Hallo zusammen!
Tja, da das Rätsel perfekt gelöst wurde, muss ich es jetzt wohl auflösen.
and the winner is ... SMOELLER!
Es sind tatsächlich Pseudotachylite. Vom ersten Ansehen her durchaus kataklastische Gesteine. Allerdings werden sie diesen nicht zugeordnet, sondern laut IUGS zählen sie zu den Impaktiten. Das rührt daher, dass die Schockwellen und gleichzeitigen hohen Drücke, ebendiese entstehen lässt. In der Regel aber bilden sich Pseudotachylite bei Erdbeben in großer Tiefe. Immens hohe Drücke und Temperaturen von über 1000°C, lässt eine höchst varikose partielle Schmelze entstehen, (die nicht aus tiefenen Schichten stammt), welche auch feinste Risse auffüllt. An dieser Stelle hatte ich gehofft, Euch auf eine falsche Färhte führen zu können (Migmatite etc...), da die Kluftfüllung an ein dünnflüssiges Magma erinnert. Als ich die Gesteine zum ersten Mal in der Hand hielt, hatte ich sie als diktyonitische Migmatite angesehen, zumal bekannte und in der Literatur beschriebene Pseudotachylite als Adern, ähnlich einer mafitischen, kristallinen Kluftfüllung zu finden sind.
Smoeller, pah ... woher kanntest Du diese Variante ?
Zu den Funden:
Sie messen 5 und 8 cm. Der Fundort ist die südliche Jammerbucht. Sie sind nicht geschliffen oder poliert. Ich habe sie hier eingestellt, wie am Strand vorgefunden. Am Fundort dominieren Geschiebe aus der Oslo-Region, so dass die wahrscheinliche Herkunft gut mit dem Entstehungsereignis übereinstimmt. Pseudotachylite, in der englischen Literatur auch als "fossil earthquake" bezeichnet, kommen weltweit vor. Es sind auch Funde mit deutscher Herkunft bekannt.
Vielen Dank an Alle für`s mitraten. Richtig daneben lag keiner.
@Jochen1Knochen:
Im Prinzip ist es schon ein Kontakthof. Konnte ich nur nicht als solchen stehen lassen, da sich diese Bezeichnung auf klassische magmatische Ereignisse bezieht.
@Asgard2fx:
Irgendwo sind es ja schon Kataklasite. Nur bei diesen unterliegt ist die Matrix einer anderen Genese, so dass "Kataklasit" in diesem speziellen Fall nicht zutrifft. Die Stücke stammen etwas N Hanstholm / Dänemark.
@Kraukl:
Die Entstehung ist ähnlich einem Mylonit. Mylonite entstehen bevorzugt bei Gebirgsneubildungen, indem große Areale (meist ältere Gesteine) durch langsame entgegengesetzte Bewegungen "rundgequetscht" werden, daher die deutsche Bezeichnung "Mahlstein". Auch hierbei herrscht ein hoher Druck vor. Die Erbebenbewegung, die zur Bildung von Pseudotachyliten führt, ist eine "linear-reibende", extrem schnelle.
Ich hoffe es hat Spass gemacht! Nächsten Samstag wird es dann wohl etwas schwieriger werden müssen; mir schwebt schon was ganz fieses vor

Glück Auf! Und einen schönen Restsonntag.
Jörg