http://www.orf.at/stories/2068902/Die Europäische Kommission setzt sich für einen offenen Zugang zu digitalen wissenschaftlichen Informationen ein. Um mit Forschern und Unternehmen außerhalb der EU in den Wettbewerb treten zu können, sei ein offener Zugang (Open Access) notwendig, „im Sinne eines kostenlosen Zugangs zu wissenschaftlichen Inhalten über das Internet“, so die Kommission heute in einer Aussendung.
Konsultationsverfahren
Zahlreiche Wissenschaftler, Bibliothekare und Forschungsförderungsfonds sind der Ansicht, dass die Ergebnisse aus öffentlich finanzierter Forschung frei im Internet publiziert werden sollten. Der Begriff dazu heißt Open Access.
Im Zuge eines öffentlichen Konsultationsverfahrens sind Wissenschaftler, Forschungseinrichtungen und Universitäten dazu aufgerufen, bis 9. September ihre Meinung zu Open Access und dessen Bewahrung bei der Kommission abzugeben.
Ergebnisse aus öffentlich finanzierter Forschung werden in der Regel in Fachzeitschriften veröffentlicht, die von privatwirtschaftlich organisierten Verlagen herausgegeben werden. Auch die Rechte verbleiben damit bei den Fachverlagen. Um Zugang zu den Informationen zu erlagen, müssen die Bibliotheken die wissenschaftlichen Zeitschriften für teures Geld abonnieren.
Open Access „wesentlicher Motor“
Einige Herausforderungen ließen sich mit Open Access gut meistern, so die EU, etwa die hohen und steigenden Preise der wissenschaftlichen Fachpublikationen, der ständig wachsende Umfang wissenschaftlicher Daten und die Notwendigkeit, Forschungsergebnisse auszuwählen, zu verwalten und zu bewahren.
„Die Ergebnisse öffentlich finanzierter Forschung sollten grundsätzlich so weit wie möglich verbreitet werden“, so Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Kommission. Die Verbreitung von Wissen sei ein wesentlicher Motor für wissenschaftlichen Fortschritt und Innovationen wie auch Wachstum für Beschäftigung. Mit einem offenen Zugang zu wissenschaftlichen Informationen würden „alle in möglichst großem Ausmaß“ profitieren.