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Autor Thema: VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?  (Gelesen 19570 mal)

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Offline cmd.powell

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VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?
« am: 12 Apr 11, 01:51 »
Hallo Zusammen

Wie der Titel vielleicht schon aussagt, möchte ich mal eine allgemeine Frage ins Forum werfen und hoffe auf möglichst viele und vor Allem ehrlich Antworten: Ich bin jetzt seit rund 12 Jahren Mitglied im VFMG (ich muss hoffentlich nicht erklären, was das ist) und in der Bezirksgruppe Hannover. Vor wenigen Wochen erst bin ich mehr oder weniger Freiwillig auf den Posten des Bezirksgruppenleiters gestolpert, aber das soll hier nicht das Thema sein. Vielmehr geht es darum, das die Bezirksgruppe Hannover und - nach meinem Wissen - auch der VFMG im Ganzen an Mitgliederschwund leidet. Insbesondere jüngere Mitglieder sind hier in Hannover nicht nur kaum, sondern gar nicht zu finden (von der Jugendgruppe mal abgesehen, aber das sind Kinder). Ich bin jetzt fast 40 und reiße den Altersdurchschnitt drastisch nach unten - der liegt bei 75 oder so. Da ich ja nun im Vorstand unserer Gruppe bin muss ich mir seit einiger Zeit eben jene Klage der anderen Mitglieder anhören, das wir doch zu wenige neue Mitglieder bekommen und es werden viele Vorschläge gemacht, wie man dem entgegen wirken kann. Allerdings hat bisher nichts so richtig gefruchtet, die Truppe wird älter und - so schmerzlich es ist - fängt langsam an auszudünnen. Auf der anderen Seite kenne ich ja nun dieses Forum und die vielen mehr oder weniger aktiven Mitglieder. Allgemein (nicht nur beim VFMG) gibt es ja nun deutschlandweit einen Trend, weg vom Verein, hin zu - ja zu was eigentlich ?
Na gut, ich will jetzt hier nicht seitenweise rumheulen sondern lieber zu Sache kommen: Kommt alle zum VFMG ! Quatsch, war nur Spass  >:D Vielmehr würde ich mich freuen hier von möglichst vielen Mitgliedern mal zu lesen, was sie vom VFMG halten, ob sie dort Mitglied sind oder nicht, wieso sind sie es, wieso vielleicht nicht. Einfach mal ein paar Meinungen und Stimmen einfangen um Anregungen zu erhalten. Besonders würde mich natürlich eine Altersangabe zu den Komentaren freuen, damit man evtl. Trends klar auslesen kann - es fehlen ja die jungen Mitglieder. Dabei muß es sich nicht unbedingt um eine exakte Angabe handeln, mir würde eigentlich schon eine Abgrenzung in "älter als 50" oder "jünger als 50" reichen, Dekadenangabe wäre natürlich noch besser.

Ich erhoffe mir von den Aussagen, unsere Gruppe in soweit verändern zu können, das sie auch für jüngere Mitglieder attraktiver wird - sofern das überhaupt möglich ist. Aber ich hoffe natürlich auch, das eben diese Frage beantwortet wird.


So, und um mal gleich den Anfang zu machen: Ich bin im VFMG, gerundet 40 und Anfangs dazu gekommen, weil ich Gleichgesinnte suchte die ich in der Bezirksgruppe Hannover gefunden habe. Vor 12 Jahren war das Internet zwar schon vorhanden, allerdings existierten noch nicht so viele verschiedene Plattformen in Form von Foren etc. Alternativen zum Verein waren also eher spärlich vorhanden. Hinzu kommt, das man damals mit einer VFMG-Mitgliedskarte in diverse Steinbrüche rein kam, in die man sonst nur illegal gehen konnte. Und dann natürlich die vielen organisierten Exkursionen zu Orten, wo ich alleine nie hingefahren wäre. Desweiteren ist - in meinen Augen - der persönlich Austausch mit Gleichgesinnten immer noch was anderes und angenehmer als - wie z.B. jetzt - alleine vor dem Bildschirm zu hocken und minutenlang Monologe ins Netz zu tippern.
Ich muss an dieser Stelle jedoch auch zugeben das ich nicht sagen kann, ob ich Heute auch noch Mitgleid im VFMG werden würde. Es gibt diverse Internetplattformen mit Möglichkeiten der Kontaktaufnahme und in Steinbrüche kommt man entweder rein, oder nicht - egal ob VFMG.
Allgemein muß ich sagen, das ich den VFMG etwas arg subtil finde. Ich hatte nur durch Zufall von einem Freund von der Existens des Vereins und der Gruppe hier in Hannover erfahren, und das war - ja man kann sagen zur Blütezeit des Vereins. Zu jener Zeit gab es hier in Hannover noch eine gescheite Mineralienbörse, das wäre sicherlich eine gute Plattform zum Mitgliederfang gewesen, ich war jedenfalls regelmäßig dort. Heute ist die Börse zu einem Schmuck und Esoterikmarkt mutiert, da will ich lieber nichts einfangen...

So, das soll es mal von mir gewesen sein, jetzt hoffe ich auf viele andere Meinungen: kritisch, positiv, pessimistisch, optimistisch - immer raus damit  :)

Grüße und Glück Auf

Markus

P.S.: Für die (hoffentlich Wenigen), die es nicht wissen: VFMG ist der "Verein der Freunde der Mineralogie und Geologie", dieser ist mindestens deutschlandweit und hat diverse Bezirksgruppen in vielen Großstädten die mehr oder weniger autonom agieren.

Offline Walpurgin

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Re: VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?
« Antwort #1 am: 12 Apr 11, 08:29 »
Hallo Markus,

Um es kurz zu machen....ein Verein kommt für mich aus mehreren Aspekten nicht in Frage.

- Vereinsarbeit bedeutet "Initiativen und Verantwortung übernehmen" , ich bin ehrlich, dazu hab ich weder Lust noch Zeit.
- In Berlin hat die VFMG den wahrschweinlich höchsten Altersdurchschnitt von gefühlten 95 Jahren .Was soll ich da, als 33 jähriger, zwischen beratungsresistenten Herren ?
- Die Leute die ich mineralogisch,bergbauinteressiert kennen gelernt hatte, hab ich im Internet oder auf Börsen getroffen und nicht im Verein.
-Verein ist für mich eher altbacken
-Der zeitlicher Aufwand eines Vereins steht meiner Beruflichen Laufbahn eher hinderlich im Wege  ;)
-Als Alternative treffe ich mich mit den Leuten bei mir zu Hause zum Bier und Felsen bestaunen.



Ich weiß das die Antworten kaum deiner Fragen gerecht werden aber viel mehr giebt es dazu nicht zu sagen.
Gruß Micha

Offline doe

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Re: VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?
« Antwort #2 am: 12 Apr 11, 09:09 »
Hi,
die Antwort ist aber typisch und deckt sich mit meinen Erfahrungen.Ähnlich wie die geregelte Mitgliedschaft und reglementierte Mitarbeit in Parteien lehnen junge Interessenten die altbeckene "Vereinsmeierei" (berechtigt oder unberechtigt ist egal) einfach ungeprüft ab.Alternative Möglichkeit,,die Arbeit der Fachgruppe offen ohne starres Regelwerk zu gestalten,"modern" darstellen.So z.B. können Interessenten im "Schnupperkurs" am Fachgruppenleben ein halbes Jahr teilnehmen OHNE Mitgliedschaft und vordergründige Vereinspflichten.(bei Exkursionen allerdings zu etwa anderen Teilnahmegeb.) Echt interessierte Junge haben dann meist so viel Blut geleckt,daß sie bleiben!Hat bei uns jedenfalls das Durchschnittsalter unter die 50 gedrückt.Viel hilft auch,die Schwellenangst vor den notwendigen Biologie/Chemiekenntnissen zu entschärfen,viel schrecken zurück,wenn sie so einen super wissenschaftlichen Einschlafvortrag als erste Fachgruppenerfahrung hatten.Es ist sehr schwer aber lohnenswert,eine gute Mischung zwischen Wissenschaft und Allgemeinverständlichkeit zu finden.Exkursionen,Besuche bei Sammlern,Grillabende u.s.w. können die Attraktivität erhöhen.Das bedeutet für die Organisatoren viel zusätzliche Atbeit,die sich aber lohnt und in Verjüngung auszahlt.
Für die nur auf FAN und Konsumtion gerichtete "Generatio Doof" Klientel hab ich allerdings nicht mal theoretisch ein probates Mittel gefunden.
Gruß Günter

Offline Stefan

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Re: VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?
« Antwort #3 am: 12 Apr 11, 09:49 »
Hallo,

ich finde es schön, dass Du das Thema hier aufgreifst. Es betrifft nicht nur die VFMG sondern auch die Münchener Mineralienfreunde und andere Vereine. Jugendgruppen gibt es wegen Mangels Zulauf wenige. Es gibt einige aktive und auch ganz wenige sehr aktive Gruppen. Ein Patentrezept jungen Nachwuchs zu bekommen ist kaum zu geben.

Ich kann nur aus meiner Sicht sprechen, ich nehme mir ungern die Zeit und setze mich für ein Treffen, 1 mal im Monat, 1 Stunde ins Auto um dann einen mehr oder weniger interessanten Vortrag zu hören. Für mich ist es primär interesant etwas zu bewegen. Junge Menschen sind gewohnt Ihre Informationen schnell und unbürokratisch zu erhalten und weiter zu geben. Die Zeiten in denen Vereinsabende die einzige Möglichkeit waren sich größer auszutauschen sind vorbei.

Vereine sollten den Zeitgeist aufnehmen und auch Engagement auch im Internet zeigen. Abende auf denen aktiv Wissen von alten Hasen an die Jugend weiter gegeben wird und das nicht nur einmal im Monat könnte helfen Neugier zu wecken. Exkursionen organisiert über das Internet an Fundstellen die vielleicht sonst nicht zugänglich sind wären super. Befahrungen von Bergwerken unter fachmännischer Anleitung. Abenteuer ist gefragt und keine langweiligen Vereinsabende. Mineraliensammlen muss Cool werden, es gilt gegen die Playstation und andere Freizeitbeschäftigungen zu bestehen. Erlebnise kann man Freunden erzählen, eine Geschichte vom Vereinsabend bringt nur Langeweile.

Aus langem Gerede und Gejammer ist noch nie etwas positives hervor gegangen. Lieber ein paar mal den falschen Weg gehen als nie den richtigen Pfad finden - Mut zur Veränderung ist gefragt.

Ich kann nur anbieten zusammen mit Organisationen wie der VFMG etwas auf die Beine zu stellen. Wir können u.a. die Plattform bieten, wenn man sich in einigen Bereichen zusammen tut kann dies zu wünschenswerten Synergien führen. Die Münchener Micromounter nutzen uns z.B. um die Sammlung öffentlich zu zeigen und neue Freunde zu gewinnen. Wir sind kein Heilmittel, aber eine gute Ergänzung.

Auch wir sind unterbesetzt und Synergien sind immer ein angestrebtes Ziel.

Besten Gruß
Stefan

Offline franksch

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Re: VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?
« Antwort #4 am: 12 Apr 11, 09:57 »
Hallo Markus,
warum bin ich nicht in der VFMG? Wo es doch auch eine Bezirksgruppe Berlin gibt, wie Walpurgin schon schreibt. Ich kann seinen Aussagen über diese Gruppe noch ergänzen. Veränderungen und Neuerungen, die es nun mal ja auch in den letzten Jahren durchaus gegeben haben mag, werden von den meisten älteren Herrschaften nicht akzeptiert. Internet: Teufelszeug! Dafür kommt das Veranstaltungsprogramm noch mit der guten alten Post. Vor ein paar Jahren war es zum Thema Exkursionen so, das einmal im Jahr eine Fahrt anstand. Hierzu wurde ein großer Bus angemietet und wenn der nicht voll wurde, fiel die Fahrt eben dies Jahr aus. Neben alle 2 Tage mal Mineraliensammeln stand dann auch oft ein recht umfangreiches kulturelles Besuchsprogramm auf der Tagesordnung. Welch ein Kontrastprogramm zu meinen wenigen Mineralien- Sammel- Aktivitäten im Jahr!
Allein aus diesen Gesichtspunkten kann eine Mitgliedschaft in so einem Verein für jüngere Interessenten gar nicht attraktiv sein.
Gerade in den letzten 5 Jahren gab es doch auch erhebliche Unruhe und Anschuldigungen innerhalb des Vorstandes der VFMG, die teilweise sogar auch gerichtlich ausgefochten wurden. Wenn das stimmt: warum soll ich in einem solchen Verein Mitglied werden, wenn mich doch nur das Mineraliensammeln interessiert und überhaupt nicht irgendwelche Vorstandsstreitigkeiten??? Und wenn ich das schon als Nicht- VFMG- Mitglied nebenbei mitbekomme, wie groß muss erst die Diskussion im Verein selber darüber sein/gewesen sein? Ich hoffe nur, dass sich das zwischenzeitlich wenigstens ein bisschen geändert hat.
Verein generell: ich habe (wie die meisten anderen ja auch) meine Sammelleidenschaft auf bestimmte Gebiete beschränkt. Exkursionen zu anderen Fundpunkten (die mich nicht so interessieren) können da leicht von einer gedachten Horizonterweiterung weiter ins Uferlose führen. Soll ich mir Vorträge antun, die mich wenig interessieren?
Kontakte zu für mich interessanten Leuten muss ich mir größtenteils selber aufbauen; da kann mir ein Verein weniger helfen.
Da treffe ich mich lieber bei Micha beim Bier und schau mir seine Felsen an.

Viele Grüße aus Berlin
Franksch   (auch schon 47 Jahre alt)

Offline uwe

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Re: VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?
« Antwort #5 am: 12 Apr 11, 12:33 »
Ich bin in den VFMG eingetreten, da es nach der Wende im Osten unsere Mineralien-Fachgruppe des Kulturbundes als solche nicht mehr gab. Aus verschiedenen Gründen wurde damals von uns eine Gruppe des VFMG gegründet, die sich aber später wieder auflöste und sich heute als Sektion des Naturwissenschaftlichen Museums Chemnitz so recht und schlecht durchs Leben wurstelt. Da bin ich dann schnell verschwunden.

Ich bin seit einiger Zeit Mitglied im "Mineralienverein Oberes Erzgebirge" mit Sitz in Annaberg. Ein Verein, welcher sehr lebendig ist. Im VFMG bin ich eigentlich nur noch, weil ich bisher den Austritt versäumt habe. Aber 2012 bin ich definitiv dort kein Mitglied mehr. Ich wäre allerdings auch ohne Mitgliedschaft in einem anderen Verein dort ausgetreten. Der "Aufschluß" ist zwar wissenschaftlich erste Klasse, für einen Lokalsammler von Mineralien gähnend langweilig. Am Vereinsleben könnte ich ohne VFMG-Gruppe in der Nähe ohnehin nicht teilnehmen.

Uwe

Offline Geomaxx

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Re: VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?
« Antwort #6 am: 12 Apr 11, 13:00 »
Hi alle
nun, ich bin seit einigen Jahren Mitglied in der VFMG und finde die Vereinigung nach wie vor eine gute Möglichkeit des Erfahrungs- und Informationsaustausches. Zwar ist in Südbayern das Angebot in Bezirksgruppen derzeit leider bis auf die Gruppe in Kempten Fehlanzeige, sodaß ein "aktives Vereinsleben" für mich nicht so richtig erreichbar ist. Und das liegt vermutlich an zwei Hauptproblemen, mit denen viele Vereine zu kämpfen haben: Keiner hat Zeit und Bock sich zu engagieren, mich in den letzten vier Jahren inbegriffen ("Bock scho, awa koa Zeit!"). Trotzdem finde ich den Ansatz der VFMG prinzipiell schon richtig, der Aufschluß bietet immer noch hohe Qualität der Beiträge, und daß bei der Komplexität der Materie nicht immer " DER Superbeitrag" für alle dabei ist, muß jedem auch klar sein (Ist ja bei den Medien Mineralienwelt, LAPIS, Mineralienatlas auch so. Z.B. hier im Atlas: Was interessiert mich die Rügener Schreibkreide, Schmuckstein- und Achat-Gedöns...! Trotzdem ist es für mich wichtig, über meinen eigenen Tellerrand hinauszublicken, mich mit anderen Gegenden, Fundregionen, geologischen Gegebenheiten und Meinungen auseinanderzusetzen, ohne dabei unbedingt den eigenen Vorteil im Visier zu haben. Für jemanden, der solche Medien nur dazu benutzt, um herauszufinden, wo aktuell die geilsten Kristalle und größten Ammos auszubaggern sind, ist die Mitgliedschaft in der VFMG denkbar unsinnig. Auf diese Leute denke ich wird die VFMG gerne verzichten (hoff ich jedenfalls!)
Glück Auf!
GEOMAXX
bekennendes, meist aber wenig aktives VFMG-Mitglied

Offline raritätenjäger

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Re: VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?
« Antwort #7 am: 12 Apr 11, 13:34 »
Hallo,

da ich ebenfalls aus Berlin komme, kann ich mich Micha und Frank nur anschließen. Aus diesen Gründen werde ich auch austreten, so leid es mir tut. Es gibt in der Bezriksgruppe einige, die sich bemühen (darunter auch der Leiter und zwei, drei Leute aus dem Vorstand), aber viele sind für gewisse Aktionen (wie mir scheint) schlicht zu alt und dann fällt es eben aus.

Beratungsresistent, der Begriff fiel auch schon. Viele der alten Daddys (ja, paar Damen hat´s auch) sind mit ihrem Wissen vor 30 Jahren stehen geblieben. Und das bemühen um "die Jugend" ist auch wenig zu spüren. Diese Damen und Herren haben jahrzehntelange Erfahrung, die könnten viel erzählen. Aber sie tun´s nicht. Und wenn, dann gerne unter sich. In Hannover habe ich das etwas anders kennengelernt. Trotzdem Markus das Altersproblem anspricht: die Leute dort kamen mir doch ne Spur aktiver vor ;D. Ich habe schon in allerlei BGen in diesem Lande reingerochen. Es gibt Ausnahmen, doch der Grundtenor ist schon der gleiche.

Dann das "Problem" Verein. Verein heißt Verantwortung, heißt Macht. Paradebeispiel VFMG. Was da gekungelt und intrigiert wird. Wer da mit wem kann und wer nicht, ganz furchtbar. Da stand ich immer daneben und habe mir gedacht: Freunde, wir haben alle ein gemeinsames Hobby. Die jungen Sammler sind heute kaum organisiert, Micha hat´s schon geschrieben, die triffst du irgendwo auf der Börse oder der Halde, nicht in der BG.

Klar, aktives Mitglied war ich nie, stimmt schon. Aber ich kenne Leute, die wollten, haben Artikel für den Aufschluss eingereicht, etc. pp. Da hieß es immer: zu unbedeutend, zu klein, kein Interesse, nicht "massenwirksam". Aber Artikel über Fliesen? Goht´s no? Naja, vielleicht ein bissel plakativ, aber eben mein Eindruck.

Die Individualisierung wird auch die Mineraliensammler mehr und mehr erreichen. Die VFMG wird es schon noch eine Weile geben. Auch wenn ich ihr vor zwei Jahren noch deren zehn gegeben hätte. Aber sie wird zusammenschnurren und sich in eine Richtung entwickeln, die ich persönlich nicht mitgehen werde. Die kommenden Jahre werden einen Umbruch zeigen, der mit der schon angesprochenen Altersstruktur zu tun hat. Das wird auch einschneidend für jeden Verein in dieser Thematik. Kann sein, dass sich die Querelen danach legen und die VFMG auf einem niedrigeren Level neu anfängt. Dann bin ich einer der ersten, die mitziehen. Aber solange halt ich´s mit Uwe.

Gruß
Andreas (mit 25 Jahren auch großer "Den-Altersdurchschnitt-nach-unten-Reißer)

Offline dendrocopos

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Re: VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?
« Antwort #8 am: 12 Apr 11, 15:37 »
Hallo,

also ich muss mich doch auch mal hier zu Wort melden. Ich bin im Vorstand einer ziemlich starken VFMG Gruppe. Wir haben so etwa 80 Mitglieder und ein sehr aktives Vereinsleben. Auch unser Altersdurchschnitt ist ziemlich "rentenlastig" wobei wir aber einen sehr stabilen Kern U50 besitzen und die Ü50 ziemich fitt sind. Wir pflegen sehr enge Kontakte zu einer Jugendruppe des Naturwissenschaftlich Technischen Zentrums in Hoyerswerda welche eine Gruppe Mineralogie/Geologie beinhaltet. Sicher ist Vereinsarbeit immer mit Verpflichtungen verbunden und oftmals hängt der Erfolg eines Vereins von einigen wenigen Leuten, welche auch bereit sind Verantwortung zu übernehmen, ab. Unsere Veranstaltungen sind generell für jedermann offen und werden oft auch in der regionalen Presse angekündigt. Wer an unserem Vereinsleben teilnehmen möchte, kann dies auch jederzeit ohne Mitglied im VFMG zu sein und dies so lange wie er das gern möchte. Ebenso sind unsere vielen Exkursionen für Gäste frei und sie bezahlen nicht einen Cent mehr als Vereinsmitglieder. Unser Internetauftritt (www.sachsenmineralien.de) wir von einem Herrn Ü 70 betreut !!! Also Leute, es ist nicht immer das Alter das Maß aller Dinge. Zusätzlich zu unseren Vereinstreffen und Exkursionen gibt es noch jede Menge individuell geplanter Tuoren zu welchen man sich im Verein abspricht oder einfach spontan anbietet. So werden wir in Kürze in einer spontan zusammengestellten Tour auf den Färoer Inseln Zeolite klopfen. Die Alterszusammenstellung 23/49/81. Den Rollator lassen wir zu Hause ;D und nehmen dafür zusätzlich einen schweren Hammer und die Zeltausrüstung mit. Wer sein eigenes Ding machen will, dem ist es auch egal ob es einen aktiven Verein in der Nähe gibt oder nicht. Außerdem ist doch niemand in solch einem Verein zwangsverpflichtet. Es gibt bei uns Treffen da sind wir nur 15 Leute und andere Vorträge sind mit 100 Leuten besucht. Manche angebotene Exkursion lassen wir mangels Nachfrage ausfallen und bei andere müssen wir Leuten absagen weil der große Reisebus ausgebucht ist oder wir machen in einem Jahr zwei Touten in das gleiche Fundgebiet. Bleibt alle schön geschmeidig und trennt Euch vom in Fels gehauenen Bild der Vereinsmeierei.
In diesem Sinne wünsche ich Euch ein herzliches

Glückauf aus der Lausitz

Offline Kluftknacker

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Re: VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?
« Antwort #9 am: 12 Apr 11, 16:01 »
Hallo,
hat man sich denn entschlossen, der VFMG beizutreten, und sucht sich eine passende Ortsgruppe, dann kann auch das passieren (selbst erlebt):

Die Vorträge entpuppen sich zu 85% aus Urlaubsfotos ohne Bezug zu den Geowissenschaften. Schlägt man als "Neuling" Exkursionsziele für die Gruppe vor, heißt es meist, es bestünde kein Interesse, da die Exkursionsziele den Alt-Mitgliedern bekannt sind. Kein Wunder: sind alle über 70 Jahre und sammeln statt im Gelände nur noch auf Börsen. Die Exkursionen beschränken sich dann auch nur auf touristische Kaffeefahrten zu Kräuter- und Baumlehrpfaden, Schlösser und Burgen (natürlich ohne Geo-Sammlung!) und Weinproben !

Da fragt man sich als Neuling, was soll ich hier eigentlich? Man freut sich über neue Gesichter, tut aber auch nichts, diese zu halten.

Kluftknacker
(irgendwo kurz vor 50)

Offline Axinit

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Re: VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?
« Antwort #10 am: 12 Apr 11, 16:06 »
Servus Markus,

warum bin in ich in der VFMG ? 

Obwohl Vereine nicht unbedingt mein Ding sind - aus all den Gruenden, die schon angefuehrt worden sind und einigen anderen, bin ich trotzdem 2002 nach langem Zoegern der VFMG beigetreten.

Damals habe ich nach laengerer Pause wieder  angefangen, mich als Stoanasammler zu betaetigen. Mir ging es darum, wieder Kontakt zu Gleichgesinnten zu bekommen, den Bezug zur Heimat nicht voellig zu verlieren und vielleicht auch auf der  Basis von gegenseitigen Einladungen (Deutschland - Frankreich)  interessante, sonst nur schwer zugaengliche  Exkursionsziele ansteuern zu koennen. Zudem wollte ich etwas gegen den Mitgliederschwund tun - eine ueberregionale Organisation mit wie die VFMG gibt es z.B. hier in F nicht.

Fazit: Die Exkursionsziele im Rahmen der VFMG-Sommertagungen, an denen ich bisher teilgenommen habe, waren wirklich die weite Anfahrt wert ! Der "Aufschluss" ist meist auch lesenswert.  Ich habe auch einige Sammlerkollegen kennengelernt, die ich vielleicht sonst nie getroffen haette. Die Kontakte bestehen immer noch, auch der  Austausch von Infos und Mineralen funktioniert, zu gemeinsamen Sammeltouren hat es bisher aber noch nicht gelangt.

Natuerlich muss die VFMG mit der Zeit gehen und verstaerkt das Internet als Kommunikationsmittel nutzen (dies hat Stefan schon ausgefuehrt). Natuerlich sollten erfahrene Sammler ihr Wissen und ihre Erfahrung weitergeben, an Stelle dieses  eifersuechtig zu bewahren und irgendwann mit ins Grab zu nehmen. Natuerlich sind Vereinsmeierei, Mauschelei & Kungelei unangenehme Begleiterscheinungen, aber diese finden sich in jeder menschlichen Organisationsform wieder.

Es gibt bei den VFMG-Bezirksgruppen auch sehr positive Beispiele und Ansaetze: z.B. die BG Weiden mit ihrem – wie ich finde – sehr gelungenen Internetauftritt und den auskunftsfreudigen Mitgliedern.   

In Zeiten, in denen es fuer Einzelperson immer schwer wird, Sammelgenehmigungen zu bekommen – kann eine Organisation mit  wissenschaftlich gepraegtem Hintergrund, wie die VFMG, durchaus als kompetenter und serioeser Ansprechpartner und Vermittler etwas bewirken. Naemliches gilt auch fuer das Ausrichten von (Tausch)boersen ohne Esoterik und Schmuck etc.

Ein bekennendes, meist nur passiv engagiertes VFMG-Mitglied, und mit knapp U50 dank vorwiegender Sammeltaetigkeit im Alpinbereich  noch ohne Airbag  ;D


GA


Harald

Offline loismin

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Re: VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?
« Antwort #11 am: 12 Apr 11, 17:33 »
Hallo.

Mal ganz provokant gesagt :
Warum muß eigentlich der Verein was für die " Jungen " tun ?
Es ist dort genau wie im richtigen Leben, man muß Vorleistung bringen um dabeisein zu können und was von den Alten zu erfahren .
Diese kann aus Neugier, Wißbegierigkeit und Engagement im Verein bestehen.
Und wer ein Einzelgänger ist und sich nicht in eine bestehende Struktur einfügen kann oder will , für den ist ein Verein sicher nichts.
Bei den meisten Vereinen ist es doch wohl so, daß man engagierte junge Leute sucht, die aber auch dann Aufgaben im
Verein und auch ein gewisses Teil an Verantwortung tragen müssen.
Umsonst gibts im Leben nichts!
Das vergessen manche junge Leute heutzutage gerne >:D
Sie wollen alles auf dem Silbertablett möglichst einfach gereicht bekommen und sind nicht bereit dafür auch was zu tun.
Und eines noch .... ganz provokant ...... ich finde es gelinde gesagt eine Frechheit von einigen, wie sie über alte Sammler herziehen
und nicht hinterfragen warum sie ihnen nichts sagen und sich noch lustig drüber machen daß sie  vielleicht nicht mehr so sammeln können.
Nehmt den Atlas hier, da ist es nicht anders.
Alle jammern daß keiner mehr Fundstellen preisgibt, aber wenn man sie anspricht, sind sie auch nicht bereit ihre Fundstellen
zu zeigen und was darüber zu schreiben.
Wie gesagt, umsonst gibts nichts es wird immer ein Geben und Nehmen sein und wem das so nicht passt, der muß halt alleine
durchwurschteln.
Das kann ja jeder selbst entscheiden !

Loismin

Offline minerik

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Re: VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?
« Antwort #12 am: 12 Apr 11, 17:42 »
Hallo,
also ich bin nicht in der VFMG.

Das liegt daran, das die nächste Ortsgruppe Radebeul ist und ich ohne Auto Jahre dahin brauche. Zudem wurde mir zu verstehen gegeben, dass die Kapazitäten aufgrund von Platzmangel der zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten bereits ausgereizt sind, auf gut Deutsch es gibt kein Platz mehr und somit auch keine Aufnahme. Das Alter der Leute ist mir im Prinzip egal, aber wenn ich auf Exkursion gehe hab ich keine Lust auf Kaffeefahrt und ich leg ein Tempo an bei dem die meisten Mitglieder nach 15 min einen Herzinfarkt bekommen. Im Prinzip würde ich sofort in den VFMG eintreten wenn es hier in Dresden eine Ortsgruppe und Exkursions-willige Mitglieder gäbe. Was Vereine generell betrifft bin ich im DRK, und dort klappt die Zusammenarbeit zwischen den Generationen. Achja, ich bin Anfang 20 und Student.
Gruß Erik
« Letzte Änderung: 12 Apr 11, 18:43 von minerik »

Offline Stefan

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Re: VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?
« Antwort #13 am: 12 Apr 11, 18:04 »
@Loismin,

da hast Du sicher nicht ganz unrecht. Das lässt sich auf viele Bereiche übertragen.

Aber würde ich einen jungen Menschen im Münchner Verein absetzen, wäre er nach einem Vereinsabend völlig frustriert und würde nie wieder kommen. Man muss schon sehr interessiert sein um sich so einen Abend anzutun wenn man keine Kontakte hat.

Ich denke es geht ein wenig darum die Leute zu interessieren und jemand der einen Verein nicht kennt wird auch keine Neugier entwickeln und von sich aus aktiv werden. Es ist viel einfacher mit Ansprechpartnern, die ich bereits online kennen gelernt habe und mich dann ggf. einführen.

Besten Gruß
Stefan

Offline Walpurgin

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Re: VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?
« Antwort #14 am: 12 Apr 11, 18:57 »
Zitat
Das vergessen manche junge Leute heutzutage gerne
Sie wollen alles auf dem Silbertablett möglichst einfach gereicht bekommen und sind nicht bereit dafür auch was zu tun.
Und eines noch .... ganz provokant ...... ich finde es gelinde gesagt eine Frechheit von einigen, wie sie über alte Sammler herziehen
und nicht hinterfragen warum sie ihnen nichts sagen und sich noch lustig drüber machen daß sie  vielleicht nicht mehr so sammeln können.

Ich sehe es anders, ich konnte zu oft beobachten das z.B ältere Sammler oftmals von jüngeren Sammlern keine Infos,Verbesserungen,Neuigkeiten,andere Ansichten,und geschweige Wissen entgegen nehmen . Insbesonders wenn es Leute sind
die sich jahrelang mit Lagerstätten,Bergbau und Geschichte befassen, werden oftmals ignoriert, belächelt und als jugendliche
Klugscheißer abgetan.Sicherlich darf man hier nicht jeden Sammler ü 70 (das sind für mich die "Alten") über einen Kamm schmeissen
aber wie gesagt gerade die "Alten" dürfen sich nicht wundern das die VFMG eingeht ,das ist oftmals eigenfabriziert.
Und noch kurz zu den Sammlern die alles auf dem Silbertablett serviert bekommen wollen....ich glaube die Brüder wirst du nicht hier im Forum und schon gar nicht bei der VFMG finden.
(Achtung ich kann hier nur für den Berliner Raum sprechen )

 

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