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Autor Thema: Pyrit/Arsenopyrit  (Gelesen 10227 mal)

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Offline Krizu

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Re: Pyrit/Arsenopyrit
« Antwort #15 am: 13 Oct 11, 11:39 »
Hi,

imho fast richtig. Wenn aus irgend einem Grund das "Gleichgewichts-Zustandsdiagramm" überlistet wird, z.B. durch reale Kristallisation ;-) gilt das normale Zustandsdiagramm für die geologischen Zeiträume wieder, z.B. Mischungslücken. Siehe TiO2-Lamellen oder Fe2O3-Lamellen in Ilmenit.

Ich habe im ternären System S-Fe-As nur zwei Arbeiten aus den 60zigern gefunden. Beide ohne Mischkristallbildung

MfG

Frank

Offline uwe

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Re: Pyrit/Arsenopyrit
« Antwort #16 am: 13 Oct 11, 15:12 »
Das sich Pyrit nach Arsenopyrit aus der hydrothermalen Lösung ausscheidet, habe ich noch nicht bewußt beobachtet. Das beantwortet aber meine Frage nur halb. Ich wollte wissen, ob Arsenhaltiger Pyrit bzw. schwefelhaltiger Löllingit bekannt sind. Arsenopyrit stände da ja in der Mitte. Die Kristallgitter der 3 Minerale sind unterschiedlich, aber das mit den "reine" Kristallgittern gibt es wohl sowieso nur in der Theorie. Wenn mir einer sagt: "Nein, das wurde wissenschaftlich noch nicht festgestellt." gebe ich mich zufrieden.

Warum wurden die (für Laien komplizierten) Phasendiagramme ins Spiel gebracht, obwohl sie für hydrothermale Systeme nur bedingt zutreffen?

Uwe

Offline Krizu

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Re: Pyrit/Arsenopyrit
« Antwort #17 am: 13 Oct 11, 15:42 »
Hallo,

weil sie für die Festkörper in meinen Augen wieder zutreffen. Der Festkörper muss gehorchen.

So was habe ich hier (wg. Copyright darf das Bild nicht erscheinen) für das System Fe-S-As bei 600°C gefunden:
Asp = arsenopyrite; Lo = loellingite; Po = pyrrhotite; Py - pyrite ohne Mischkristalle.

Siehe:
G. Kullerud, Fortschr. Mineral., 41 [2] 221-270 (1964).
L. A. Clark, Econ. Geol., 55 [7] 1345-1381 (1960).

HTH

Frank

« Letzte Änderung: 13 Oct 11, 15:57 von Krizu »

Offline cmd.powell

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Re: Pyrit/Arsenopyrit
« Antwort #18 am: 13 Oct 11, 16:55 »
Das sich Pyrit nach Arsenopyrit aus der hydrothermalen Lösung ausscheidet, habe ich noch nicht bewußt beobachtet.

Die meisten Mineralestufen, die den Weg in Sammlungen finden, sind aus wässrigen Lösungen abgeschieden worden, also hydrothermal. Da machen Pyrit und Arsenopyrit keine Ausnahme. Nur weil Pyrit und andere Erze an der Luft bei wasserkontakt häufig schnell verwittern heist das noch lange nicht, das Wasser bei deren Bildung abwesend war. Was defintiv abwesend war ist freier Sauerstoff, der hätte die Bildung der meisten (oder aller ?) sulfidischen Erze verhindert.
Es gibt natürlich auch Fundstellen, wo Pyrit aus einer Schmelze kristallisiert ist, z.B. die Philips Mine, wo ich 2005 mal sammeln konnte. Allerdings ist aus der Schmelze auskristallisierter Pyrit eher unspektakulär weil massiv und derb. Bei solch einer Schmelze gilt dann das Phasendiagramm.

Offline uwe

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Re: Pyrit/Arsenopyrit
« Antwort #19 am: 14 Oct 11, 16:08 »
Hallo Frank "Krizu",

Das von Dir zitierte Diagramm ist bestimmt interessant. Ich verstehe schon, daß copyroght eine unauthorisierte Veröffentlichung nicht erlaubt. Ich würde mich aber sehr freuen, wenn Du mal mit wenigen Worten erklären könntest, was die Herren Kullerud und L.A. Clark damit zum Ausdruck gebracht haben. Die Journale: "Fortschrittliche Mineralogie" und "Economical Geology" (ich nehme mal an die heisen so) stehen mir leider nicht zur Verfügung.

Gruß
Uwe