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Autor Thema: Quarz a`la Blätterkrokant ?  (Gelesen 4178 mal)

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Offline Chrischan

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Quarz a`la Blätterkrokant ?
« am: 21 Jun 11, 14:33 »
Hallo,

dieser eigenartige Brocken stammt aus dem Kieswerk Hennersdorf. Schaut irgendwie aus wie "Feinschichtiger Quarz". Was könnte das sein  ???

Grüße
Christian

Offline Mineralroli

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Re: Quarz a`la Blätterkrokant ?
« Antwort #1 am: 21 Jun 11, 17:53 »
Hallo Christian
Zitat
Schaut irgendwie aus wie "Feinschichtiger Quarz".
Schaut mehr nach Auslaugungen aus.

Beste Grüße
Roland

Offline smoeller

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Re: Quarz a`la Blätterkrokant ?
« Antwort #2 am: 21 Jun 11, 17:57 »
Hallo,

Das war ursprünglich ein(e) Quarz-Calcit-Gang/Linse in einem Phyllit. Der Calcit ist später weggelöst oder -erodiert (leichter löslich in verdünnten Säuren und weicher), der Quarz bleibt stehen.

Glück Auf!
Smoeller

Offline jürgen lange

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Re: Quarz a`la Blätterkrokant ?
« Antwort #3 am: 21 Jun 11, 22:47 »
Hallo Leute
Blättrige Strukturen gibt es meiner Erfahrung auch, wenn blättriger Baryt vorgelegen hat, der dann irgendwie weggelöst wurde. Der gute Smoeller wird das sicherlich genauer beschreiben können, ich kenne das nur aus der Praxis im Sauerland und hier aus dem Odenwald.

Glück Auf Jürgen

Offline smoeller

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Re: Quarz a`la Blätterkrokant ?
« Antwort #4 am: 22 Jun 11, 09:56 »
Hallo,

Hier sind die Strukturen unregelmäßig, weswegen ich von weggelöstem Karbonat ausgehe. Das grünliche dürfte Phyllit sein, ein metamorphes Gestein. In diesem sind Quarz-Karbonat-Knauern (Linsen) nichts ungewöhnliches. Habe ich u.a. in den Alpen schon anstehend gesehen.

@Jürgen: Das sind Quarz-Pseudomorphosen nach Baryt,die sind in verkieselten Barytgängen (u.a. Schwarzwald, Odenwald) nicht selten. Aber derartige Strukturen sind meist geradlinig, sie zeichnen die Baryt-Tafeln nach.

Glück Auf!
Smoeller

Offline felsenmammut

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Re: Quarz a`la Blätterkrokant ?
« Antwort #5 am: 23 Jun 11, 13:20 »
Glück Auf!

Es gäbe noch die Möglichkeit, dass es sich um ein verwittertes Stück Gneis oder eher Migmatit handelt. In dem Fall haben sich dann die Feldspäte im Laufe der Zeit aufgelöst. Die grünlichen Bestandteile könnte man als Glimmer deuten. Vielleicht lässt sich an den Resten von dem was da weitestgehend weggelöst wurde noch ein Karbonattest durchführen. Solche Stücke mit selektiv weggelösten Bestandteilen habe ich hin und wieder in den lausitzer Kiesgruben gefunden. Meistens waren es granitische Gesteine, bei denen sich diese Auflösungserscheinungen zeigten.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut