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Autor Thema: Geologisches Rätsel Nr. 7  (Gelesen 10647 mal)

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Offline triassammler

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Geologisches Rätsel Nr. 7
« am: 15 Apr 11, 23:40 »
Hallo,

in Abstimmung mit Collector schiebe ich als Rätsel Nr. 7 ein "zerlaufenes Gemälde" nach. Zu erklären ist die Natur der dunklen Strukturen.
Die Vegetation im Bild mag Anhaltspunkte liefern...

Viel Spaß beim Rätseln!
Rainer

Offline doe

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Re: Geologisches Rätsel Nr. 7
« Antwort #1 am: 16 Apr 11, 00:09 »
Hi,
abgebildet ist die fraktionierte Trennung unterschiedlich schwerer Mineralien an Sanddünen durch den Wind.(äolische Seifen) Auch an der Ostsee (Schwermineralsand Graal Müritz) zu beobachten,da allerdings im cm Bereich.
Gruß Günter
« Letzte Änderung: 16 Apr 11, 09:58 von doe »

Offline Berggeist007

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Re: Geologisches Rätsel Nr. 7
« Antwort #2 am: 16 Apr 11, 01:53 »
Hallo Rainer!
Es sieht aus wie eine Fotomontage , denn irgendwie paßt das obere mit dem untere Teil (Landschaft,auch farblich) nicht zusammen.
Mich stört diese leichte helle Unruhe im oberen Teil. Würde mal sagen,das es sich um ein Geröll handelt (Richtung derber Quarz)
Ich kann natürlich auch ganz falsch liegen, aber wenn ich mir in der Kiesgrube Gerölle unter der Lupe ansehe, gibt es auch vom verschiedenen Blickwinkel her die ungewöhnlichsten Strukturen. Es könnte aber auch nur der Wind in einer Sanddüne sein, wie es Günther beschrieben hat.
Jetzt kam mir gerade ein Gedanke, wenn ich dein Benutzernamen lese, könnte es sich vielleicht um Fossilien handeln?
Strukturen (oberes Teil, Blickwinkel) würden passen, obwohl ich mit Fossilien kaum was zu tun habe.
Finde es aber gut, das solche geologische Rätsel gestellt werden, regt den Geist an. Man sollte sich mal überlegen ob man eine eigene Rubrik dafür einrichtet.
MfG
Frank



Offline Jörg

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Re: Geologisches Rätsel Nr. 7
« Antwort #3 am: 16 Apr 11, 08:52 »
Hallo Rainer,
sieht für mich auch wie ein Abtrag durch Wind aus (Grundgestein sedimentär?).
Ich finde die Kreativität der Rätsel ebenfalls klasse!

Gruß Jörg

Offline robodoc

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Re: Geologisches Rätsel Nr. 7
« Antwort #4 am: 16 Apr 11, 10:31 »
Hallo,

es ist genau so, wie Günther sagt. Lokalität wahrscheinlich auf dem Weg zur Sossusvlei in Fahrtrichtung rechts, im Vordergrund Geröll des in der Namib blind endenden Tsauchab.

Viele Grüße

Robert

Offline giantcrystal

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Re: Geologisches Rätsel Nr. 7
« Antwort #5 am: 16 Apr 11, 14:51 »
Jau, Schwermineralsande, insbesondere Granat und Magnetit, auf rotem Namibsanddünen, ganz typisch für Namibia und hier an vielen Stellen zu finden. Da aber die meisten Leute in das Sossusvlei fahren, stammt die Aufnahme wohl wirklich von dort.

Irgendein De$$   ::) ist durch das schöne Bild gelaufen und hat die Strukturen leider teilweise zerstört. Naja, nach einem Tag oder so dürfte die Spur verweht sein.

Ich erlaube mir eine Zusatzfrage : Warum sind die Sanddünen in Namibia eigentlich immer rot oder rötlich, woanders aber fast immer gelblich oder bräunlich ?

Glück Auf

Thomas

P.S. Nanu, irgendetwas stimmt da nicht, wenn ich "pp" eingebe, wird im Text beim Smilie oben $$ angegeben..

Offline Achim

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Re: Geologisches Rätsel Nr. 7
« Antwort #6 am: 16 Apr 11, 19:57 »
Hallo Thomas,


"Das Rot der Namib kommt von Granatvorkommen der nahen Naukluftberge, die Basis für die unglaublichen Sandmengen, die die Wüste bilden" ... sagt Google. Ob das stimmt kann ich mir jedoch nicht so recht vorstellen.

Ich selbst habe davon leider keine Ahnung

Viele Grüße

Achim

Offline Berggeist007

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Re: Geologisches Rätsel Nr. 7
« Antwort #7 am: 16 Apr 11, 22:27 »
Hallo Thomas!
Habe mir gerade ein paar Bilder bei google über die Namibwüste angesehen und stimme langsam den anderen zu.
Man lernt immer wieder was neues dazu. Bin mal gespannt was es ist.
Mfg
Frank

Offline Collector

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Re: Geologisches Rätsel Nr. 7
« Antwort #8 am: 17 Apr 11, 01:05 »
Hallo Thomas

Die vor etwa 30 Ma enstandene, ca. 300 km  lange Dünen-Namib zwischen Kuiseb-Canyon und Koichab-Fluss (Lüderitz) ist der sandige Teil der Namibwüste. Die Dünen gehören geologisch zur "Tsondab-Sandstein-Formation". Die Sande, aus denen die Dünen (Bsp. Sossuvlei) bestehen, sind Verwitterungsprodukte quarzhaliger Gesteine und stammen aus dem Mündungsbereich des Oranje, der seine Schwemmsande an der Küste ablagerte.

Die Farbe von Sandstein kann stark variieren, so wie die Farbe von Sand selbst auch. Die Farbe wird für gewöhnlich durch die mineralischen Bestandteile bestimmt beziehungsweise hervorgerufen. Besonders Eisenbestandteile bewirken eine starke Färbung des Gesteins. Hämatit bewirkt beispielsweise eine rote Färbung, Limonit gelblich bis braun.

--------------
Hallo Achim

das was Google über die Namib-Dünen schreibt, ist schlichtweg falsch. Sicherlich gibt es die Granatvorkommen, jedoch sind diese weder die Ursache für das Rot der Sanddünen noch liegen diese im Entstehungs-Ausdehnungsbereich der Dünen. (große Mengen von Granatkristallen am Kranzberg zwischen Usakos und Karibib)


Gruß
collector

Offline giantcrystal

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Re: Geologisches Rätsel Nr. 7
« Antwort #9 am: 17 Apr 11, 18:15 »
Hmmm, das erklärt aber immer noch nicht zufriedenstellend, warum überall in Namibia der Sand diesen Rotton aufweist und dieser sonst nirgendwo zu finden ist. Unterschiedlich Fe- führende Gesteine gibt es ja in vielen Gegenden, aber deshalb lange noch keine daraus hervorgehenden roten Sande. Selbst ein deutscher roter Buntsandstein zerfällt zu eher hellem Sand...

Könnte es vielleicht eher mit der langen Erosionsgeschichte Namibias zu zun haben, die Namib ist ja bekannermaßen eine sehr alte Wüste ?

Glück Auf

Thomas

Offline doe

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Re: Geologisches Rätsel Nr. 7
« Antwort #10 am: 17 Apr 11, 19:15 »
Hi,
der Rotton der Sedimente ist Kennzeichen arider Klimaverhältnisse und in vielen trockenen Ecken unseres Planeten zu finden.Solche Sedimente bleiben auch nach der Verwitterung hämatitrot,da dieses die Sandkörner umhüllt oder als Staub darüber liegt.(fossiles Beispiel Rotliegendes,der entstehende Boden bleibt auch rot)
Gruß Günter
« Letzte Änderung: 17 Apr 11, 19:25 von doe »

Offline Collector

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Re: Geologisches Rätsel Nr. 7
« Antwort #11 am: 17 Apr 11, 19:27 »
Hallo lieber Thomas


"..........und dieser sonst nirgendwo zu finden ist. Unterschiedlich Fe- führende Gesteine gibt es ja in vielen Gegenden, aber deshalb lange noch keine daraus hervorgehenden roten Sande ............."

Da bist Du falsch informiert. Es gibt so viele rote Sande, Dünen und Wüsten, dass man sie schon als zahlreich bezeichnen kann. Die schönsten davon die Red Desert in den NWT in Australien, die große Red Desert in Wyoming, tiefrote Sandwüsten in der Kalahari, in Madagaskar etc etc etc.

Zur Entstehung gibts auch ne ganze Menge Literatur; u.a. :

"Nature, Origin and paleoenvironmental significance of red coastal and desert dunes" . Link:
http://www.deepdyve.com/lp/sage/nature-origin-and-palaeoenvironmental-significance-of-red-coastal-and-qiSL3oPjlr

Im übrigen ist es auch eine Definition dessen, was Du oder jemand anders als rot empfindet. Die Bandbreite ist weit; nicht nur die Zusammensetzung der Sande oder ihre diagenetische Vergangenheit spielen bei der Farbgebung eine Rolle, auch das individuelle Wahrnehmungsvermögen, die Lichtverhältnisse usw.

Im übrigen: Soooo rot habe ich weder die Sossuvlei noch andere Dünen, sei es oben am Cape Cross noch unten bei Lüderitz, empfunden; da kenne ich ganz andere und intensivere Rottöne aus der Sahara, der Atacama und der Thar-Wüste.

Schönen Sonntag
collector


Offline giantcrystal

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Re: Geologisches Rätsel Nr. 7
« Antwort #12 am: 17 Apr 11, 19:30 »
Lieber Peter

ok, akzeptiert, da hast Du einfach viel mehr gesehen als ich, der bisher nur die roten Sande aus Namibia kennt.

Glück Auf

Thomas

Offline triassammler

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Re: Geologisches Rätsel Nr. 7
« Antwort #13 am: 17 Apr 11, 23:43 »
Hallo,

die Entstehung roter Sande kann man nur dahingehend über einen Kamm scheren, als Hämatithäute um die Körner die Ursache sind. Die Ursache für die Hämatitüberzüge wiederum ist Feuchtigkeit. Und die wiederum kann viele Quellen haben. In den roten Teilen der Namib kann der Küstennebel eine Rolle spielen, in der Kalahari nächtliche Kondensationsfeuchtigkeit und Niederschläge während der Regenzeiten, woanders ist es kapillarer Wasseraufstieg, usw.

Btw, die Atacama ist am "Rotesten" bei Sonnenuntergang  ;)
Die Beleuchtungsverhältnisse spielen bei der Farbwahrnehmung in der Wüste tatsächlich eine eminente Rolle. Nichts ist langweiliger als Wüste zur Mittagszeit...

Gruß,
Rainer

Offline Collector

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Re: Geologisches Rätsel Nr. 7
« Antwort #14 am: 18 Apr 11, 00:19 »
Hallo Rainer, Thomas ...

zur Einstimmung:
Hochgebirgswüste: Socampo, 4.800 m, Cruz Andina, argentinische Anden.  Bekannt als "Los Colorados" d.h. " Die Roten".

Viel Spaß beim Anschaun


 

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