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Autor Thema: Frage zu einer Schleifmaschiene  (Gelesen 5671 mal)

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Offline Egbert

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Frage zu einer Schleifmaschiene
« am: 16 Jun 11, 12:40 »
Hallo,
ich habe mir aus Marokko Jaspis und Achate mitgebracht und wollte die möglichst selbst bearbeiten. Daher hab ich mir eine Schleifmaschiene gekauft. Diese besteht aus einem Motor als Kernstück und zunächst aus horizontal laufenden Schleifrädern. Man kann dann noch verschieden Geräte wie Säge und Schleifteller dazukaufen, die alle von dem selben Motor angetrieben werden. Bei der Schleifmaschine in Ihrer ersten Ausführung hatte ich von Anfang an das Problem das die Scheibe mit der Zeit unrund wurde, ein Trend der sich immer mehr verstärkt. Der Hersteller sagte mir ich müße die Scheibe gelegentlich abrichten. Also habe ich mir einen Abrichter gekauft. Nach ein bisschen üben hat das dann auch geklappt aber nur einigermaßen und der Effekt war nur kurz. Außerdem nutzt sich die Scheibe extrem schnell ab.
Beim Polieren ist mir aufgefallen das dieses 'hubeln' (regelmäßige Schläge die man spürt wenn man den Stein gegen die Rotierende Scheibe hält) auch hier auftritt obwohl es sich um eine Gummiwalze mit Filzbezug handelt die ja an sich rund ist oder sein sollte.
Kann es sein das die Maschine kaputt ist oder einen Schlag weg hat? Wie kann ich das überprüfen und wie gegenüber dem Hersteller geltend machen. Der Hersteller ist auf nachfragen immer sehr freundlich und ruft auch zurück, hat aber eine Fehlfunktion der Maschine kategorisch ausgeschlossen. Vielleicht mache ich ja auch was falsch.
Für hilfreiche Hinweise bin ich sehr dankbar.
Beste Grüße
Egbert

Offline Xyrx

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Re: Frage zu einer Schleifmaschiene
« Antwort #1 am: 16 Jun 11, 12:46 »
Hallo,

welches Schleifmittel haben die Scheiben? Korund reicht nicht, zu weich, es sollte schon Siliziumkarbit sein. Weiterhin mußt du nass schleifen, also immer schön Wasser drauftropfen lassen. Trockene Scheiben machen einen Höllenstaub und sind in null komma nix runter. Das erst mal für den Anfang.

LG André

Offline Opalschleifer Lutz

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Re: Frage zu einer Schleifmaschiene
« Antwort #2 am: 16 Jun 11, 17:00 »
Hallo,

Also ich schleife mit einer Maschine Marke Eigenbau sehr gut. Und vor allem sehr günstig :-).
Gut eignen sich Doppelschleifer aus dem Baumarkt mit 150er Rädern drauf. Die baut man einfach runter, schraubt ne alte Plastedose als Spritzschutz drauf und nimmt diamantbeschichtete Stahlauflagescheiben. Die vertreibe ich und auch andere Leute. Die gibt es in Körnungen von 60er bis zu 2500er. Zumindest passen die bei mir vom Bohrungsdurchmesser super drauf. Dann einfach noch eine Wasserzufuhr gebaut und schon kannst du in der Küche an der Spüle arbeiten. Bei Bedarf sende ich gern Bilder und Preise zu.
Viele Grüße!
Lutz

Offline Egbert

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Re: Frage zu einer Schleifmaschiene
« Antwort #3 am: 17 Jun 11, 12:21 »
Hi,
ich war vielleicht nicht exakt genug: Zu den schleifrädern gehörte auch eine "Nassschleifeinrichtung", das ist ein Spritzschutz aus dem Wasser auf die scheibe gespritz wird und ein Becken darunter. Die Scheiben sind aus Siliziumkarbid. Die Umdrehungszahl kann ich varieren zwischen 700 und 1400, meist nutze ich 700. So eine diamantbeschichtete Stahlauflagescheibe habe ich mir auch gekauft, die passt aber (trotz der versicherung des Verkäufers) nicht auf die Welle, die Bohrung ist zu klein. Interessant wäre noch ob es die mit verschiedenen Bohrungen gibt.
Ansonsten habe ich ja schon eine Maschiene, die auch nicht billig war und würde die gern vernünftig ans laufen bringen oder wissen ob sie defekt ist bevor die Garantie erlischt.
Gruß
Egbert

Offline Jörg

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Re: Frage zu einer Schleifmaschiene
« Antwort #4 am: 22 Jun 11, 20:47 »
Hallo Egbert,

Zitat
die passt aber (trotz der versicherung des Verkäufers) nicht auf die Welle, die Bohrung ist zu klein. Interessant wäre noch ob es die mit verschiedenen Bohrungen gibt.
Schau mal bei Homberg+Brusius. de nach. Die bieten verschiedene Bohrungen für ihre Scheiben, und auch Wunschgrößen auf Anfrage an.

Glück Auf!    Jörg

Offline Ralf

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Re: Frage zu einer Schleifmaschiene
« Antwort #5 am: 23 Jun 11, 07:51 »
Der Hersteller sagte mir ich müße die Scheibe gelegentlich abrichten. Also habe ich mir einen Abrichter gekauft. Nach ein bisschen üben hat das dann auch geklappt aber nur einigermaßen und der Effekt war nur kurz. Außerdem nutzt sich die Scheibe extrem schnell ab.

Prüf zunächst mal, ob die Welle Spiel hat. Wenn ja, ist das eine Mögliche Ursache und Grund zur Reklamation.

Als zweites prüfe, ob die Maschine einen absolut festen Stand hat. Sie darf nicht nachgeben oder wackeln, wenn Du gegen den Schleifstein drückst.

Davon ab ist es völlig normal, dass man während des Schleifens einen Schlag in den Stein oder den Polierfilz bekommt. Sic-Steine sind sehr weich gebunden und da geht das recht flott.
Das abrichten will gekonnt sein. Dieser Schlag baut sich ungemein schnell auf, wird also immer stärker. Man muss schon beim kleinsten Anzichen abrichten sonst wird das immer schlimmer und der nötige Abtrag immer größer. Bleibt nach dem abrichten auch nur das kleinste " Unrund" übrig, ist der Schlag nach wenigen Schleifvorgängen wieder da. Zum Abrichten muss man daher eine feste Auflage haben, freihändig gelingt das nicht. Zum abrichten den Abrichter nicht zu feste gegen den Stein drücken. Man muss ihn langsam heranführen, bis man den Schlag im Abrichter fühlt. Es wird nur der Schlag abgetragen. Drückt man zu feste, baut man den Schlag wieder auf. Es ist blöd, schriftlich zu erklären. Wenn Du abrichtest, darfst Du im Abrichter nur den Schlag spüren, also Tack, Tack, Tack, kein durchgehendes Schleifgeräusch. Sobald Du im Abrichter dieses Tacken spürst, hälst Du ihn fest und wartest, bis das Tacken aufhört. Dann wieder vorsichtig ein Stückchen nachrücken, bis das Tacken wieder da ist. Das ist Mikrometerarbeit und dauert entsprechend lange. Irgendwann hört das Tacken auf und Du spürst nur ein gleichmäßiges Schleifgeräusch.
Um zu prüfen ob der Schlag ganz raus ist, nimmt man den Abrichter oder eine kurze Eisenstange an einem Ende locker zwischen Daumen und Zeigefingerspitze, so dass er ganz locker baumeln kann, und führt ihn vertikal mit dem freien Ende an den laufenden Schleifstein. Hört man ein gleichbleibendes schleifen, ist der Schlag raus. "Klingelt" es, muss man weiter abrichten.

Den Filz ( ich weiß nicht wie dick die Filzauflage ist, empfehle Dir aber den Kauf eines Vollfilzes) muss man auch von Zeit zu Zeit abrichten. Ist nicht so schlimm und wichtig wie bei den Schleifrädern, stört aber mit der Zeit gewaltig.
Den Filz richtet man mit einem Rasiermesserscharfen Beitel ab.

http://de.wikipedia.org/wiki/Beitel

Dazu braucht man unbedingt eine Auflage. Dabei ist große Vorsicht angesagt. Die Beitelschneide darf nie gegen die Laufrichtung des Filzes zeigen, sonst schlägt es Dir den Beitel aus der Hand. Ideal sind exakt 90 Grad zum Filz. Den Filz immer gut nass halten, sonst staubts zu sehr und die Beitelschneide wird zu heiß.
Die Technik ist die gleiche wie beim abrichten der Steine. Also immer schön langsam nur den Schlag abhobeln.

Geht aber nur bei entsprechend dicker Filzauflage oder eben einem Vollfilz.

Um auf Deinen oben zitierten Absatz zu kommen:

"Einigermaßen" abgerichtet ist gar nicht abgerichtet. Das kostet nur jede Menge Substanz am Schleifstein.

Offline Opalschleifer Lutz

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Re: Frage zu einer Schleifmaschiene
« Antwort #6 am: 23 Jun 11, 16:58 »
Hallo!
Die diamantbeschichtete Stahlscheiben haben bei mir eine Standardgröße von 1/2 Zoll. Es gibt spezielle Diamantfräser, womit man die Lochgröße auch nachfräsen kann. Braucht man aber ein wenig Geduld dafür. Die Fräser selber sind nicht so teuer. Wie dick ist denn deine Welle, vielleicht kann ich dir helfen.
Viele Grüße!
Lutz

Offline Egbert

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Re: Frage zu einer Schleifmaschiene
« Antwort #7 am: 28 Jun 11, 23:06 »
Hallo,
sorry, war systembedingt einige Tage offline. danke für Eure Antworten. Das meiste was das Abrichten angeht hatte ich schon herausgefunden aber es war gut die Bestätigung und einige extra- tips von einem Profi zu bekommen. Zum abrichten habe ich mir eine Hilfsvorrichtung gebastelt die mit schraubzwingen zusammengehalten wird und die ich langsam auf die Scheibe absenken kann. Das es nur einigermaßen war lag dann wohl letztlich an meiner mangelnden Geduld...
Der Filz ist ein Filzband das auf eine Gummiwalze aufgezogen wird. Ich glaube nicht das der einen schlag hat, aber man kann wie gesagt das klopfen in den Fingern spüren wenn man poliert.
Die Welle hat kein Spiel und wenn ich an die drehende welle fasse merke ich auch nichts. Das mit der Eisenstange werde ich mal auf der welle versuchen...und die Standfestigkeit könnte auch eine Ursache sein...
Wegen dem Durchmesser muß ich nochmal messen und sag dann Bescheid, kann aber etwas dauern, bin die nächsten tage wahrscheinlich unterwegs.
Egbert

 

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