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Autor Thema: Schlackenmineralien von Waitschach, Kärnten  (Gelesen 811 mal)

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Offline Uwe Kolitsch

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Kolitsch, U., Brandstätter, F., Schreiber, F., Fink, R. & Auer, C. (2013): Die Mineralogie der weltweit einzigartigen Schlacken von Waitschach, Kärnten. Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien, Serie A, 115, 19-87.

Zusammenfassung
Die Mineralogie von ungewöhnlich Pb- und Ba-reichen Schlacken bei Waitschach, Hüttenberger Revier (Kärnten, Österreich), wurde detailliert mittels Röntgendiffraktometrie (an Pulvern und Einkristallen), REM-EDS-Analysen an Kristallen und polierten Anschliffen, und Ramanspektroskopie untersucht. Die Schlacke wurde von drei verschiedenen Halden gesammelt und besitzt (vermutlich) mittelalterliches Alter. Sie ist reich an Pb, Ba und Halogenen (Cl >> F) und mäßig reich an Sb. Phasen, die Cu oder Zn enthalten, sind sehr selten. Nur zwei As-haltige Phasen wurden beobachtet. Eine Gesamtzahl von ca. 110 verschiedenen „Schlackenmineralien“ und -Phasen wird beschrieben, wovon die große Mehrzahl in Hohlräumen der Schlacke vorkommt, oft in gut kristallisierter Form. Ungewöhnliche Beispiele, die mehrere Chloride, Fluorid-Chloride, Fluoride, Sulfite, Thiosulfate, Nitrate und Carbonate einschließen, sind: Atacamit, Chukhrovit-(Ca), Cumengeit, Diaboleit, Fassinait, Fiedlerit, Gearksutit, Hannebachit, Hydromagnesit, Lanarkit, Matlockit, Monohydrocalcit, Nadorit, Nitrobarit, Paralaurionit, Penfieldit, Phosgenit, Sidpietersit, Spangolith, Stibioclaudetit, Tooeleit und Witherit. Unter den bislang unbenannten Phasen sind das orthorhombische Dimorph von Barstowit, Barium-Thiosulfat-Monohydrat [Ba(S2O3)•H2O], Pb3O2(OH)2, Pb2Fe3+Cl3(OH)4•H2O und ein tetragonales Dimorph von Nadorit (PbSbO2Cl). Ferner wurden mehrere Phasen identifiziert, die weltweit neu sind und die mehrheitlich durch Kristallstrukturanalysen charakterisiert wurden. Zu den interessantesten zählen: eine gelbe, monokline Pb-Fe-Cl-S(?)-O-H-Phase (wahrscheinliche Raumgruppe C2/m); ein farbloses bis weißliches, rhomboedrisches Ba-Ca-Carbonat (R3); ein farbloses, monoklines Pb-Nitrat-Chlorid [Pb8O3(OH)5(NO3)4Cl, C2/m]; eine blaugrüne, Devillin-verwandte Phase [CaCu4(SO4)2(OH)6•3H2O, P21/c]; eine weiße, im Fleischerit-Typ kristallisierende Phase mit noch etwas unklarer chemischer Zusammensetzung [~Ba3Sb5+[(Si,S)O3(OH)]2(OH,O)6•3H2O, P-3]; und eine neue, blassgrüngelbliche, hexagonale, Cl-reiche Phase [Pb15.5(Al,Fe)(OH)17Cl17; P63/mmc].
Die Schlackenmatrix enthält, abgesehen von den üblichen Fe-(Ca-Mg-Mn-)Silikaten und -Oxiden, deutliche Mengen von Celsian (Bariumfeldspat), einen Pb-Ba-Feldspat, Andrémeyerit [BaFe2+2(Si2O7)], Mischglieder der Reihe Baryt-Anglesit, winzige Einschlüsse von Pb-reichen Oxiden, Carbonaten oder Sulfaten, sowie geringe Anteile von Metallsulfiden und Glas. In einem Anschliff wurde ein neues Ba-(K)-Fe-Sulfid identifiziert, das ein K-haltiges Fe-Analogon von Owensit darstellen könnte.
Die Entstehung der vielfältigen Paragenese und die Herkunft einzelner Elemente wird diskutiert. Verhüttet wurde Material der an Baryt gebundenen, Pb-Cu-Sb-Sulfidvererzungen des Waitschacher Teilreviers, hauptsächlich Bournonit und Galenit. Die Herkunft der zahlreichen (Fluorid )Chloride ist unklar.

Offline Geomaxx

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Re: Schlackenmineralien von Waitschach, Kärnten
« Antwort #1 am: 15 Jan 13, 21:34 »
Hi Uwe,
jep, hätte großes Interesse
vlt. lichten sich einige "?" in der Waitschach-Kiste

Vielen Dank im Voraus und
Glück Auf!
GEOMAXX
email: geobaur(ät)aol.com

Offline Wegschmeißit

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Re: Schlackenmineralien von Waitschach, Kärnten
« Antwort #2 am: 15 Jan 13, 21:49 »
Hallo Uwe.

Für mich auch bitte eine.
Mail: dirksbizz(at)gmx.de

Glück Auf
Dirk

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Schlackenmineralien von Waitschach, Kärnten
« Antwort #3 am: 16 Jan 13, 09:35 »
Abgeschickt.

GEOMAXX: wenn du eine Phase hast, die sich keiner der beschriebenen zuordnen läßt, schick mir eine PM (+ Foto?).

Offline Wegschmeißit

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Re: Schlackenmineralien von Waitschach, Kärnten
« Antwort #4 am: 16 Jan 13, 10:40 »
Sehr Informativ.
Danke Uwe

Gruß Dirk

Offline Geomaxx

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Re: Schlackenmineralien von Waitschach, Kärnten
« Antwort #5 am: 16 Jan 13, 12:03 »
Hi Uwe,
herzlichen Dank für die Zusendung des Manuskriptes!
Sehr schöne Arbeit, Dank auch an alle Co-Autoren
vgl. PM
GLück Auf!
GEOMAXX

 

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