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Autor Thema: Geologishes Rätsel -9-  (Gelesen 7170 mal)

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Offline Collector

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Geologishes Rätsel -9-
« am: 30 Apr 11, 00:30 »
Hallo den (leider) wenigen, die Spaß hatten, etwas  Neues zu entdecken und die fast alle die richtige Antwort fanden.

Dann wolln wir heute mal ein wenig tiefer in die Schatzkiste der Geologie greifen.

*Was hier zu sehen ist, ist einmalig auf der Welt.
*Der geografische und geologische Begriff für dieses Phänomen stammt aus einer uralten Sprache.
*Die hier zu sehenden Gebilde können bis über 10 m lang oder breit (wie mans nimmt) werden
*Diese Gebilde sind ohne menschliches Zutun entstanden, sie sind völlig natürlich
*Die Gebilde findet man definitiv nicht auf einer Insel im Mittelmeer. Und auch Däniken kannte sie nicht.

Fragen: Was ist das ? Wo ist das ? Wie ist das entstanden ?

Ich wünsche frohes Raten, Gute Nacht und ein erholsames Wochenende
Gruß
collector

Offline openpit

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Re: Geologishes Rätsel -9-
« Antwort #1 am: 30 Apr 11, 07:17 »
Hallo,

ich vermute mal:

Was ist das?  ??
Wo ist das?    jenseits der Polarkreise?
Wie ist das entstanden?    Eventuell zwei Kluftsysteme, welche mehr oder weniger senkrecht aufeinander stehen und primär durch ein karbonatisches (oder anderes leicht lösliches) Mineral verfüllt war. Dies wurde nach einer Erosion durch Gletscher gelöst, sodass sie heute als Hohlformen enthalten sind.
ODER es handelt sich um Entlastungsbrüche im Zuge des Schmelzens großer Eismassen, welche das betreffende Gebiet überlagerten.

Glück Auf!
openpit

Offline Jörg

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Re: Geologishes Rätsel -9-
« Antwort #2 am: 30 Apr 11, 09:20 »
Hallo,
ich tippe auf Schrumpfungsrisse, auf Grönland. Entstehung durch Dehydration, bedingt durch lange Frostperioden.
Jetzt bin ich aber gespannt, ob das stimmt???

Viele Grüsse  Jörg

Offline guefz

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Re: Geologishes Rätsel -9-
« Antwort #3 am: 30 Apr 11, 12:02 »
Hi,

die Erosionsspuren könnten auch aus einem Karstgebiet stammen, ich habe allerdings keine Ahnung, wo es sowas geben könnte. Die kleineren Rinnen auf den Blöcken erinnern mich an Karststrukturen, die ich in Italien und Südfrankreich gesehen habe. Dort habe ich aber nicht diese tiefen geraden Rinnen gesehen...

Günter

Offline bardenoki

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Re: Geologishes Rätsel -9-
« Antwort #4 am: 30 Apr 11, 12:09 »
Hi,

würde mich nicht wundern, wenn Peter diesen steinigen Ort nicht schon in unserem Lexikon porträtiert hat  8)

Gruß
Norbert


Offline heli

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Re: Geologishes Rätsel -9-
« Antwort #5 am: 30 Apr 11, 12:22 »
Sieht für mich nach Karstkarren aus. Und in den Vertiefungen steht Wasser.

Offline triassammler

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Re: Geologishes Rätsel -9-
« Antwort #6 am: 30 Apr 11, 12:58 »
Hallo,

ohne das Lexikon zu konsultieren vermute ich mal, es handelt sich um eine Aufnahme aus dem Karstgebiet "The Burren" (Burren Nationalpark) im County Clare, Irland.
Die Einmaligkeit besteht darin, dass hier Verkarstung auf einer natürlich denudierten Oberfläche in kühlgemäßigt-humidem Klima stattfindet. Ursächlich geht dies auf Vergletscherung während des Pleistozäns zurück, die das anstehende Kalkgestein aus dem Karbon großflächig freigelegt hat. Im Holozän konnte sich aufgrund des Klimas nur an wenigen Stellen eine Bodenbedeckung entwickeln. Außerdem wird diskutiert, ob in einem gewissen Ausmaß frühgeschichtliche Überweidung und nicht angepasster Ackerbau ebenfalls für die Erosion der nachpleistozänen  Bodendecke, soweit sie sich an einigen geschützten Stellen entwickelt hat, verantwortlich waren.
Das humide ozeanische Klima in Verbindung mit der fehlenden Wasserspeicherung wegen nicht vorhandener Böden fördert die rasche Vergrößerung der Karststrukturen, weshalb sie im Burren besonders großmaßstäblich ausgebildet sind. Begünstigt wird dies noch durch ein Kluftsystem mit variszischem Streichen, das das Grundmuster des Karrenverlaufs vorgibt.

Zu sehen sind Karstkarren, ich nehme aber an, der nachgefragte "Begriff aus einer uralten Sprache" bezieht sich auf den Burren insgesamt, dessen Name von Irisch "Boireann" ("großer Fels") abgeleitet ist, wobei Irisch als keltische Sprache auf uralte Wurzeln zurückgeht.

Gruß,
Rainer

Offline Sebastian84

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Re: Geologishes Rätsel -9-
« Antwort #7 am: 30 Apr 11, 16:32 »
Hallo zusammen!

Hab mal die Google-Bildsuche mit "The burren" bemüht, und das da gefunden:
http://www.monasette.com/archive/2003_07.html

So ziemlich in der Mitte der Seite ist was recht interessantes zu sehen... :D

Grüße,
Sebastian

Offline Collector

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Re: Geologishes Rätsel -9-
« Antwort #8 am: 30 Apr 11, 16:48 »
Hallo Sebastian

wenn Du selbst drauf gekommen bist, alle Achtung. Da aber vor Dir bereits der "Triassammler" die perfekte Antwort gegeben hatte, kann man ja anhand dieser Antwort kurz mal googeln. Oder hast Du es wirklich gewusst ?

Na ja - war doch nicht so schwer, ich glaube dennoch, dass ohne Rainers ausführliche Lösung nicht jeder auf die Burren gekommen wäre.

Rainer !
No comment ! So gut stehts in kaum einem Lehrbuch. Na ja, als Geologe .... 8)

Bilder von den Burren gibts ja haufenweise, doch die meisten sind recht flächige Draufsichten, wo man sofort drauf kommt, was es ist. Deshalb hatte ich ein "close-up" gewählt - aber - dem Ingeniör ist nichts zu schwör.

So, jetzt versucht Euch mal an einem etwas seltsamen geologischen Gebilde, wir wolln doch mal schaun, ob die Geologen unter uns wirklich alles wissen und kennen.  Auf zum Sonntagsrätsel Nr. -10- !

Gruß
collector

Offline Sebastian84

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Re: Geologishes Rätsel -9-
« Antwort #9 am: 30 Apr 11, 17:11 »
Um Gottes Willen, die Lorbeeren gebühren natürlich Triassammler! Hab mich nur mal auf seine Antwort hin weitergebildet und dabei den "Volltreffer" gefunden ;)

Offline bardenoki

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Re: Geologishes Rätsel -9-
« Antwort #10 am: 30 Apr 11, 18:54 »
Um noch einmal für das tolle geologische Portrait Verwitterung und Erosion
von Peter im Lexikon zu werben, hier der Link zum "steinigen Ort" The Burren.

Gruß
Norbert

Offline triassammler

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Re: Geologishes Rätsel -9-
« Antwort #11 am: 01 May 11, 16:41 »
Hallo!

Rainer !
No comment ! So gut stehts in kaum einem Lehrbuch. Na ja, als Geologe ....
...und als Fossilienfreund  ;) Die gibts dort nämlich auch zu sehen, schön von der Verkarstung herauspräpariert. Als Naturfreund lässt man sowas natürlich unberührt in situ.
Ich hatte letzten Dezember (nicht gerade die allerbeste Reisezeit für Irland, aber es ergab sich eben so) die Gelegenheit, mich 2 Tage lang im Burren umzusehen. Im "härtesten Winter den Irland seit 20 Jahren erlebt hat", bei knackigen -15° C. Dafür war ich aber auch überall ganz allein unterwegs und konnte mir alles in Ruhe ansehen, zumal der Burren weitgehend schneefrei war  :D

Bild: Erratischer Block an der Küste bei Ailladie. Der kleine Sockel, auf dem er steht, gibt einen Eindruck vom Ausmaß der Kalklösung seit dem Abschmelzen des Eises, ist aber aus verschiedenen Gründen nicht repräsentativ für das Gesamtmaß.

Gruß,
Rainer

Gruß,
Rainer

 

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