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Autor Thema: Fototechnische Frage  (Gelesen 3613 mal)

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Offline thdun5

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Fototechnische Frage
« am: 18 Apr 11, 15:23 »
Hallo,

seit einiger Zeit bin ich dabei, meine Aufnehmetechniken für Mineralienbilder zu verbessern.

Nur finde ich u.a. für nachfolgende Stufe keine richtige Lösung. Hierbei handelt es sich um einen Libethenit von der Typlokalität in der Slowakei. Ich habe zur Demonstration erst einmal nur eine Ebene für die Mehrebenenfotografie aufgenommen; aber hieran ist mein Anliegen, so denke ich, sehr gut erkennbar.
Die Kristalle haben eine sehr dunkelgrüne Färbung und einen hohen Metallglanz. Ich habe es schon mit diffuseren Lichtquellen versucht, aber ganz beseitigen lassen sich die doch recht starken Reflexionen nicht. Auch ist mir die helle umgebende Matrix der Stufe auf dem Bild viel zu überbelichtet. Wenn ich allerdings die Belichtungszeit herunterregele, dann kommt das grün der Kristalle nicht mehr zu Geltung.
Wie verfahrt ihr denn bei solchen Objekten (indirekte Beleuchtung oder andere Raffinessen) ?

Es wäre wirklich schön, wenn ihr mir weiterhelfen könntet.

Gruß
Daniel

Offline Embarak

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Re: Fototechnische Frage
« Antwort #1 am: 18 Apr 11, 16:56 »
Hallo Daniel

Bei dieser Bildreihe würde ich von vorne beginnen, da die blauen Reflexe sehr stören.
Dunkle hochglänzende Stufen sind problematisch. Ich experimentiere in diesem Fall gerne mit HDR über Photomatix,
also mehreren Belichtungsebenen über mindestens +/- 1 Blende, danach eventuell Tonwertkorrektur oder Gradationskurve.
Das paßt nur leider nicht zum Konzept von Tiefenschärfeebenen.
Bin gespannt auf weitere Vorschläge.

Habe bei Problemfällen als Gegenprobe auch schon mal wieder auf die Fotolampen verzichtet
und wieder auf das gute, alteTageslicht bei bedecktem Himmel und einen Spiegel zurückgegriffen.

Gruß
Norbert

Offline loparit

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Re: Fototechnische Frage
« Antwort #2 am: 18 Apr 11, 20:50 »
Eventuell mal mit indirektem Licht, also über einen Reflektor probieren. Damit ist es vielleicht möglich, die Reflexe zu reduzieren.
Ich mache das immer, indem ich bei der Ringleuchte nur einen Viertel der Leuchte zum ausleuchten benutze und dann schaue ich mir über LiveView das Bild an. Dann wandere ich mit dem Viertelkreis rundum und schaue wo die wenigsten Reflexe auftreten. Die restlichen versuche ich dann mit Papier als Diffuser heraus zu bekommen. Aber das klappt auch nicht immer. Ist wirklich nicht einfach bei grünen oder auch blauen Kristallen und auch bei stark metallischen Kristallen.

Gruß
loparit

Offline sapphire

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Re: Fototechnische Frage
« Antwort #3 am: 18 Apr 11, 20:56 »
Hallo Daniel,

ich weiss nicht, ob es dafür wirklich DEN Kniff gibt. Ich spiele letztlich so lange mit dem Licht herum, bis ich den besten Kompromiss habe. Dann wird nochmal etwas mit der Belichtung gespielt.

Kompromiss bedeutet, möglichst keine so stark belichteten Flächen, dass sie deutlich überstrahlen, dafür Verzicht auf Kristallfarbe. Das Problem bei der Stufe ist ja z.B. dass viele Kristalle in konvexen Bereichen liegen und damit fast immer im Schatten bleiben. Ggf. kann man hier noch etwas mit Spot-Beleuchtung tun (ich habe auch schon mal mit einer 3W-LED-Taschenlampe gearbeitet). Aber dann muss man natürlich wieder sehen, falls man mit zusätzlicher Beleuchtung arbeitet, dass es mit den Farben passt. Zumindest habe ich den Eindruck, dass eine eher fokussierte Beleuchtung bessere Ergebnisse bei dunklen Kristallen bringt als diffuses Licht.

Ich habe es aber auch schon öfter bei solchen Stufen aufgegeben.

Ich habe mal 2 Beispiele angehangen (Beleuchtung: Tageslicht-Fotolampe und LED-Maglite). Das Problem bei dem (marokkanischen) Azurit war, dass er ja vor bzw. in einer Kluft sitzt und damit auch kein reflektiertes Licht zur Verfügung stand. Bild AZ0 zugunsten mässiger Reflektionen, Bild AZ2 zugunsten der Farbe, aber eben überstrahlte Reflektionen (BB in beiden Fällen 25 mm).

Viele Grüsse
Andreas

Offline Mabu

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Re: Fototechnische Frage
« Antwort #4 am: 18 Apr 11, 22:26 »
Hallo Daniel!

Vielleicht könntest du mal folgendes probieren:
Die Lichtquelle möglichst ein ganzes Stück weit von der Stufe entfernt aufstellen (Je nachdem, was du verwendest vielleicht ca. 40-50 cm). Bei einer spot- oder punktförmigen Lichtquelle sollten dadurch die Reflexe etwas dezimiert werden.  Meiner Erfahrung nach werden dann auch die hellen Flächen nicht so stark überbelichtet. Natürlich nimmt dann die Belichtungszeit entsprechend zu. Eventuell noch einen Diffusor, wie z.B. Milchglas oder ähnliches verwenden.

Gruß
Marko

Offline Goldi85

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Re: Fototechnische Frage
« Antwort #5 am: 18 Apr 11, 22:33 »
Hallo Daniel,

wie genau hast du denn für diffuses Licht gesorgt? Ein Blatt (oder ähnliches) zwischen Stufe und Lichtquelle, oder ein komplettes Lichtzelt, das nur in Richtung der Kamera offen ist? Mit letzterer Variante konnte ich schon komplizierte Fälle (Azurit, Hämatit-X, dunkle Zinkblende auf heller Matrix) recht zufriedenstellend fotografieren.

Gruß  Daniel

 

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