Hallo,
Salzsäure habe ich nicht im Haus, aber ich kenne Knochen und das Material ist zu 100% kein Stein.
Gut, dann können wir uns den HCl-Test sparen, Erfahrung ersetzt Überprüfung.
Statt HCl kann man übrigens auch Essigessenz benutzen.
Mir kommt da noch eine Idee: Was macht der "Knochen" denn wenn man ihn in eine Feuerzeugflamme hält? Einem Fossil macht das nichts aus.
Das "Innere" schon, das ist versteinert, aber der "Knochen" eben nicht.
Das Innere scheint eine mineralische Bildung zu sein, da ist nichts "versteinert".
Diese seltsame "Masse" innen ist von der Farbe her wie Zement. Aber geruchlos.
Wonach riecht Zement?
Was macht der HCl-Test bei der "Masse"?
Aber sagt mal, von Sauriern findet man doch auch Knochen, die weiß sind?
Von Sauriern findet man Knochen in allen Farben. Die Farbe hängt davon ab, mit welchen Mineralien die Poren der Knochen verfüllt sind, und ob ggf. der Knochen selbst (seltener Fall) komplett durch eine andere Substanz ersetzt ist. Das alles hängt vom Chemismus des Umgebungsgesteins und weiteren Prozessen ab. Die Farbe ist nie ein Indiz für eine Knochenbestimmung.
Das sind doch auch keine Steine?
Doch. Wenn ich davon ausgehe, dass Du das Wort "Stein" mit folgender Bedeutung benutzt:
Umgangssprachlich verwendet man „Stein“ materialbezogen für ein Gestein, also für eine feste, im Laufe der Erdgeschichte entstandene mineralische Masse.
(
http://de.wikipedia.org/wiki/Stein#Stein_und_Fels)
Wenn man klopft, ist es nunmal wie Knochen...
Fossile Knochen bestehen aus dem mineralischen originalen Knochengerüst (Hydroxylapatit) plus in dessen Porenhohlräumen auskristallisierte Mineralien oder in sie eingeschwemmte Sedimentpartikel. Fossile Knochen machen, wenn sie nicht verwittert sind, immer "pling" wenn man mit dem Hammer draufschlägt. "Plock" oder "kracks" machen rezente oder subrezente Knochen, die sind noch nicht versteinert. Fossile Knochen fühlen (und hören) sich nicht wie rezente Knochen an. Was davon macht Dein Fund?
Es hat auch "Gebrauchsspuren" bzw Abnutzungsspuren, kleine Risse bzw Abschrüfungen...
Kennst Du Dich mit Gebrauchs- und Abnutzungsspuren an steinzeitlichen Werkzeugen und Knochenabfällen aus? Es könnten ja auch einfach Beschädigungen durch den eiszeitlichen Gletschertransport oder durch Prozesse am Strand sein? Gebrauchs- oder Werkzeugspuren würden jedenfalls einen Dinosaurierknochen ausschließen

Ich bin im Bestimmen halt kein Experte
OK. Deswegen wäre es ja hilfreich wenn wir hier mal ein paar grundsätzliche Begriffe und Definitionen benutzen und die abarbeiten statt aneinander vorbei zu reden.
Beim Bestimmen von völlig Unbekanntem sammelt man zuerst mal die Fakten - Größe, Gewicht, Form, Farbe, Härte, Reaktion auf haushaltsübliche Tests (siehe ganz oben), strukturelle und skulpturelle Merkmale - und erst dann geht man an die Interpretation. Sich andersherum zuerst zu überlegen, was es sein könnte, und dann die dazu passenden Indizien zu suchen, ist nicht zielführend, weil man dabei gerne Merkmale übersieht, die dazu nicht passen. Genauso wenig bringt es etwas, Beobachtung und Interpretation zu vermischen, da das zu einem Tunnelblick führt. Bisher wurden nur Argumente gesucht warum es ein Knochen sein könnte, Bestimmung ist aber immer ergebnisoffen und schon gar kein Argumentationswettbewerb nach dem Motto "wer am längsten durchhält hat recht"

Gruß,
Rainer