Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición > Zeugen des Bergbaus / evidence of mining

Halde über Förderstrecke

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endeavour-minerals:
Hallo an die Bergbau Experten,

war es üblich, Abraum über einer Förderstrecke abzulagern? Wenn dies so war, hat man doch letztendlich den jeweiligen Stollen künstlich verlängert und somit komplett in Ausbau gestellt? Liege ich mit meiner Annahme richtig? Oder war die Halde eventuell früher da und man hat dann eine mögliche neue Förderstrecke angesetzt und musste dann sich durch altes Haldenmaterial arbeiten? Dies würde aber auch bedeuten dass man einen Stollen zum Teil komplett in Verzimmerung stellen musste.

Glück auf Ingo

Kluftknacker:
So richtig klar komme ich mit der Frage nicht.
Sicherlich wurde - wenn möglich - der Abraum als Versatz in die leeren Grubenräume eingebracht, auch "über" der Strecke, dann aber mit Ausbau, so dass der Abraum nicht auf die Stollensohle herunterfällt  ;)
Aber, was meinst Du mit "Halde" und "künstlicher Verlängerung"? Das Auffahren von Förderstrecken durch einen Alten Mann halte ich für äußerst ungewöhnlich, besonders wg. der komplizierten, nächträglichen Ausbauten.

Kluftknacker

endeavour-minerals:
Das „Problem“ ist auch zugegeben, etwas schwierig zu erklären.
Ich habe laut Plan einen Stollen, der als Förderstrecke diente, der im flachen Gelände ansetzt. Laut Plan befindet sich an den Stollen, auch jede Menge Abraum, selbiger ist aber nicht eingezeichnet, sondern nur als Ablagerung bezeichnet.  Bei einen Erkundungschurf traf ich aber nur auf „Haldenmaterial“, wo eigentlich hätte Stollen sein müssen, laut Plan! Deshalb die Frage nach den 2 Varianten, also entweder die Halte, wurde angelegt mit den aus den Stollen heraus gebrachten Material, also ober drüber abgelagert. Oder an der Stelle gab es schon eine alte Halte und die „neue Strecke“ wurde durch die alte Halte durchgeführt. Alle beiden Varianten haben aber eine entsprechend lange Verzimmerung zur Folge, die ja auch damals Kosten verursachte. Oder hat man früher in solchen Fällen so verfahren, das man eine solche Strecke komplett geöffnet hat, also eine Art Graben gezogen hat um bis an festes Gestein zu kommen. Aber ein entsprechender Graben, würde nicht mit dem Plan übereinstimmen.

Ingo

Kluftknacker:
Jetzt sehe ich, was Du meinst.
Meine Antwort: Keiner der beiden Fälle. Ich reche damit, dass das Mundloch einfach später mit Haldenmaterial zugeschoben wurde.

Keiner lagert Abraum über dem Mundloch (mit Ausbau) oder durchfährt eine bestehende Halde. Die wird normalerweise schnell weggeräumt.

Kluftknacker

giantcrystal:
Leider Irrtum, euer Ehren ;-)

Es gibt durchaus den Fall, das man gezielt einen Stollen durch einen Haldenkörper gebaut hat, um diesen dann anschließend ohne weitere Probleme einfach höher schichten zu können. Teilweise hat man sogar zuerst einen "Luftstollen" gebaut mit schöner stabiler Ausmauerung, und dann den Haldenkörper darüber aufgeschichtet.

Beispiele finden sich an vielen Stellen, u.a. im Steinzeichen Steinbergen ("Der Vulkanstollen'), in Marienhagen im Hils oder auch in Modum in Norwegen

Hängt alles von den räumlichen Verhältnissen vor Ort ab...

Glück Auf

Thomas

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