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Autor Thema: Mineral aus dem Elzing (Dolomit? oder doch Feldspat?) / Feldspat (Orthoklas)  (Gelesen 4129 mal)

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Offline minpol

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Hallo Sammlerfreunde und Kenner der Elzing-Paragenese,

ich habe letztes Jahr im Elzing einen Pegmatit gefunden, der ein paar schöne Mineralstufen hervorgebracht hat. Nun rätsle ich, um was es sich hierbei handelt. Ich habe noch keine Untersuchungen durchgeführt und tippe rein vom Aussehen her auf Dolomit (könnte aber auch ein Feldspat sein, aber welcher? Für Albit sehen die Kristalle merkwürdig aus :( ). Was mir aber komisch vorkommt, ist die Größe, wenn es Dolomit sein soll. Die einzelnen Kristalle sind bis über 2 cm groß. Ich kenne Dolomit vom Elzing nur als kleine wenige mm große weiße Kristalle. Zudem sind die Kristalle hier scheinbar "verbogen", also im Wachstum verdreht (Bild 1). Dieses Mineral ist auch verwachsen mit dem Orthoklas und befindet sich teilweise an der Basis von Turmalinkristallen (hab ich grad kein Bild zur Hand).  Ist Auf Bild 1 und und Bild 2 das gleiche Mineral??? Die Stufe auf Bild 1 ist ca. 10 cm breit und das fragliche Mineral sitzt auf Orthoklas.

Was denkt Ihr, was es ist??? Ich danke euch für eure Hilfe.

MfG minpol
« Letzte Änderung: 01 Apr 16, 11:25 von oliverOliver »

Offline geomueller

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Re: Mineral aus dem Elzing (Dolomit? oder doch Feldspat?)
« Antwort #1 am: 02 Sep 11, 17:42 »
Hallo,
dürfte alles Orthoklas sein, auf Bild 2 unten rechts sitzt ein Schörl. So in dieser Ausbildung typisch für Prgmatitdrusen vom Elzing.

Gruß Jürgen

Offline minpol

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Re: Mineral aus dem Elzing (Dolomit? oder doch Feldspat?)
« Antwort #2 am: 02 Sep 11, 17:49 »
Hallo,
dürfte alles Orthoklas sein, auf Bild 2 unten rechts sitzt ein Schörl. So in dieser Ausbildung typisch für Prgmatitdrusen vom Elzing.

Gruß Jürgen

Handelt es sich dann hier um zwei Generationen von Orthoklas? In Bild 1 sitzt diese "Rosette" mit den Kristallen, die ich für Dolomit gehalten habe auf einem großen Orthoklas, den man auch als solchen gut erkennt. Es gibt auch Farbunterschiede zwischen dem Mineral und dem großen Orthoklas (also an den Verwachsungsstellen erkennt man gut, dass es zwei verschiedene Dinge sind). Gibt es eventuell Literatur in der zwei Generationen von Orthoklas vom Elzing beschrieben werden?

Offline minpol

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Re: Mineral aus dem Elzing (Dolomit? oder doch Feldspat?)
« Antwort #3 am: 02 Sep 11, 18:07 »
Hier noch mal zwei Bilder. Bild 3 zeigt wieder diese "verbogenen" Kristalle (Stufe ca. 5 cm). Die glänzen auch anders, als die großen Orthoklase. Könnte das dann ein Albitüberzug sein? In Bild 4 kommts mir dann auf das hellgelb/weißliche Mineral an, das meiner Meinung nach die gleiche Ausbildung hat, wie das in Bild 2 und farblich deutlich anders ist, als der restliche Orthoklas. Auch albitüberzogener Orthoklas?

Ich kenne mich leider mit den erscheinungsformen der Mineralien vom Elzing nicht sonderlich gut aus. Mir viel nur auf, dass dieses Mineral anders aussieht (Kristallform, Farbe,...) als die typischen großen Orthoklase.

Offline minpol

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Re: Mineral aus dem Elzing (Dolomit? oder doch Feldspat?)
« Antwort #4 am: 02 Sep 11, 18:33 »
Hier sieht man mal, wie so eine "Rosette" auf einem großen Orthoklas sitzt bzw. halb eingewachsen ist (Bild 6 ist Detail von Bild 5). Farblich dachte ich anfangs auch an Orthoklas, aber ich bin noch nicht überzeugt. Mh...
« Letzte Änderung: 01 Apr 16, 11:23 von oliverOliver »

Offline smoeller

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Re: Mineral aus dem Elzing (Dolomit? oder doch Feldspat?)
« Antwort #5 am: 02 Sep 11, 19:25 »
Hallo,

Denke auch, es handelt sich um Orthoklas oder Mikroklin (Kalifeldspat). Einige Kristalle in den Rosetten sehen fast rhomboedrisch aus, für Feldspäte nicht häufig. Aber bei tieftemperierten Bildungen kann das schon mal vorkommen. Man vergleiche die Paradoxite der Quarzgänge von Euba und Niederwiesa bei Chemnitz.

Dolomit kommt in ähnlicher Form  auch im Elzing vor. 2001 konnte ich einige Stufen bergen. Aber die Dolomite waren durchweg eher beige bis gelblichbraun, nicht so rotbraun. Auch die enge Verwachsung deiner Stücke mit Schörl und Biotit spricht eher für Feldspat.

Ein Test wäre möglich: Mit einer Nadel ein wenig Pulver abkratzen und einen Tropfen 10%-ige Salzsäure drauf. Dolomitpulver sollte lebhaft aufbrausen, Feldspat nicht.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Jochen1Knochen

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Re: Mineral aus dem Elzing (Dolomit? oder doch Feldspat?)
« Antwort #6 am: 02 Sep 11, 19:54 »
Hallo!
Das ist sicher Feldspat!
Da hast du echt schön gefunden!Hast du die Druse auch fotografiert?
Gruß Jens

Offline geomueller

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Re: Mineral aus dem Elzing (Dolomit? oder doch Feldspat?)
« Antwort #7 am: 02 Sep 11, 20:21 »
Hallo,
also nach den weiteren Bildern besteht für mich kein Zweifel mehr, Feldspat (Orthoklas) in zwei Generationen mit wahrscheinlich verschiedenen Temperaturphasen!

Jürgen

Offline minpol

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Re: Mineral aus dem Elzing (Dolomit? oder doch Feldspat?)
« Antwort #8 am: 02 Sep 11, 21:36 »
Danke für die Antworten. Ich hatte ursprünglich auch mal an zwei Generationen von Feldspat gedacht mit einer Niedertemperaturform (eben wegen der gedreht rhomboedrischen Form). Ich habe die Stücken dann einem Sammler gezeigt, der mich auf den Trichter gebracht hat, dass es Dolomit sein könnte (eben auch wegen der Form). Deswegen wollte ich mal paar Meinungen dazu hören. Manchmal sollte man sich auf sein Bauchgefühl verlassen :) Das erklärt dann auch die enge Verwachsung der beiden Feldspäte untereinander. Ich werde morgen mal den Säuretest machen und das Ergebnis bekannt geben, sobald ich wieder online bin. Den Hohlraum habe ich auch fotografiert. Da waren noch andere Mineralien drin, die ich hier aber nicht alle einstellen möchte. Kurz: Rauchquarz, Schörl, Glimmer (Muskovit) und eben die zwei Feldspäte. Bis auf die beiden Feldspäte denke ich, dass es ein typischer Pegmatit für den Elzing war.

 

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