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Autor Thema: Mineralisierte Pflanzenfossilien aus der Lagerstätte Culmitzsch?  (Gelesen 4383 mal)

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Offline triassammler

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Hallo,

beim Studium des Wikipedia-Artikels zur Wismut bin ich auf eine Anmerkung gestoßen, dass das Basiskonglomerat der Lagerstätte Culmitzsch mit Pechblende und Galenit mineralisierte Koniferenreste aus der Zechstein-Zeit führt. Weiterführende Links oder gar Abbildungen hierzu konnte ich leider nicht finden. Ungewöhnliche Überlieferungsarten bei Fossilien interessieren mich sehr.

Daher meine Frage an die Sammlerkollegen aus Thüringen und Sachsen: Hat jemand in Culmitzsch schon einmal derartige Funde gemacht und kann ggf. sogar ein Foto eines solchen Stücks zeigen? Weiters wäre ich an Tausch oder Kauf eines Belegs interessiert, aber das steht nicht im Mittelpunkt, ich würde primär gern mal ein solches Stück sehen.

Gruß,
Rainer

Offline Blackminer

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Hallo Rainer!
Bei deiner Suche wirst du warscheinlich wenig Glück haben. Da solche Erzanreicherungen von der WISMUT gesucht wurden, sind die bestimmt gleich in die Aufbereitung gegangen.
Der Tagebau wurde recht zeitig geschlossen, glaube in den 1960igern und wurde dann als IAA genutzt.
In der WISMUT-Chronik sind einige Bilder (Anschliffe)veröffentlicht. Die ich hier wegen des Copyrights und der eher schlechten Qualität nicht veröffentlichen kann.
In der WISMUT Sammlung befinden sich bestimmt noch Stücke, die man sich anschauen kann. Frag doch einfach mal bei denen nach.
Glück auf!
Raik

Offline stollentroll

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Zitat
Daher meine Frage an die Sammlerkollegen aus Thüringen und Sachsen: Hat jemand in Culmitzsch schon einmal derartige Funde gemacht und kann ggf. sogar ein Foto eines solchen Stücks zeigen?

Ich bin nicht aus Thüringen oder Sachsen    ;), aber ich habe ein Foto davon. Das gibt es hier auf meiner Homepage:
http://tw.strahlen.org/typloc/uraninit.html
(im unteren Drittel).

Glück Auf
der Stollentroll

Offline triassammler

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Hallo Thomas,

vielen Dank für den Link! Vor ein paar Minuten habe ich ihn bereits beim gezielten Googeln gefunden  ;D
Sehe ich das richtig, dass teilweise Zellerhaltung bzw. Permineralisierung vorliegt?

Gruß,
Rainer

Offline geomueller

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Hallo Rainer,
schau doch einfach mal ins Lexikon unter Culmitzsch oder Tagebau Mücke, dort habe ich schon vor längerem einige Infos dazu eingestellt. Derartige in Pechblende  und Sulfide umgewandelten Koniferenstämme gibt es heute natürlich nicht mehr zu finden, ich glaube auch nicht das man so etwas heute noch im Tausch oder Kauf erhaschen kann. Aber in der Lagerstättensammlung in Hartenstein auf der 371 liegt ein sehr ansehnliches Stück, was man auch mal in die Hand nehmen kann ;).

Gruß Jürgen

Offline triassammler

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Hallo Jürgen,

ins Lexikon hatte ich natürlich als erstes geschaut  ;) Die Info zu den Koniferen war mir dort aber etwas zu dünn. Nichts für ungut.

Gruß,
Rainer


Offline geomueller

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Hallo Rainer,
nagut für diese spezielle Sache ist die Info im Lexikon wirklich etwas dünn, ist ja auch nur als Überblick für die Lagerstätte gedacht.

Hier nun aus der 28-seitigen Erläuterung der Geologie des "Culmitzscher Halbgrabens" der Teil der sich mit dem Basaklonglomerat beschäftigt in welchem die Koniferenstämme vorkamen.

"Basiskonglomerat (BK)

Die Zechsteinschichten des Culmitzscher Halbgrabens beginnen mit einem grauen Basiskonglomerat, das die ordovizischen Tonschiefer diskordant überlagert. Es ist in den Lagerstätten Culmitzsch und Gauern verbreitet und setzt sich nach NW über die Uran-Lagerstätte Gera-Süd bis in das Geraer Zechsteinbecken fort. Nach Süden in den ehemaligen Lagerstätten Trünzig und Sorge-Settendorf fehlt das graue Basiskonglomerat. Die hier auftretende basale Geröllführung unterschiedlicher Mächtigkeit stellt Basalkonglomerate (Kg) verschiedener Horizonte des tieferen Zechsteins dar. Es handelt sich um rotbraune Konglomerate der terrestrischen Rotsedimente bis zum Culmitzscher Sandstein, die diskordant auf ordovizischen Tonschiefern lagern und zeitlich nicht mit dem Basiskonglomerat gleichzustellen sind. Vermutungen über das Vorhandensein grauer konglomeratischer Schichten im Bereich Trünzig, Sorge-Settendorf haben sich durch Auswertung alter Bohrergebnisse (1959) und der jüngsten Bohraufschlüsse (1991, 1992) nicht bestätigt.

In der ehemaligen Lagerstätte Culmitzsch füllt das Basiskonglomerat becken- und rinnenförmige Vertiefungen aus, die eine präzechsteinische N-S- und E-W-Bruchtektonik widerspiegeln. Im Nordteil wurde mit ca. 6 m die größte Mächtigkeit nachgewiesen, die auf Schwellenbereichen gegen 0 m geht. Im Bereich Gauern beträgt die Mächtigkeit nach alten Angaben 2-4 m.

Das Basiskonglomerat erhält durch die kaum kantengerundeten Gesteinstrümmer aus Tonschiefern und Phylliten eine graugrüne Färbung. Das Bindemittel ist meist karbonatisch, kann auch kieslig sein. Die Geröllgröße beträgt 1-2 cm, größere Gerölle bis 10 cm sind selten. Der kantengerundete Geröllbestand umfasst: Tonschiefer, Phyllite, Quarz; seltener Quarzite, Lydite, Diabas und Grauwacken; Granit, Quarzporphyr und Orthoklase bilden Ausnahmen.

Im Nordteil der ehemaligen Lagerstätte Culmitzsch wurden im Basiskonglomerat auf einer Fläche von etwa 30 x 80 m 40 Vorkommen von vererzten inkohlten Coniferenstämmen gefunden. Die unregelmäßig eingelagerten, bis 2,5 m langen Hölzer zeichneten sich durch eine intensive Uranvererzung (Uranpechblende-Nastruran) und durch Sulfidanreicherungen aus. Als Sulfide traten nach Häufigkeit geordnet auf: Galenit, Sphalerit, Chalkopyrit, Bornit, Chalkoszin, Covellin, Pyrit, Bournonit, Fahlerz, Kobaltglanz und Argentit.

Auch im Bindemittel des Basiskonglomerates traten sporadische Anreicherungen einer Uran- Sulfidvererzung auf.

Die Sulfidvererzung hatte keine wirtschaftliche Bedeutung, absolute Gehalte sind nicht bekannt geworden.
Die uranhaltigen Bereiche des Basiskonglomerates wurden abgebaut.

Das Basiskonglomerat bildet mit seinen Resten auch jetzt noch die natürliche Unterlage der IAA Culmitzsch."

So mehr ist mir dazu nicht bekannt.

Gruß Jürgen

Offline Bergbaumaulwurf

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Glück Auf!
Es wird wohl ein wenig dauern, aber unser Vorsitzender vom Geraer Mineraklienverein Frank Hrauda ist Fossiliensammler und auch im Naturkundemueseum Gera angestellt.
Hoffe von ihm da nähere Auskunft zu erhalten.
Kann aber auch Adresse und Telefonnummer auf Wunsch weitergeben. Persöhnliche PM an mich!
Gruß Bergbaumaulwurf

 

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