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Granit-Brekzie+Schmelze

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Sprotte:
Hallo und Guten Abend,

nun sind ja eigentlich Granit-Brekzien als Geschiebe nichts Besonderes. Dieses Stück (Breite: ca. 5 cm; drei Ansichten, partiell angeschliffen) fiel mir jedoch dadurch auf, dass der thermisch(?)-mechanisch beanspruchte Granit von Bereichen einer zumeist rotbraunen, zuweilen auch quarzartig graue Schlieren aufweisenden, äußerst dichten "Schmelze" in Form von bis zu 5 mm breiten Gängen und Zwickeln durchzogen ist. In dieser Schmelze liegen zahlreiche Feldspatbruchstücke. Das granitische Edukt war (wie teilweise noch zu erkennen ist) ein leicht porphyrischer Granit mit 0,5-1 cm großen nahezu quadratischen Feldspatmegakristallen und 1-2 mm großen weißen Quarzkörner. Die dunklen Minerale liegen stark verändert vor und sind deshalb makroskopisch nur schwer erkennbar. Einige mit Quarz gefüllte Hohlräume sind auch vorhanden.

Viele Grüße
Sprotte

Jörg:
Hallo Ralf,

das Geschiebe stellt für mich eine vulkanische Breccie dar.  Die bei dem Vulkanausbruch ursächlichen tektonischen Kräfte ließen das Gestein brechen. Anschließend drang mit kleineren Klasten, aus dem gleichen Edukt, angereicherte Magma in die Klüfte ein. Die quarzartigen Schlieren stellen quasi partiell den Übergang zum Rhyolith dar. Unter großem Vorbehalt könnte die Farbe der Feldspäte, wie die der Matrix innerhalb der Schmelze, auf das Smaland hindeuten, welche diese typische rote Matrix aufweisen. Mit viel Phantasie könnte der Fund dem gleichen Pluton zugeordnet werden, aus welchem der Emarp-Porphyr stammt. Ansonsten aus dem mittleren bis südlichen Schweden.

Glück Auf!
Jörg

Sprotte:
Hallo Jörg,

es könnte sich in der Tat um eine vulkanische Brekzie aus Smaland handeln, zumal von dort Quarzporphyre (Rhyolithe), die in unmiittelbarem Kontakt zu Graniten stehen, bekannt sind.

Viele Grüße
Sprotte

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