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Autor Thema: Hilfe bei Bestimmung von vier Geschieben  (Gelesen 8884 mal)

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Offline Sprotte

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Re: Hilfe bei Bestimmung von vier Geschieben
« Antwort #15 am: 26 Oct 11, 12:44 »
Hallo Jörg,

du hast natürlich recht: Die Bezeichnung "Granitporphyr" kann irreführend sein, da sie ein Vulkanit suggeriert. Besser wäre es aus meiner Sicht Granite mit feinkörniger Grundmasse und großen Einsprenglingen prinzipiell als "porphyrische Granite" und nicht als Granitporphyre zu bezeichnen. Mir ging es lediglich um die Abgrenzung von +/- gleichkörnigen Aland-Graniten von porphyrischen Varianten.

Viele Grüße
Sprotte

Offline Jörg

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Re: Hilfe bei Bestimmung von vier Geschieben
« Antwort #16 am: 26 Oct 11, 14:01 »
Hallo Sprotte,

Zitat
Besser wäre es aus meiner Sicht Granite mit feinkörniger Grundmasse und großen Einsprenglingen prinzipiell als "porphyrische Granite" und nicht als Granitporphyre zu bezeichnen.

Dein Vorschlag trifft das Problem exakt! Eine Namensgebung wie von Dir vorgeschlagen, wäre auch meines Erachtens weniger irreführend.

Glück Auf!
Jörg

Offline Matthias

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Re: Hilfe bei Bestimmung von vier Geschieben
« Antwort #17 am: 26 Oct 11, 14:20 »
Hallo,

drei Sachen vielleicht noch:

1) Danke für die kleine Diskussion der letzten Beiträge. Ich hatte mit "Aland-Granitporphyr, Ringquarzporphyr" jetzt zwar die richtige Benennung im
Verzeichnis, aber die Abteilung war mit "Magmatit -> Vulkanit" noch falsch. Werde das nun zu "Magmatit -> Plutonit" stellen (eben mit porphyrischem
Gefüge). Das Problem dabei ist auch, dass er im SMED auch unter den Porphyren steht und somit leicht automatisch zu den Vulkaniten "rutscht".

2) Ich habe gestern im gleichen Gestein nochmal nach "ein oder mehreren grünlichen Plagioklas-Einsprenglingen" gesucht aber nichts gefunden. Was
würde ich daraus erfahren (Sprotte)?

3) Danke für die Bestätigung der Benennung des Rapakivi-Granit von Aland. Dazu vielleicht auch noch eine Frage. Ist mit dem Begriff "Wyborgit" nur
ein Typus (Alkalifeldspat mit Plagioklassaum) oder Typus UND Lokalität (Alkalifeldspat mit Plagioklassaum aus der Region um Wyborg) verbunden?
(((Dazu fehlt vielleicht was im Lexikon?)))

Gruß und Danke für die Erleuchtungen
Matthias






Offline Breker

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Re: Hilfe bei Bestimmung von vier Geschieben
« Antwort #18 am: 27 Oct 11, 00:31 »
1. Granitporphyr = Ganggestein (alt)/ Protovulkanit (neu), also weder ein Plutonit noch ein Vulkanit.

2. aufschlagen.

3. VORMA 1971 Alkali feldspars of the Wiborg rapakivi massif in SE Finland
SIMONEN & VORMA 1969 Amphibole and biotite from rapakivi
VORMA & PAASIVIRTA 1979 Contribution to the mineralogy of rapakivi granites I. Zircon of the Laitila rapakivi, SW Finland
VORMA 1975 On the roof pendants in the Wiborg rapakivi massif, SE Finland
VORMA 1976 On the petrochemistry of rapakivi granites with special reference to the Laitila massif, SW Finland
VORMA 1972 On the contact aureole of the Wiborg rapakivi massif in SE Finland
TAPANI RÄML 1991 Petrogenesis of the Proterozoic rapakivi granites and related basic rocks of SE Fennoscandia: Nd and Pb isotopic and general geochemic constrains

PS: warum eigentlich Aland, noch niemand auf den Rödöinseln gewesen?
« Letzte Änderung: 27 Oct 11, 00:39 von Breker »

Offline Jörg

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Re: Hilfe bei Bestimmung von vier Geschieben
« Antwort #19 am: 27 Oct 11, 10:12 »
Hallo,

Zitat
warum eigentlich Aland, noch niemand auf den Rödöinseln gewesen?

Weil die Quarze in den Rödö`s nicht so zoniert sind.

Glück Auf!
Jörg

Offline Matthias

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Re: Hilfe bei Bestimmung von vier Geschieben
« Antwort #20 am: 27 Oct 11, 14:43 »
@Breker:
zu 1) aha, ok.

zu 2) es liegt kein zettel drin, auf dem steht was ich draus erfahren würde.

zu 3) nun ja, hmmm

Gruß
Matthias

Offline Breker

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Re: Hilfe bei Bestimmung von vier Geschieben
« Antwort #21 am: 27 Oct 11, 14:59 »
@ Jörg: die dunklen Ränder kommen von "verspeisten" mafischen Gesteinen. Bei Aland sind es Basalte, bei Rödö halt mitunter Metasedimente mit hohem mafischen Anteil.

Was es jedoch bei Aland nie (!) gibt sind helle Quarze, weder die er ersten noch die der 2. Generation.

@ Matthias: Steine sind Bücher, man muß sie nur aufschlagen. ;D  Zettel sind blos Lesezeichen, damit man weiß wo man war....

Offline Jörg

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Re: Hilfe bei Bestimmung von vier Geschieben
« Antwort #22 am: 27 Oct 11, 16:15 »
@ Breker

Wer behauptet, dass im Aland-QP helle Quarze stecken sollten? - Kann ich nicht finden. Die werden bei dem gezeigten Fund schon eine diesbezügliche Farbe aufweisen. Aber: Für Aland ganz typisch sind die korrodierten Oberflächen der Quarze, die an zerbrochene Fensterscheiben erinnern und diese auf der Gesteinsoberfläche sehr hell erscheinen lassen, wie das Foto zeigt.

Wie in diesem Forum üblich, dem guten Ton und der Höflichkeit halber:
Glück Auf!
Jörg

Offline Sprotte

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Re: Hilfe bei Bestimmung von vier Geschieben
« Antwort #23 am: 27 Oct 11, 16:17 »
Hallo,

bzgl. der Einordnung Aland oder Rödö geben ich zu bedenken, dass es sich um ein Geschiebe handelt, das am Strand gefunden wurde ("Fundort: nördlich Sassnitz/Rügen (Kreideküste)"). Strandsteine schlagen infolge des Wellenschlages aneinander, wodurch die Quarze "zertrümmert" werden, und als Folge der Lichtstreuung an den zahlreiche inneren Rissen hell erscheinen (egal ob sie nun im Innern dunkel oder hell sind). Weiterhin sind mir bisher Gesteine von Rödö mit derartig zonierten Quarzen (wie Jörg bereit bemerkt hat) noch nicht untergekommen - ich lass mich aber gern eines Besseren belehren. Außerdem sind Geschiebe von Rödö um Größenordnungen seltener als Geschiebe von Aland (was aber natürlich nicht heißen soll, dass damit alle vergleichbaren Gesteine automatisch Aland zuzuordnen wären).

Viele Grüße
Sprotte

Offline Sprotte

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Re: Hilfe bei Bestimmung von vier Geschieben
« Antwort #24 am: 27 Oct 11, 16:20 »
Hallo Jörg,

ich hatte auch gerade geschrieben, als du geantwortest hast (ich habe also deinen Beitrag es danach gelesen).

Viele Grüße
Sprotte

Offline Breker

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Re: Hilfe bei Bestimmung von vier Geschieben
« Antwort #25 am: 27 Oct 11, 16:25 »
Hallo Jörg,

ich sehe an dem Stück keine dunklen Quarze (was natürlich nichts heißen muß), wie sprotte ja auch anmerkt ist die Bestimmung von Geschieben ohne frischen Bruch ein Eiertanz der  Leute die zu helfen versuchen (und wird vom Beitragsersteller hervorgerufen). Dass Quarze beim Kontakt mit anderen Gesteinen splittern ist übrigens nicht nur bei Alandquarzen so  :) Die Korrosion der 1. Generation Quarze findet übrigens bei vielen Rapakivis +- deutlich statt. Nur werden dabei selten dunkle Minerale angelagert. Aber solche dunklen Säume (keine Zonierung) habe ich auf der Roten Insel (selten) auch schon gesehen.

Hallo Sprotte,

Rödö ist häufiger als man denkt... Allerdings machen typische Rödögesteine nur etwa 20% der im Geschiebe findbaren Rödögesteine aus. (Bei diesem Stück ist es in dem Zustand nicht zu erkennen wohin es gehört)

Und nun (wie eigentlich überall üblich):

einen schönen Abend noch euch beiden!

Offline Sprotte

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Re: Hilfe bei Bestimmung von vier Geschieben
« Antwort #26 am: 27 Oct 11, 16:30 »
Ich habe gestern im gleichen Gestein nochmal nach "ein oder mehreren grünlichen Plagioklas-Einsprenglingen" gesucht aber nichts gefunden. Was würde ich daraus erfahren?

Hallo Matthias,

Die Antwort hat Breker bereits teilweise gegeben (" ... die dunklen Ränder kommen von "verspeisten" mafischen Gesteinen. Bei Aland sind es Basalte, ..."). Gerade beim "Ringquarz-Porphyr" enthielt dieser Basalt große Plagioklas-Einsprenglinge, die natürlich nicht in jedem Geschiebe auftreten müssen (allerdings würde ihre Existenz die Herkunft des Geschiebes eindeutig klären, nämlich zu Gunsten der Aland-Inseln).

Viele Grüße
Sprotte

Offline Matthias

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Re: Hilfe bei Bestimmung von vier Geschieben
« Antwort #27 am: 01 Nov 11, 19:15 »
Hallo,

ok, alles einigmaßen klar nun. Danke euch.

Gruß
Matthias

 

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