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Autor Thema: Zwischen Monte Tamaro und Monte Lemo, TI, CH  (Gelesen 4137 mal)

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Offline vanderheide

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Verehrte Mineralienkenner.
Der folgende Stein lag auf der Höhe, zwischen Monte Tamaro und Monte Lemo, Ti, CH (östlich vom Lago Maggiore).
Grösse: 150 X 90 X 40 mm
Hier ist man südlich der Insubrische Linie (Jorio-tonale-linie)!
Klar ist der Quarz zu erkennen. Alles weitere ist mir ein Rätsel.
Herzlichen Dank für Hinweise!
Gruss
Hans

Offline vanderheide

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Re: Zwischen Monte Tamaro und Monte Lemo, TI, CH
« Antwort #1 am: 07 Aug 11, 22:13 »
Hier folgen Detailaufnahmen (schön wie ein Aquarell!!)
Grösse der Aufnahmen ca 30 X 30 mm

Offline aca

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Re: Zwischen Monte Tamaro und Monte Lemo, TI, CH
« Antwort #2 am: 08 Aug 11, 02:49 »
Sieht ein bißchen aus wie Schriftgranit aus einem Pegmatit, von denen es in dieser Gegend ein paar gibt, z.B. http://www.mindat.org/loc-134441.html



Offline vanderheide

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Re: Zwischen Monte Tamaro und Monte Lemo, TI, CH
« Antwort #3 am: 14 Aug 11, 21:51 »
Hallo Amir,
Ich dachte, ich warte noch, vielleicht melden sich noch andere, aber das geschah nicht.
Herzlichen Dank für Deine Antwort! Schriftgranit ist ein Schlüsselwort für diesen Stein. Ich bin dem nachgegangen und je mehr Bilder ich sah, umso mehr hast Du mich überzeugt. Meine Neugier hört dann nicht auf, sondern beginnt erst. Wie kommt so etwas zustande?! Sieht so aus, als sei der reine Quarz fast flüssig geworden - geht denn das?
Besten Dank!
Gruss
Hans

Offline Jörg

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Re: Zwischen Monte Tamaro und Monte Lemo, TI, CH
« Antwort #4 am: 15 Aug 11, 20:35 »
Hallo Hans,

der Schriftgranit gehört zwar auch mit zu den Plutoniten, ist aber kein Granit sondern ein Pegmatit. Das Ursprungsgestein entsprach einem sauren Granit (deshalb der Quarzanteil in ihm). Bei Schriftgranit kühlte die Schmelze relativ schnell aus und Feldspäte wie auch Quarze kristallisierten fast gleichzeitig aus, kurz vor der Erstarrung des Gesteins. Deshalb die Formen des Quarz.
Schönes Stück - würd`ich behalten  :)

Glück Auf!
Jörg

Offline vanderheide

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Re: Zwischen Monte Tamaro und Monte Lemo, TI, CH
« Antwort #5 am: 17 Aug 11, 23:30 »
Hallo Jörg,
Besten Dank für deine Hinweise. Spannend! Du schreibst " kurz vor der Erstarrung kristallisiert", dann war der Zustand davor "dick-flüssig" und im "Fluss". Ich stelle mir so etwas vor wie Glas, das unter Hitze flüssig wird, dann wird könnte die Erstarrung das werden was es ist.
Gruss
Hans

Offline smoeller

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Re: Zwischen Monte Tamaro und Monte Lemo, TI, CH
« Antwort #6 am: 19 Aug 11, 09:36 »
Hallo,

Das Schlüsselwort beim Schriftgranit ist eutektikale Schmelze bzw. Eutektikum. Das ist ein ganz enger Bereich in Temperatur, Druck und Schmelzzusamensetzung, eigentlich fast ein Punkt,  in dem nach der Phasenregel solange keine Veränderung von Temperatur, Druck und Zusammensetzung von Festkörper (Kristalle) und Schmelze auftreten können, bis eine Phase (in dem Fall die Schmelze) verschwunden ist. Daher kommt es zu einer sehr schnellen, gleichzeitigen Kristallisation von Quarz und Mikroklin (Feldspat) in enger, orientierter Verwachsung. Die Form der Verwachsung resultiert daher, dass bestimmte Orientierungen/Flächen der Quarze für die Anlagerung von Feldspat energetisch besonders günstig sind.

Das Gestein in dem Vorliegenden Fall scheint bei der Faltung des Gebirges leicht metamorph überprägt zu sein, wobei es zu einer Verformung kam, aber nicht zu Neuwachstum von Mineralen.

Glück Auf!
Smoeller

 

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