Hallo Jens,
ich glaube wir hatten das Thema vor längerem schon mal, aber auf die Schnelle finde ich es auch nicht wieder. Könnte aber auch in einem anderen Forum gewesen sein...
Egal wie man es macht, Nummer/Etikett und Objekt sollten fest und untrennbar miteinander verbunden sein. Nummernzettelchen oder Etikett nebendran legen mag schön aussehen - wie steht es, wenn der Nachwuchs mal in einem unbeobachteten Moment durch die Sammlung tobt oder eines Tages die lieben Erben alles aus den Schränken holen und in Kisten einlagern, wobei sie fein säuberlich alle Stufen 'hier' verpacken und alle Etiketten 'dort' aufstapeln? Ich denke, es gibt genügend Leute hier im Forum, die ein Lied davon singen können, wie viel Spaß es macht, eine Altsammlung aufzuarbeiten, deren Stufen und Zettel wild vermischt sind - von den Entwertung nicht mehr zuordenbarer Stufen ganz zu schweigen.
Im musealen Umfeld bspw. ist eine untrennbare Zuordnung von Inventarnummer/Inventaretikett zum jeweiligen Exponat Pflicht. An kleineren Instituten mag man das aus Zeitgründen anders machen, das sind aber lediglich schlechte Beispiele. Privat sollte man das m. E. als Sammler auch so halten. Ich stelle fest, dass z. B. Roland beim Gesamtsystem ähnlich verfährt wie ich.
Bei unempfindlichen Stücken trage ich eine Grundierung aus weißem Edding auf, auf die mit schwarzem wasserfesten Stift die Inventarnummer geschrieben wird. Ohne Grundierung kann die Nummernbeschriftung im Lauf der Zeit zumindest in poröse Matrix einsickern und dort zu unleserlichen Flecken verlaufen ("wasserfest" heißt nicht, dass nicht doch im Lauf der Jahre Feuchtigkeit aus der Raumluft aufgenommen wird und zum Verlaufen führt). Bei Stücken, bei denen ich vor lauter "Schokoladenseiten" nirgendwo Edding draufpinseln möchte, wird ein entsprechend grundierter und beschrifteter Pflasterstreifen aufgeklebt, das hält ein paar Jahrzehnte, zumindest wenn Pflaster vom Markenhersteller verwendet wird. Nur Stücke, auf denen nichts hält oder die Fläche zu klein ist (Letzteres lässt sich durch geschickte Wahl des verwendeten Inventarnummernsystems weitgehend vermeiden), bekommen ein eigenes Kästchen mit aufgeklebtem Inventarnummernzettel. Edding direkt auf glatten Plastikkästchen lässt sich sehr leicht wieder abreiben, deswegen der Umweg über den Zettel. Beschriftet wird der entweder mit Bleistift oder per Ausdruck im Laserdrucker. Kugelschreiber bleicht mit der Zeit aus, Edding kann auf Papier mit der Zeit verlaufen und ebenfalls ausbleichen.
Zu den Inventarnummern stehen dann die kompletten Datensätze im PC, natürlich begleitet von mehrfachen Sicherungskopien und regelmäßig aktualisierten Ausdrucken.
Bei dem System habe ich das gute Gefühl, das auch eines Tages irgendwelche Erben damit zurande kommen bzw. zumindest nichts kaputt machen können, solange sie den Ordner mit den Ausdrucken nicht entsorgen. Aber genauso gut könnten sie dann auch beigelegte Etiketten entsorgen...
Apropos Etiketten, in den Vitrinen steht zu jedem Stück ein vergleichsweise winziges, einheitlich aufgemachtes Schildchen mit Name, Fundort, geologischem Alter und natürlich noch einmal der Inventarnummer, damit auch nach dem Staubwischen wieder jedes Schildchen eindeutig zum entsprechenden Stück findet. Das ist vor allem für Besucher gedacht, damit die Stücke nicht völlig "stumm" herumstehen. Originaletiketten gekaufter oder sonstwie nicht selbst gesammelter Stücke bewahre ich, der Vollständigkeit halber, mit rückseitig mit Bleistift notierter Inventarnummer des zugehörigen Stücks separat auf. Mir wäre der Gesamteindruck des Vitrineninhalts zu unruhig, wenn die auch noch mit dabei lägen. Für historische Etiketten kann man ja mal eine Ausnahme machen, aber davon habe ich nicht viele.
Klingt alles furchtbar aufwändig, aber jeder weiß, wenn man sein eigenes System - egal wie das letztlich aussieht - mal verinnerlicht hat , geht alles recht schnell und einfach von der Hand.
Gruß,
Rainer