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Autor Thema: Quarz - Lumineszenz?  (Gelesen 18854 mal)

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Offline Geröllheimern

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Re: Quarz - Lumineszenz?
« Antwort #15 am: 18 Nov 10, 21:55 »
Hallo Freunde,
war ein paar Tage weg und habe eben Eure weiteren Beiträge gelesen: sehr informativ, ich sehe Quarz rehabilitiert: er kanns doch!  :D
Frank:
nicht nur die eine Seite von Heraeus ist interessant, auch die anderen Beiträge zu Quarzglas sind lesenswert. Danke für die Angabe der Website!

Erik:
da hat mans wieder, vor lauter Quarzgejammer habe ich die Berichte von Lorenz/Sailauf vergessen, danke für den Hinweis!

Amir:
auch Dir Dank für die Auskünfte, die kann ich gut gebrauchen!

Josef:
Du hast "den Vogel abgeschossen" mit Deinen Quarzbildern! Die habe ich mir gleich ausgedruckt, denn das ist der Beweis :Quarz fluorisziert doch, wenn man ihn läßt!


Auf jeden Fall werde ich jetzt meine ganze Quarzsammlung "durchleuchten", kann eine Weile dauern.

Besten Dank an alle

Emma  ;D


Offline berthold

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Re: Quarz - Lumineszenz?
« Antwort #16 am: 18 Nov 10, 22:34 »
Hallo Josef,

tolle Fotos.

Zitat
Der Quarz aus Kami tut das nicht, er fluoresziert auch nur unter Kurzwelle. Einen Zusammenhang zu den Einschlüssen konnte ich nicht erkennen.

Wenn ich das auf dem Foto richtig deute zeichnet die Fluoreszenz hier eine Phantom-Struktur. Da würde ich Einschlüsse (ggf. auch sehr kleine) eher erwarten als ausschließen. Deswegen meine Frage/Bitte: Schau doch mit dem Bino mal in den Kristall - könnte sehr aufschlussreich sein.

Gruß
Berthold

Offline aca

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Re: Quarz - Lumineszenz?
« Antwort #17 am: 19 Nov 10, 03:04 »
Bei mir sehe ich in den Zwillingen (die frei stehen und die man komplett ansehen kann) zwei Bereiche mit Fluoreszenz:
 
1. Etwa in der Mitte ein Bereich mit 7 übereinander gestapelten, dünnen Phantomen, die die Rhomboeder-Flächen nachzeichnen. Dieser leuchtet relativ schwach. Der Bereich ist nicht getrübt und ich kann im Durchlicht-Mikroskop auch noch nicht sehen, ob es eine Verbindung zu den reichlich vorhandenen Einschlüssen gibt.

2. Recht starke Fluoreszenz oberhalb der Basis / Anwachsstelle in einem getrübten Bereich, allerdings deckt sich die Form der Fluoreszenz nicht ganz mit den "Wolken". Wenigstens ein Teil dieses Bereichs scheint auch aus Phantomen zu bestehen. Die Farbe hier wirkt etwas "weisser" als die Farbe im Achat.


Die Quarze sind sehr rauh (feine Kristall-Abdrücke in der Oberfläche), es ist schwer, "hineinzukucken".
Also habe ich sie in eine Petrischale mit Glycerin gelegt und unter Durchlicht im Mikroskop betrachtet. Es sind relativ viele  Flüssigkeits-Einschlüsse drin. Allerdings kann ich so die Fluoreszenz nicht mehr sehen, weil das Glas der Petrischale kein KW-UV durchlässt. Glycerin ist anscheinend auch nicht ganz durchlässig (Immersionsöl ist mir zu teuer, bei Xylol fällt mir die Nase ab).

"Gefühlt" würde ich sagen: eher nein, die Fluoreszenz hat nichts mit den Flüssigkeits-Einschlüssen zu tun, so wie Josef das auch sagt.
Obwohl ich auch der Ansicht von Berthold bin, das Phantome grundsätzlich auf Einschlüsse oder Spurenelemente deuten.

Ebenso bestätigen kann ich, dass die Kami-Quarze im LW UV überhaupt nicht leuchten, während Achate/Chalcedone dies tun (wenn auch schwächer als im KW UV). Ich habe allerdings noch nicht alle Quarze auf relative KW-/LW- UV-Fluoreszenz getestet, EInige Drusen Quarze fluoreszieren auch nur im KW-UV, z.B die beiden aus Juchem, die auf gerade meinem Tisch liegen.
Meine klaren Kami-Quarze fluoreszieren überhaupt nicht, hatte ich ja schon erwähnt.

Nur damit keiner irgendwelche falschen Vorstellungen hat: die Kami-Quarze leuchten nur schwach im Vergleich zu Chalcedonen und manche Hyalite vom Erongo "glühen" regelrecht.

Ich kann übrigens überhaupt nicht sehen, dass irgendwo "bewiesen" wurde, das Quarz fluoresziert.
Wir können das nicht ganz ausschliessen (und das will auch keiner, ich habe jedenfalls nichts dagegen, wenn er fluoresziert, dann ist das eben so).
Aber ich habe noch keinen natürlichen Kristall gesehen, bei dem eindeutig gezeigt wurde, dass er selbst fluoresziert (mit oder ohne Spuren-Elemente), und nicht irgendwelche Mineral- oder Flüssigkeits-Einschlüsse.

Gruss
Amir

Offline Josef 84,55

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Re: Quarz - Lumineszenz?
« Antwort #18 am: 19 Nov 10, 18:04 »
Hallo Berthold,

ich habe mir noch mal die Quarze unterm Mikroskop angeschaut. Die unter Kurzwellen sichtbaren Phantome sind unter normalem Licht nicht zu erkennen. Ich habe mit Hilfe von einem Tropfen Glyzerin, einem dünnen Deckglas und Polfilter recht gut in die Kristalle reinschauen können. Die Fluoreszenz ist aber zu schwach fürs Mikroskop.
Bei dem Quarz von Kami sind die Einschlüsse auch jünger als die Phantome. Die verheilten Risse gehen bis dicht unter die Oberfläche. Es sind übrigens schöne 3-fasige Einschlüsse: Lösung, Gasblase und Feststoff (Salzkristall ?), die aber nicht fluoreszieren.

Bei dem Japaner von La Gardette sind die Einschlüsse auch 3-fasig: Lösung, 2. Flüssigkeit und Gasblase (auch verheilte Risse). In den fluoreszierenden Bereichen unter den Rhomboedern waren keine Einschlüsse die die Fluoreszenz verursachen könnten zu sehen.
Nahe der Oberfläche sind noch winzige Nädelchen (Quarz?) und Karbonat Rhomboeder eingeschlossen.

Ob es nun Einschlüsse sind die so klein sind das ich sie unter 160-fach nicht sehe oder es sich um durch Spurenelemente fluoreszierende Quarze handelt kann ich nicht sagen. Bei dem "stürmischen" Wachstum dieser Bambauerquarze könnten schon mal Spurenelemente einbaut werden oder sich durch Keimbildung entstandenen Fremdstoffe einschließen.
Wobei ich eher auf die Spurenelemente tippe, die spontane Keimbildung ist schon ein extremes Ereignis.

@Emma, danke! Wenn Du die Bilder in besserer Auflösung brauchst, schicke ich sie gerne.

Gruß,
Josef

Offline Krizu

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Re: Quarz - Lumineszenz?
« Antwort #19 am: 19 Nov 10, 19:45 »
Hallo,

nur mal so als Idee zu den Phantomen:
Wenn sich die Wachstumsgeschwindigkeit eines Kristalls ändert, ändert sich der Einbau der Fremdionen. Meistens gilt: Je schneller desto mehr Fremdionen. Auf der anderen Seite kann ein Kristall auch einen Fremdkörper umwachsen. Allerdings passen dahinter die Gitterebenen nciht merh und das Wacshtums ist auch dahinter deutlich gestört. Da können Fremdionen auch wieder vermehrt sein.

Mfg

Frank

Offline Josef 84,55

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Re: Quarz - Lumineszenz?
« Antwort #20 am: 03 Mar 12, 19:44 »
Hallo,

ich habe den Japaner Zwilling von La Gardette noch mal fotografiert. Dieses Mal hatte ich, dank eines guten Freundes, einen Langpassfilter GG435 aus Jena vor dem Objektiv. Dabei hat sich gezeigt, dass die Quarze auch bei langwelligem UV 366nm leicht fluoreszieren. Die bräunliche Fluoreszenz ist wie bei der stärkeren gelblichen bei Kurzwelle fast nur im Wachstumsbereich unter den Rhomboedern.
Danke an Berthold und Frank für den Tipp mit dem Filter in diesem Thead:  http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,23800.15.html
Im Gegensatz zu den Bildern weiter oben habe ich nicht stark am Weißabgleich regeln müssen um annähernd den gleichen Farbeindruck wiederzugeben. 30 Sekunden Belichtungszeit + Darkframe bei Blende 8 und Iso 250.
Grüße,
Josef
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Quarz - Lumineszenz?

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