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Sandstrahlgerät
Scaphit:
Hallo miteinander!
Ich bin neulich günstig an ein Sandstrahlgerät gekommen und hab mir so eine Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen. ;D
Da ich mir dazu jetzt noch entsprechendes Strahlmittel beschaffen muss, habe ich mal ein paar Fragen:
Welche Strahlmittel eignen sich denn am besten? Hab gehört, dass einige Leute Eisenpulver nehmen, andere aber auf Nussschalengranulat schwören usw. Außerdem gibt es ja zig unterschiedliche Korngrößen. Welche sind denn besonders empfehlenwert? Wo kriege ich dass Zeug in annehmbaren Mengen eigentlich her? Muss ich sonst noch was beachten?
Fragen über Fragen... ???
Wäre schön, wenn ihr mir helfen könntet. :)
Gruß,
Stefan
Joachim:
::) Gegenfrage!
Was möchtest du denn überhaupt Präparieren? ;)
Es hat jedes Fossil und Gestein seine Eigenschaften!
Gruss Joachim
Scaphit:
Hallo Joachim!
Es wird sehr viel Kalk darunter sein, sowohl weichere Varianten wie aus der Schreibkreide als auch härtere Vertreter wie Muschelkalk. Außerdem hin und wieder Schiefer, z.B. Wissenbacher Schiefer oder das Material aus dem Hunsrück.
Dafür brauch ich bestimmt unterschiedliche Strahlmittel, oder? ???
Gruß,
Stefan
P.S. @ Joachim: Mein Kumpel ist wie erwartet vom Hocker gefallen, als er deine Bilder gesehen hat... ;D
Findus:
Hallo Scaphit,
hier ist der Findus ;)
Zu Deiner Frage nach geeignetem Strahlmittel:
erstens sammle ich keine Fossilien, zweitens habe ich noch nie ein Sandstrahlgerät benutzt.
Nun möchte ich Dir trotzdem einen Tip geben:
Eisenpulver würde ich nicht nehmen, da anhaftende Eisenpartikel leicht rosten, zuzüglich hast Du das Problem,
dass das Eisenpulver immer schön trocken und ohne agressive Beimengungen gelagert werden sollte.
>>>Was ich schon mal einem Kollegen besorgt habe, nunmehr leider nicht mehr möglich ist: Glasperlen
Diese Glasperlen sind sehr kleine Glaskörnchen und wurden in der Firma, in der ich früher gearbeitet habe, als Strahlmittel
zum abstrahlen von Edelstahl benutzt.
Mein Kollege benutzt die Glasperlen zum abstrahlen von diesen Pyrit-Einschlüssen im schwarzen Schiefer.
Er ist sehr zufrieden damit, ausserdem sind die Glasperlen inert.
Auch im Urweltmuseum Hauff (Holzmaden) wurden diese Glasperlen schon eingesetzt, Fragen hierzu kann Dir bestimmt
Herr Attinger beantworten. (Diese Glasperlen habe ich ihm damals besorgt)
Der Sack (ca. 25 kg) kostete ca. 40 DM
Versuche es mal in einer Firma in Deiner Nähe, die Edelstahlkonstruktionen herstellt, vielmals werden dort die Konstruktionen vor Ort gestrahlt, damit die Schweissnähte nicht rosten.
Ich hoffe, Dir hiermit einen brauchbaren Tip gegeben zu haben.
Grüsse, schöne Weihnachten und ein gutes neues Jahr,
der Findus ;)
Profipräp:
Hallo Stefan,
ob Du überhaupt mit Eisenpulver strahlen kannst, hängt davon ab, ob dein Gerät nur mit Duckluft arbeitet, oder ob es einen Rüttler hat (elektrischer Anschluß nötig). Wenn es nen Rüttler hat, musst du probieren, ob es auch ohne Rüttler funktioniert, weil sonst Dein Eisenpulver magnetisch wird und alles verstopft. Bei Eisenpulver wäre es auch gut, das Gerät zu erden, sonst lädt es sich elektrisch auf. Ich nehme Eisenpulver 150 my. Da Eisen duktil = nachgiebig ist (verformt sich beim Aufprall) arbeitet es sehr schonend (Glas läßt sich nicht damit mattieren, was mit fast allen anderen Pulvern geht). Bei sehr hellen Sachen ist es nicht so gut, weil es meist unmöglich ist, die feinen Körnchen alle zu entfernen. Dolomitpulver (selbst gesammelt und gesiebt) eignet sich auch gut für Kalke, aber vorsicht, da schnell Löcher gestrahlt sind: niedriger Druck! Nussschalen eignen sich ebenfalls gut, gibt es aber nicht in ganz fein, deshalb besser für gröberes freilegen geeignet (hab ich schon für weichere Solnhofenfische und Seelilien genommen).
Ich hoffe, das hilft Dir ewas weiter,
Gruß
profipräp :) :) ;)
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