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Autor Thema: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit  (Gelesen 10074 mal)

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Offline Kluftknacker

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #15 am: 23 Nov 11, 21:07 »
Haarspray ist gut - damit kann man schön die haarförmigen Ausblühungen und Locken der Vitriole (und Co.) "halten".
... Hamburg, 10 Uhr morgens, Schietwetter, doch Vitriol hält, dank Drei-Wetter-....  >:D

Im Ernst: Haarspray würde ich nicht nehmen. Einen Versuch wert wären Fixationsmittel aus dem Künstlerbedarf.

Kluftknacker

Offline triassammler

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #16 am: 23 Nov 11, 21:22 »
Hallo!

ich habe halt Haarspray empfohlen, weil ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht habe.
Diese Erfahrungen hängen auch wesentlich davon ab, in welcher Umgebung die eigene Sammlung lagert, um welche Art von Exemplaren es sich handelt (die Zerfallsfreudigkeit ist von Fundstelle zu Fundstelle verschieden), und über welchen Zeitraum diese Erfahrungen gesammelt wurden.
Ich wage zu behaupten: Die in einer Privatsammlung (und da schließe ich meine ausdrücklich nicht aus!) gesammelten Erfahrungen mit einer bestimmten "Pyrit"konservierungsmethode sind absolut nicht auf andere Fälle übertragbar, mangels reproduzierbarer Rahmenbedingungen. Außerdem hapert ein Vergleich meist schon daran, dass kein zusätzliches unbehandeltes Material mehr vorhanden ist. Könnte ja sein, dass es auch ohne die Behandlung eine ganze Weile gut gegangen wäre...

Zitat
Der Vorteil von Haarspray ist der Umstand, dass es sich um einen wasserlöslichen Lacküberzug handelt, der jederzeit wieder abgewaschen werden kann, hinsichtlich seiner Eigenschaften aber genau das verhindert, was wir erreichen wollen.
Nämlich, dass Sauerstoff an die Stufe kommt und ein Oxidationzprozess in Gang gesetzt, oder fortgeführt wird.
Eine ausblühungsgefährdete Stufe zusätzlich mit Wasser abzuwaschen ist, wie einem Grippekranken einen Saunagang zu verordnen  ;) Wenn schon, empfiehlt sich Ethanol.
Der erwähnte Oxidationsprozess benötigt übrigens zwei Komponenten: Sauerstoff und Wasser. Beides gelangt aus der Raumluft in eine Stufe, und Haarspray hält das auch nicht auf. Weder ist die Lackschicht nach dem Auftragen völlig geschlossen (irgendwo ist immer noch eine Pore offen), noch hält sie großflächig dauerhaft dicht. Sie altert, wird porös, bekommt Risse, und nutzt sich auch durch Handling schlicht ab. Es ist dabei unerheblich, ob man das makroskopisch sieht.

Zitat
D. H., sie muß gereinigt werden , wobei erst einmal schon vorhandene Ausblühungen entfernd werden müssen, Wasserreinigung, Ultraschall, dann sollte die Stufe völlig ausgetrocknet werden.
Beim Ultraschall stimme ich zu, es ist sehr wichtig, dass die Waschflüssigkeit (kein Wasser!) in alle Poren des Gesteins eindringen kann.

Zitat
Ich hab die jetz mal rausgekramt und unterm Bino betrachtet, weil Du ja unbedingt Beweise haben willst!

Da blüht nix, die Oxidation wurde absolut erfolgreich gestoppt und die Stufe hat nach wie vor keinen unnatürlichen Glanz, wegen mattem Haarspray!
Solche Stücke hatte ich auch schon, außen wunderbar intakt - dafür innen fleißig am Blühen. Meistens merkt man es erst, wenn die (noch) intakte Oberfläche beginnt, Risse zu zeigen.
Ich will nicht behaupten, dass Dein hier als Beispiel genanntes Stück garantiert innen schon blüht! Aber Deine singuläre Beobachtung an einem Stück ist noch lange kein Beweis.

Zitat
Wer genug Geld hat, kann das gerne auch zum Fenster rausschmeißen!
Rausgeschmissen wäre das Geld nur, wenn die beiden anderen, von Profis angewendeten Methoden erwiesenermaßen weniger wirkungsvoll wären als die Haarspraymethode. Zumindest unter kontrollierten Bedingungen zeitigen sie aber durchaus ebenfalls positive Resultate.
Natürlich, wenn man jede Markasitstufe aus dem Dutzendlot so aufwendig behandeln will, obwohl man sich an der Fundstelle jederzeit Ersatz besorgen kann - dann verbrennt man wirklich Geld. Das große Besteck macht man nur mit Stücken, die es (einem) auch wert sind.
Ich finde es immer wieder ein wenig zwiespältig, wenn man zwar Geld ausgibt, um zu Fundstellen zu fahren oder um Stufen zu erwerben, aber dann bei der Konservierung wegen jedem zusätzlichen Euro jammert.

Übrigens: Zerfallsgefährdete Stücke kann man zeitlich unbegrenzt in Aceton oder in einer sauerstoff- und wasserfreien Schutzatmosphäre lagern, was den Zerfall garantiert stoppt. Und Aceton kostet nicht die Welt.

Gruß,
Rainer

PS: Während ich noch schrieb, hat Harald eine sinngemäß fast identische Antwort verfasst. Zu jedem denkbaren Konservierungsansatz gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die teilweise auch frei im Web verfügbar sind, wenn man nach ihnen sucht (archäologische Publikationen sind da mitunter eine echte Fundgrube, die Kollegen haben nämlich ganz ähnliche Probleme). Ich bevorzuge darunter diejenigen Methoden, deren Funktionsprinzip mir möglichst lückenlos, widerspruchsfrei und mit den Gesetzen der Physik und Chemie im Einklang stehend dargelegt wird.

Offline Stonebrother

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #17 am: 23 Nov 11, 21:53 »
Kleiner Tip von mir:

Zum konservieren von Markasit eignet sich auch ein fleckenlos trocknender Tiefengrund aus dem Baumarkt.
Ist auch zum stabilisieren von leicht bröseligen oder empfindlichen (z.B. Skolezit) Mineralien geeignet.

Gruß - Stefan

Offline thothie

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #18 am: 23 Nov 11, 23:05 »
OHHHHHHHHHHHHHH GoTTTTTTTTTTTTTTTTTTT!

Was hab ich hier blos wieder ausgelöst???

Der Eine empfiehlt "Naturstein Fleckstopp" und ich empfehle Haarspray!!!!!

Mehr is nich passiert!!!!

Wer da so pseudowissenschaftliche Grundsatzdiskussionen führen möchte, kein Problem, kann er machen.

Aber ohne mich, ich halte mich an dem was sich bei mir bei verschiedenen problematischen Stufen schon Jahrzehnte bewährt hat, sorry und das is nun mal stinknormales Haarspray!!

Mehr sag ich nicht mehr zum Thema, in Anbetracht dessen was an Wert Verloren geht bei Verlust  für so ne profane Markasitstufe eh völlig Banane sich so viel Zeit dafür zu nehmen!!!

Also, nicht Ernst nehmen meine Empfehlung, wer "wissenschaftlich korrekt konservieren" möchte, dem kann ich nur von Haarspray abraten!!!!

Wie der Name schon sagt: Haarspray ist für Haare und sonst nix, alles klaro!!!!


Offline Stonebrother

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #19 am: 23 Nov 11, 23:25 »
Hey, reg dich nicht auf. Hier im Atlas treffen halt nun mal die "normalen" Sammler auf die "Hochstudierten".
Komischerweise wird hier IMMER aus ner Mücke ein Elefant gemacht und sich gegenseitig angegriffen.
Ich finde das nicht in Ordnung.
Wenns nach mir ginge müssten die ganzen Aggressoren rausgeschmissen werden weil sonst keine vernünftige Diskusion entstehen kann.
Schließlich geht es doch hier um Erfahrungsaustausch oder seh ich da was verkehrt?
Es kann und soll ja jeder seine Meinung zu den Treads geben. Aber manche meinen sie müssen ihre Meinung den anderen aufzwängen. Das ist einfach Sch@%?& und unkollegial.
 
So liebe Aggressoren, jetzt könnt Ihr mich in der Luft zerreißen.
LG Stefan
« Letzte Änderung: 24 Nov 11, 07:50 von Stonebrother »

Offline thothie

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #20 am: 23 Nov 11, 23:51 »
Hey, reg dich nicht auf. Hier im Atlas treffen halt nun mal die "normalen" Sammler auf die "Hochstudierten".
Komischerweise wird hier IMMER aus ner Mücke ein Elefant gemacht und sich gegenseitig angegriffen.
Ich finde das nicht in Ordnung.
Wenns nach mir ginge müssten die ganzen Aggressoren rausgeschmissen werden weil sonst keine vernünftige Diskusion entstehen kann.
Schließlich geht es doch hier um Erfahrungsaustausch oder seh ich da was verkehrt?
Es kann und soll ja jeder seine Meinung zu den Treads geben. Aber manche meinen sie müssen ihre Meinung den anderen aufzwängen. Das ist einfach Sch@%?& und unkollegial.
 
So liebe Aggressoren, jetzt könnt Ihr mich in der Luft zerreißen.
LG Stefan

Ja Stefan,

das sehe ich auch so, es regt mich nur immer wieder auf von den "Experten" als Idiot dargestellt zu werden, nur weil ich etwas aus meinem langjährigen Erfahrungshorizont weitergebe, ohne dies wissenschaftlich bis auf das i-pünktchen zu begründen.
Die wollen sich halt profilieren und ich will halt nur laienhafte Tipps geben.

Offline Axinit

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #21 am: 24 Nov 11, 15:58 »


 
Hey, reg dich nicht auf. Hier im Atlas treffen halt nun mal die "normalen" Sammler auf die "Hochstudierten".
Komischerweise wird hier IMMER aus ner Mücke ein Elefant gemacht und sich gegenseitig angegriffen.
Ich finde das nicht in Ordnung.
Wenns nach mir ginge müssten die ganzen Aggressoren rausgeschmissen werden weil sonst keine vernünftige

Ja Stefan,

das sehe ich auch so, es regt mich nur immer wieder auf von den "Experten" als Idiot dargestellt zu werden, nur weil ich etwas aus meinem langjährigen Erfahrungshorizont weitergebe, ohne dies wissenschaftlich bis auf das i-pünktchen zu begründen.
Die wollen sich halt profilieren und ich will halt nur laienhafte Tipps geben.

Bei nochmaligem Lesen aller Beitraege zu diesem Thread hat mich doch wirklich amuesiert, was thothie und Stefan/Odenwald hier wieder alles in die Beitraege hineinlesen  8).

Wie schreibt "DER SAUERLAENDER"  in seiner Signatur so schoen: ich bin nur dafür verantwortlich, was ich schreibe. nicht dafür, was Du verstehst.   ;D

Leider weiss Udo immer noch nicht, wie er seine Stufen vor dem Zerfall retten soll ... dies war doch eigentlich sein Anliegen, oder ?  Haarspray hatte er ja schon - leider erfolglos - ausprobiert. Dies ist aber - wie so oft  - voellig untergegangen.

Rainer hat das Ganze (zumindest meiner Meinung nach) sehr schoen auf den Punkt gebracht, ohne jegliche Wertung oder Kritik.

Fuer mich ist diese Debatte hiermit beendet. Etwas mehr an Diskussionskultur und etwas weniger OT-Gelaber waere kuenftig sicher ein Gewinn fuer alle. 

Harald









Offline cmd.powell

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #22 am: 24 Nov 11, 17:22 »
Hallo

Ich habe einige der Posts hier nur kurz überfolgen (die langen und ausführlichen), daher mag ich vielleicht die eine oder andere Information übersehen haben, aber: Wie thothie schon geschrieben hat, hatte Uwe uns "nur" über eine weitere, evtl. Konservierungsmethode informieren wollen. Ob diese sich erfolgreich anwenden lässt, steht doch erstmal auf einen ganz anderem Blatt Papier. Hinzu kommt, und hier mal der kleine Seitenhieb an alle, die glauben "wissenschaftlich" zu argumentieren, das es zum Einen von dem zu konservierenden Mineral und zum Anderen von dem Fundort, größe der Kristalle, der Paragenese und wahrscheinlich hundert bis tausend Faktoren, die wirklich niemand alle kennt und kennen kann, abhängt, ob eine solche Konservierung erfolgreich ist oder nicht. Bisher hat mir noch niemand schlussletztendlich erklären können, wieso Pyrit/Markasit überhaupt zerfällt und was dafür verantwortlich ist. Da es also generell eine Menge von Faktoren gibt, die von vornherein unklar sind, so kann es also auch kein Universalmittel für eine erfolgreiche Konservierung geben. Bei der einen Stufe reicht Haarlack völlig aus, bei der anderen benötigt man Ammoniakbegasung und Vacuumimprägnation von Epoxiharzen und hat vielleicht auch nur in 50% der Fälle Erfolg. Ich selber hatte vor einiger Zeit (ist auch schon mehr als ein Jahr her) die Möglichkeit der Vacuumimprägnation von Pyrit/Markasit (und evtl. anderen Sulfiden) mit einer Ponal (Holzleim) - Wassermischung 1:3 beschreiben und hier auch einigen zweifel geerntet. Bisher sind die so behandelten Stufen aber ab-so-lut stabil und zeigen nicht den kleinsten Zerfall !!! Hinzu kommt, das ich einige Stücke als Test unter recht harten Umweltbedingungen halte (stark schwankende Temperatur, z.T. sehr hohe Luftfeuchtigkeit). Diese Stücke zeigten im Vorfeld bereits einen starken beginnenden Zerfall, welcher bisher völlig zum erliegen gekommen ist. Frage: Was zählt mehr, chemische Formeln und Diskussionen über "kann das funktionieren oder nicht", oder das Ergebniss ? Und ob genau diese Form der Imprägnation bei anderen Stufen als bei meinen Stücken von Wunstorf-Kolenfeld funktioniert, kann ich nicht sagen. Und genau dafür hat Uwe hier seine Ergebnisse veröffentlicht, damit der eine oder andere vielleicht mal etwas rumprobieren kann und dann sagt: "jawoll, hat bei mir auch funktioniert" oder "ne, klappt bei mir nicht". Alles Andere ist wenig konstruktiv und hat hier eigentlich nichts verloren - MEINE Meinung !

 

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