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Autor Thema: Alaunsee Chomutov  (Gelesen 5737 mal)

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Offline Jochen1Knochen

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Alaunsee Chomutov
« am: 22 Aug 11, 21:00 »
Hallo!
Als ich heute ein Bad im Alaunsee Chomutov genommen hatte,habe ich eine Biene gerettet,welche dort hineingefallen war.Dummerweise habe ich sie mit meiner Rettungsaktion dem schnellen Tod durch Ertrinken entrissen um sie in einen qualvollen Todeskampf zu schicken!
Nach der Rettung versuchte sie sich wie wild die Augen und den Saugrüssel zu putzen,tanzte wie in Krämpfen herum und verendete erst nach ca. 20 min.Irgendwie wirkt der Alaun wohl ätzend oder?
Generell kann ja in der Suppe kein Leben existieren,ausser diesen kleinen Urtierchen-aber wieso ist dieses eine Prozent Alaun da drin so zerstörend auf das niedere Leben?
Da wäre ich schon dankbar,wenn mir das jemand erklären könnte.Ich möchte meinen edlen Körper da nicht unbedingt in Gefahr bringen ;D ;D
Gruss Jens

Offline Goldi85

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Re: Alaunsee Chomutov
« Antwort #1 am: 22 Aug 11, 21:26 »
Hallo,

ich würde mal vermuten das hängt damit zusammen, dass Insekten im Vergleich zu größeren Lebewesen (Menschen) eine größere Körperoberfläche im Vergleich zum Volumen (und damit Gewicht) haben. Volumen vergrößert sich halt mit der dritten Potenz. Demnach reagieren die Viecher dann auch empfindlicher auf die Aufnahme von Salzen. Soweit mein Erklärungsansatz. Bin mal gespannt, ob ich damit einigermaßen richtig liege...

Gruß  Daniel

Offline Emil Box

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Re: Alaunsee Chomutov
« Antwort #2 am: 23 Aug 11, 01:40 »
pH 2,5-2,9
http://www.kamencovejezero.cz/de/informationen/2
gefällt nicht jedem Lebewesen.
Gruß
Milo

Offline openpit

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Re: Alaunsee Chomutov
« Antwort #3 am: 23 Aug 11, 08:57 »
Hallo,

soweit ich mich entsinne denaturiert (Kalium-)Alaun Eiweiße, weiterhin wirkt es antibakteriell (Zerstörung von Symbiosen?) und das Chitin zerfällt bei niedrigen pH-Werten. Diese doch recht niedrigen pH-Werte sollten aber nicht einzig durch Alaun hervorgerufen sein.

Glück Auf!
openpit

Offline Jochen1Knochen

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Re: Alaunsee Chomutov
« Antwort #4 am: 24 Aug 11, 12:20 »
Hallo!
Die niedrigen ph-Werte werden wohl durch den Zersetzungsprozess des Markasites im angekratzten Braunkohleflöz hervorgerufen werden.
Über Alaun bekomme ich irgendwie keine rechte Vorstellung.
Das eine Prozent im Wasser kann doch wohl nur in Verbindung mit den anderen Gehalten eine solche Wirkung ausüben,oder,,,?Nehmen wir mal an,das eine Prozent Alaun wäre nicht da-würden sich dann Algen entwickeln können?
Oder anders ausgedrückt-versetze ich ein Gewässer mit 1 Prozent Alaun-stirbt die Natur darin ab?
Gruss Jens

Offline Emil Box

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Re: Alaunsee Chomutov
« Antwort #5 am: 24 Aug 11, 23:50 »
Es hat in etwa den pH-Wert von Kaffee, Wein, Erfrischungsgetränke.
Dauerhaftes Leben bei dem pH ist nur von Einzeller bekannt.
Viel vergnügen
Milo

Offline dendrocopos

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Re: Alaunsee Chomutov
« Antwort #6 am: 25 Aug 11, 09:18 »
Hallo,
das saure Wasser hat mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit etwas mir dem Braunkohlenbergbau zu tun. Gerade wenn kein oder nur sehr geringe Mengen an "Frischwasser" zugeführt werden, kommt es zu solchen Reaktionen, welche durch Metalle, hier Markasit, ausgelöst werden. Bespiele dafür sind die vielen Tagebaurestseen in der Lausitz und im Mitteldeutschen Raum. Dort bewegen sich die ph-Werte des Wassers in Seen ohne Fremdwasserflutung auch in Bereichen um ph 3. Aktuellste Listen dazu findet man auf der Seite:
http://www.lmbv.de    im Bereich Wasserwirtschaft.

Glückauf !

Frank
http://de.wikipedia.org/wiki/Bergbaubedingte_Versauerung_von_Grund-_und_Oberfl%C3%A4chenwasser

Offline Schlacke

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Re: Alaunsee Chomutov
« Antwort #7 am: 25 Aug 11, 17:01 »

Hi,

der Alaunsee ist ein Relikt der Alauschiefergewinnung. Im Komotauer Tertiärbecken treten die von Schwefelkies durch- setzen Tonschiefer mit einer Mächtigkeit von bis zu 20 m auf. Die Schiefer bilden dunkelbraune , feinblätterige , von un- regelmäßigen Braunkohleneinlagerungen oder Spärosideriten durchsetzte Schichten. Sie sind nichts anderes als die Aus- bisse der vertaubten Liegendschichten des miozänen Braunkohlenhauptflözes.
Die Verarbeitung zu Eisenvitriol, Schwefelsäure und Alaun war bedeutend und bereits seit 1562 archivalisch nachweisbar.

Quelle: Heimatkunde des Kreises Komotau, 2. Bd., Heft 7: Bergbau, Komotau: 1941, Verf. M. L. Eiselt

Glückauf!

Schlacke

Offline Jochen1Knochen

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Re: Alaunsee Chomutov
« Antwort #8 am: 26 Aug 11, 15:59 »
Hallo!
Anhand eurer Antworten ersehe ich,das ihr nur den niedrigen ph-wert für das nichtvorhandene Leben im See in Betracht zieht.
Anscheinend spielt das Alaun im Wasser nur die untergeordnete Rolle der Bakterienunterdrückung und als  Touristenmagnet.
Weiterhin bindet das Alaun wohl die Schwebstoffe im Wasser,wodurch das Wasser relativ klar ist.Der Schlamm am Grund ist dann allerdings etwas gewöhnungsbedürftig :-\
Gruss Jens

 

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