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Autor Thema: Bleierzwerke Manteuffel  (Gelesen 4269 mal)

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Offline berthold

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Bleierzwerke Manteuffel
« am: 20 Oct 11, 10:25 »
Hallo,

in einer Literaturquelle *) ist von einem (Versuchs-) Bergwerk der "Bleierzwerke Manteuffel" bei Woppenrieth in der Oberpfalz die Rede. Ich suche nun nach Informationen zu dieser Firma, also Firmensitz, Besitzer usw. Besonders von Interesse ist für mich die Frage: Wann war diese Firma aktiv? 

Ich bin für jeden Hinweis dankbar.

Gruß
Berthold

*) BAUBERGER, W. (1993) Erläuterungen zum Blatt Nr. 6439 der Geologischen Karte von Bayern 1:25.000. München, 104 S.

Offline berthold

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Re: Bleierzwerke Manteuffel
« Antwort #1 am: 24 Oct 11, 08:34 »
Hallo,

hat denn niemand etwas von einer Firma "Bleierzwerke Manteuffel" gehört/gelesen  :'(

Jeder -ggf. auch beiläufige- Hiweis hilft mir weiter.

Gruß
Berthold

Online giantcrystal

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Re: Bleierzwerke Manteuffel
« Antwort #2 am: 24 Oct 11, 13:34 »
Hallo Berthold

ich habe mal ein wenig in meinem Archiv gesucht, leider Fehlanzeige

Weiterhelfen könnte vielleicht der Hinweis auf die Aktivitäten der Familie Manteuffel im Kalibergbau im Raum Stassfurt. Vielleicht weiß dort ja ein freundlicher Archivar mehr über weitere bergbauliche Aktivitäten der Familie...?

Glück Auf

Thomas

P.S. : Das Ergebnis würde mich auch einmal interessieren ;-)

Offline Kluftknacker

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Re: Bleierzwerke Manteuffel
« Antwort #3 am: 24 Oct 11, 13:58 »
Hallo,

in solchem Fall ginge mein Weg direkt zum Stadtarchiv(ar) - sofern in diesem Nest vorhanden - u.U. zum Standes- oder Pfarramt. Letztere pflegen erstaunlich detaillierte Chroniken, in denen vielleicht einige Daten zu entnehmen sind. Im übrigen sollte der "Versuchsbergbau" bei zuständigen Bergamt hinterlegt bzw. dokumentiert worden sein. Können die denn nicht helfen?
Kluftknacker

Offline berthold

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Re: Bleierzwerke Manteuffel
« Antwort #4 am: 24 Oct 11, 16:45 »
Hallo,

vielen Dank für die Anregungen.

Laut Auskunft sind im Bergamt Bayreuth keine Unterlagen mehr vorhanden (die waren angeblich noch 1993 dort, sind in meiner Quelle ja zitiert). In den kleinen Orten existiert m.W.n. kein Archiv, an Bergbauunterlagen über den Altlandkreis Vohenstrauß (zu dem gehörte das fragliche Versuchsbergwerk) bin ich nicht gekommen - immer nur Hinweis auf Zuständigkeit des Bergamsts. Über Standes- oder Pfarrämter verspreche ich mir nichts, da der Versuch von einer externen Firma (eben Bleierzwerke Manteuffel) kam und nur von kurzer Dauer war. In den Ortschroniken der größeren Nachbarorte ist nichts verzeichnet.

Jetzt habe ich noch das Bergbaumuseum in Staßfurt angeschrieben, mal sehen ob die was über die Betreiberfirma "Bleierzwerke Manteuffel" wissen.

Gruß
Berthold

Offline harzforelle

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Re: Bleierzwerke Manteuffel
« Antwort #5 am: 24 Oct 11, 19:15 »
Hallo,
in Stassfurt sitzt auch das LABG S-A (Landes amt für Bergwesen und Geologie) die müssten Bescheid wissen über die Grubenbetreiber im Raum Stassfurt/Leopoldshall, da habe ich schon von der Fam. Manteuffel gehört.
Vielleicht auch einfach bei Books.Google.com mal suchen, da findet sich was unter "Zeitschrift_für_das_Berg_Hütten_und_Salinenwesen "

GA Jochen

Offline Schlacke

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Re: Bleierzwerke Manteuffel
« Antwort #6 am: 25 Oct 11, 11:03 »

Hallo,

zu 'von Manteuffel' und 'Staßfurt' wäre folgendes zu sagen:

Freiherr Otto Theodor von Manteuffel (1805-1882) war von 1848 bis 1858 Preußischer Ministerpräsident.

"Anfang des Jahres 1852 fand die feierliche Taufe der beiden Schächte in Anwesenheit des Ministerpräsidenten und des Staatsministers August von der Heydt auf deren Namen statt".

Quelle: Hoffmann, D.: Elf Jahrzehnte Deutscher Kalisalzbergbau, Essen: 1972 (S. 13)

Glückauf!

Schlacke

Offline berthold

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Re: Bleierzwerke Manteuffel
« Antwort #7 am: 25 Oct 11, 11:17 »
Hallo,

vielen Dank. für die Info. Das bedeutet, dass der Name "Manteuffel" also zumindet in Staßfurt nicht in dirketer Verbindung mit einer Bergbaufirma steht. Auch zeitlich passt der Vorgang nicht mit meinen Bleierzwerken Manteuffel zusammen.  :'(

Zur groben zeitlichen Einordnung: Die gesuchten "Bleierzwerke Manteuffel" müssen in der ersten Hälfte des 20. Jh. aktiv gewesen zu sein.

Gruß
Berthold

Online giantcrystal

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Re: Bleierzwerke Manteuffel
« Antwort #8 am: 25 Oct 11, 11:31 »
Hallo Berthold

wie wäre es denn mit der Kontaktaufnahme mit diesem Herrn ?

http://de.wikipedia.org/wiki/Anselm_Doering-Manteuffel

Viel Erfolg und Glück Auf

Thomas

Offline berthold

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Re: Bleierzwerke Manteuffel
« Antwort #9 am: 25 Oct 11, 16:54 »
Hallo Thomas,

Zitat
wie wäre es denn mit der Kontaktaufnahme mit diesem Herrn ?
http://de.wikipedia.org/wiki/Anselm_Doering-Manteuffel

Danke für den Tip - mail ist unterwegs.

Gruß
Berthold

Offline berthold

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Re: Bleierzwerke Manteuffel
« Antwort #10 am: 26 Oct 11, 11:54 »
Hallo,

Prof. Dr. Doering-Manteuffel schreibt: "Ich selbst habe keinerlei Kenntnis, um wen es sich handeln  könnte, und wüsste auch nicht, wie man nähere Informationen erhält." und schildert dass seine Famile bereits ab ca. 1870 den DoppelnamenDoering-Manteuffel  trägt. Auch gibt es "Manteuffels" überall (sogar USA).

Ein netter Kontakt, aber in der Frage komme ich nicht weiter.

Gruß
Berthold

Online giantcrystal

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Re: Bleierzwerke Manteuffel
« Antwort #11 am: 26 Oct 11, 15:27 »
Hallo Berthold

Ok, schade...

Hier der nächste Tipp : ;D

http://www.verwandt.de/karten/absolut/manteuffel.html

Dabei tauchen auch ein paar Manteuffels in der Oberpfalz auf. Vielleicht wissen die ja etwas ?

Weiterhin viel Erfolg

Glück Auf

Thomas

Offline Schlacke

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Re: Bleierzwerke Manteuffel
« Antwort #12 am: 27 Oct 11, 16:28 »

Nach vielen Irrwegen, hier ein Wegweiser zum Ziel:

In Bayern ist unter dem Namen "Manteufelgrube" in den Gemeinden Woppenrieth, Döllnitz, Lerau und Preppach, Bezirksamt Vohenstrauß im Regierungsbezirk Niederbayern und Oberpfalz das Bergwerkseigentum in einem Felde von 76.9 ha zur.....
Leider endet hier der Hinweis von Google.
Die Quelle: Zeitschrift für praktische Geologie, Bd. 46 (1938), keine Seitenangabe.

Daraus ist folgender Schluss zu ziehen:
Bergrechtsverleihungen finden ihren Niederschlag als Grundbucheintrag, daraus wäre ersichtlich, wem das Feld verliehen worden ist und welche Flurstücke es umfasst.  Zuständiges Grundbuchamt, das normalerweise beim Amtsgericht geführt wird ist in diesem Falle Vohenstrauß.

Um Spekulationen mit Grubenfeldern zu unterbinden, galt in Bayern von 1918 bis 1943 das sog. Grubenfeldabgabegesetz für Felder in denen kein Betrieb umging.  Hier wären Recherchen bei der zuständigen Finanzverwaltung erforderlich.

1934 wurde das sog. Lagerstättengesetz erlassen, d. h. die Durchforstung des Reichsgebietes nach nutzbaren Lager- stätten war damit angeordnet. Anfang 1935 ging das Bergwesen auf das Reich (Berlin) über und die geologischen Landesämter bzw. Oberbergämter traten in Aktion. Der Grubenfeldname "Manteufel" könnte auf eine Aktivität seitens des Reiches hindeuten.
Quelle: Das Bayerische Oberbergamt und der bayerische Bergbau, Brilon-Basel: 1960, S. 17-22

In den Veröffentlichungen des Geologischen Landesamtes in München, hier speziell in der Geologica Bavarica, Bd. 77 u. 91
tauchen die o. a. Ortschaften nicht auf. Es bleibt dem ortskundigen Mineralienfreund die Möglichkeit hier nach Spuren zu suchen.

Glückauf!

Schlacke

Offline StefanO

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Re: Bleierzwerke Manteuffel
« Antwort #13 am: 27 Oct 11, 16:40 »
In Bayern ist unter dem Namen "Manteufelgrube" in den Gemeinden Woppenrieth, Döllnitz, Lerau und Preppach, Bezirksamt Vohenstrauß im Regierungsbezirk Niederbayern und Oberpfalz das Bergwerkseigentum in einem Felde von 76.9 ha zur.....

...Gewinnung der in ihm vorkommenden Blei- und Zinkerze verliehen worden.

Seite 228. Das war es mit der Notiz, keine weiteren Infos darin.

Gruss,
Stefan

Offline berthold

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Re: Bleierzwerke Manteuffel
« Antwort #14 am: 27 Oct 11, 16:54 »
Hallo,

vielen Dank, das Zitat setzt sich wie folgt fort:

In Bayern ist unter dem Namen "Manteufelgrube" in den Gemeinden Woppenrieth, Döllnitz, Lerau und Preppach, Bezirksamt Vohenstrauß im Regierungsbezirk Niederbayern und Oberpfalz das Bergwerkseigentum in einem Felde von 76.9 ha zur Gewinnung der in ihm vorkommenden Blei- und Zinkerze verliehen worden.   (im nächsten Satz geht es bereits um Polen)

Die zeitliche Einordnung (1938) hilft mir schon gut weiter. Auffällig ist die Schreibweise "Manteufelgrube" und nicht -wie in meiner Quelle- "Manteuffel" - muss aber nichts bedeuten.

Die Grube ist in der geologischen Karte eingetragen und von mir im Gelände auch aufgefunden worden. Unscheinbare Bleiglanz- und Zinkblende-Proben von dort finden sich im Stadtmuseum in Pleystein (Lehner-Sammlung)

Vielen Dank für die wertvollen Hinweise.

Gruß
Berthold

 

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