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Autor Thema: Geologisches Rätsel Nr.: -13-  (Gelesen 17756 mal)

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Offline jkstar

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Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
« Antwort #30 am: 15 Aug 11, 21:04 »
..das ist, was man bislang so über die Entstehung spekuliert hat: 

Da die Kugeln in den Basaltbrei eingebettet sind, müssen sie als Kugeln hineingefallen oder -gerollt sein. Entweder seien sie auf der Lava wie ein Schneeball den Abhang des Berges hinab gerollt oder sie hätten als sogenannte Lavabomben beim Flug durch die Luft die Kugelform angenommen.

und (die Meinung eines Geologen):

Die runde Form ist durch Verwitterung entstanden, die immer an den Kanten angreift. Denn der Basalt sei keineswegs homogen. Bereits bei der Abkühlung bildeten sich erste Risse, durch die später Wasser eindringe. Bei genauer Betrachtung sind in der Steinbruchwand die verschiedenen Zwischenstufen der Verwitterung bis zur Entstehung der Kugeln zu erkennen.

Er deutet die ungewöhnliche Struktur als Verwitterungserscheinung innerhalb eines Lavastroms. Ein Zeichen dafür sei, dass die Kugeln mit wachsendem Abstand vom Waldboden weniger würden und der Basalt stattdessen eine homogenere Struktur zeige.
Diese Verwitterung entstehe im Verlauf mehrerer tausend Jahre. "Die Verwitterung wird immer eine runde Form annehmen", erläuterte er, weil sie so den Umwelteinflüssen am wenigsten Angriffsfläche biete. "Das Leben geht weiter, auch für Basaltkugeln", scherzte er, dass die Kugeln in geologisch kurzen Zeiträumen verschwinden und wahrscheinlich durch neu entstehende ersetzt würden.


Ich persönlich finde die Erklärung von Jörg sehr plausibel, auch die der Basaltbomben, mit der Verwitterung von Basalt kenne ich  mich nicht so gut aus, aber dann müsste das Phänomen ja öfter zu beobachten sein.


Viele Grüße
Julian




Offline Krizu

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Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
« Antwort #31 am: 15 Aug 11, 21:23 »
..das ist, was man bislang so über die Entstehung spekuliert hat: 

Da die Kugeln in den Basaltbrei eingebettet sind, müssen sie als Kugeln hineingefallen oder -gerollt sein. Entweder seien sie auf der Lava wie ein Schneeball den Abhang des Berges hinab gerollt oder sie hätten als sogenannte Lavabomben beim Flug durch die Luft die Kugelform angenommen.


Hallo,

in der Luft nehmen die keine Kugelform an, sondern Tropfenform. Habe eine im GArten liegen (Türstopper :-) ) und eine von Fuerteventura.
Zum Thema in den Basalt gefallen: Basalt kristallisiert doch langsam, oder? Also Schlote, dicke Schichten usw. Vulkanbomben hinterlassen einen schönen Krater in den meisten Stoffen bzw. eine gestörte Schicht. Das ist schön am Rockeskyller Kopf zu sehen. Ideale Kugeln in selten. Dann tippe ich eher auf Xenolithe, Auflösungskörper sind auch rund.

MfG

Frank

Offline jkstar

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Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
« Antwort #32 am: 15 Aug 11, 21:39 »
Hallo Frank,

bei den Xenolithen kann ich Dir nicht widersprechen (Wikipedia: Bei der Ansammlung von Magma in der Erdkruste oder im Erdmantel sowie beim Aufstieg an die Erdoberfläche können Teile des Umgebungsgesteins ein- bzw. abbrechen und von der Schmelze aufgenommen werden. Aufgrund der hohen Temperatur eines Magmas erleiden diese Bruchstücke (Xenolithe) kontaktmetamorphe Überprägung oder Aufschmelzung. Daher weisen Xenolithe mit langer Verweildauer im Magma oft gerundete Kanten oder Kugelform auf. Die Größe von Xenolithen kann einige Millimeter bis Zehnermeter betragen) allerdings habe ich auch schon viele fast kugelrunde "Basaltbomben" gesehen, ich denke die Form differiert da, wie schnell sie ausgestoßen wurden, bzw. wie lange sie in der Luft unterwegs waren. Richtig runde Kugeln waren wahrscheinlich lange in der Luft unterwegs..?! Ich denke aber, dass die Basaltbrocken in der Schmelze die runde Form angenommen haben, heißt das, dass die Kugeln direkt in einem Schlot (Krater) entstanden sein müssen ?

Viele Grüße
Julian

Offline Krizu

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Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
« Antwort #33 am: 15 Aug 11, 21:48 »
Hi,

was aber alle Bomben meines Wissens haben, ist eine nahezu blasenfrei OBerfläche und blasiges Inneres - Damit schwimmen die auf ;-)

Mit der Form hast du wohl recht, da scheint es von der Chemie und der Flugbahn anzuhängen.

ABER: Wenn jetzt eine Kugel in die flüssige Lava fällt, die so heiss ist, dass die "Rinde" der Lava wieder auflöst, sollte sich dann nicht die Kugel auch auflösen? Die Blasen hatten ja Zeit aufzusteigen. Dann sollte sich ein "Schwamm" aus dem gleichen MAterial der nur Oberflächlich abgekühlt ist sich doch auflösen, da es die gleiche Chemie hat.
Wir reden hier über Zeiten im Jahrebereich...

MfG

Frank

Offline trommeln

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Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
« Antwort #34 am: 15 Aug 11, 22:13 »
Genau das war das Wort: Wollsackverwitterung

Offline Jörg

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Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
« Antwort #35 am: 16 Aug 11, 09:50 »
Hallo,

Wollsackverwitterungen können zwar rundliche Formen annehnen, betreffen jedoch (soweit ich weiß), nur saure Gesteine (Granite, Gneise und quarzhaltige Gesteine) mit immer deutlich gröberen Strukturen als die des feinkörnigen Balsalt.

Kissenlava sieht zwar ähnlich aus, ebenfalls abgerundet, ist jedoch nie kugelrund ausgebildet, sondern immer etwas "langgezogen", wobei eine Annäherung an eine Kugel durch spätere Metamorphose in Frage kommen kann.

Ich möchte der Meinung eines studierten Geologen nicht wiedersprechen, wenn dieser behauptet, dass Kugelformen durch Verwitterung entstehen können (kleinstmögliche Angriffsfläche); muss aber zugeben, das ich dem nicht folgen kann. Wenn ich eine Eisenstange in den Garten lege, korrodiert die doch auch von allen Seiten gleichmäßig. Um der Verwitterung eine kleistmögliche Angriffsfläche zu bieten, würde ich eine gewisse Intelligenz voraussetzen, die auf evolutionäre Erfahrung beruht, doch dieses - mit aller Höflichkeit - bei einem Gestein? Limonitsandsteine z. B. korrodieren auch erheblich, behalten dabei jedoch ihre ursprüngliche Form. Kugelformen durch Materialaufbau, da kann ich gut nachvollziehen, dass nahezu perfekte Kugeln entstehen; aber durch Abbau ohne mechanische Einwirkung?
Kann gut sein, dass ich daneben liege, aber von der Logik her...

Gruß Jörg

Offline Collector

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Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
« Antwort #36 am: 16 Aug 11, 10:21 »
Hallo

Wollsackverwitterungen haben absolut nichts mit Kugelbildungen der o.a. Art zu tun.  Wollsackverwitterungen treten überwiegend an sauren Gesteinen sowie an Sandstein auf und sind treffender mit "Kantenabrundungen" zu beschreiben. Der genaue Prozess ist sehr detailliert im hiesigen geologischen Portrait "Verwitterung und Erosion" beschrieben.

Keines der oben abgebildeten Basaltgebilde ist eine Kugel; Kugeln aus Basalt sind, soweit ich das nachvollziehen kann, nicht bekannt. Es gibt auch keine durch Verwitterungsprozesse entstandenen Basaltkugeln.
Selbstverständlich gibt es Lapilli und tw. sehr große Vulkanbomben, welche fast kugelförmig erscheinen; diese sind jedoch keine Basalte i.e.S.,  sondern Pyroklastite,  welche als Magma aus dem Vulkanschlot ausgeschleudert wurden und während des Fluges abkühlten. Genauer gesehen, sind diese Lapilli jedoch meist elliptisch oder tropfenförmig, so wie bereits erwähnt.

Gruß
collector

 

 

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