäre in dem Fall wohl vollkommen ausreichend. Den Herkunftsort als Fundort anzugeben wäre irreführend und als Fundort definitiv auch falsch.
Der Achat auf Bild 1 scheint ein typischer Mandelachat aus Böhmen zu sein.
Der Achat auf Bild 2 könnte, so wie er auf dem Bild aussieht, auch aus dem Erzgebirge stammen.


Ja, bei manchen Achaten kann man die genaue Herkunft angeben - zumindest behaupten das die versierten Lausitzer Achatsammler. Wenn man Achate aus der Lausitz und aus Böhmen vergleicht, so stellt man fest, dass sich einige in charakteristischen Merkmalen verblüffend ähneln. Ich selber habe auch eine ganze Menge Achate aus beiden Fundgebieten, habe mir aber nicht die Mühe gemacht diese mal zu vergleichen, da mich die genaue Herkunft weniger interessiert. Es gibt zudem das Problem, dass man für die Herkunft mit Sicherheit wissen muss, ob es ein Leitachat ist oder nicht. Erst wenn man sicherstellen kann, dass ein bestimmter Ausprägungstyp von einem böhmischen Achat auch wirklich nur in einem begrenzten Gebiet vorkommt, und man dann in der Lausitz auch noch einen Achat findet der diesem Ausprägungstyp entspricht, dann könnte man auf eben dieses Herkunftsgebiet schließen. Da die Ausprägung der Achate in den Basalten (Melaphyren) (= Antwort zu Frage 2) sich aber je nach Fundort sehr schnell und stark ändert, wird das schwierig. Erschwerend kommt hinzu, dass eben die Basaltschichten, aus denen die Achate stammen die jetzt in der Lausitz liegen, womöglich gar nicht mehr da sind. Das bisschen was die Elbe jetzt noch an Achaten mitbringt, wird vielleicht am ehesten noch einem Herkunftsort zuzuordnen sein als Achate aus Kieslagerstätten, deren Entstehung weiter in der Vergangenheit liegt.

Den Herkunftsort mit angeben zu können neben dem Fundort, wäre natürlich eine sehr bereichernde Information.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

seppl23:
Ich danke Dir Felsenmamut, für diese aufschlussreiche Antwort.


--- Zitat ---Den Herkunftsort mit angeben zu können neben dem Fundort, wäre natürlich eine sehr bereichernde Information.

--- Ende Zitat ---

Genau so ist es.


--- Zitat ---Das bisschen was die Elbe jetzt noch an Achaten mitbringt
--- Ende Zitat ---

Ich muss sagen, dass die Elbe eigentlich noch reichlich Achat mitbringt. Sind in den alten Elbläufen mehr Achat vorhanden?

Lausitz:

--- Zitat ---Sind in den alten Elbläufen mehr Achat vorhanden?
--- Ende Zitat ---
insofern die Altelbe in den einschlägigen Kieswerken aufgeschlossen ist, kann man reichlich Achate finden. Vor einigen Jahren konnte ich in einer kleinen Kiesgrube bei der Ortschaft Klingmühl ( Südbrandenburg, bei Finsterwalde) mehr als 100 Kleinachate bei ca 2 stunden Suchzeit finden.
Als Beispiel zeig ich unten mal meine allerdings nicht vollständige Ottendorf-Sammlung. Suchzeitraum 1994-1996. In diesem Zeitraum waren wahrscheinlich reine Altelbehorizonte aufgeschlossen und man konnte viel Material finden. Man muß beim betrachten des Bildes bedenken das nur ca.jeder fünfte Achat in die Sammlung aufgenommen wurde. Als Größenvergleich dient der Gliedermaßstab am linken Bildrand.

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