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Autor Thema: Lichtempfindlichkeit Proustit  (Gelesen 6909 mal)

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Offline Frauensteiner

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Lichtempfindlichkeit Proustit
« am: 23 Nov 11, 06:36 »
Hallo!

Mich würde interessieren, wie sich eigentlich die Lichtempfindlichkeit von Proustit in der Praxis darstellt. Wenn z.B. die Stufe permanent in der Schauvitrine liegen würde (kein Sonnenlicht), wie schnell dunkeln dann die Kristalle? Reichen da schon wenige Stunden oder ist das ein langer Prozess über Wochen, Monate oder Jahre? Oder geht das tatsächlich viel schneller? Gibt es eventuell auch Unterschiede zwischen den Proustiten untereinander (Fundort)? Wie sieht es denn beim Pyrargyrit aus; ist dieser empfindlicher?

Vielleicht kann mir jemand das Thema etwas erhellen.  ;) Guhgeln war nicht so hilfreich.

Glück Auf!

Maik



Offline cmd.powell

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Re: Lichtempfindlichkeit Proustit
« Antwort #1 am: 25 Nov 11, 03:39 »
Hi

Ich kann es auch nicht mit Sicherheit sagen, aber nach meiner Beobachtung ist es ein relativ langsamer Prozess, natürlich abhängig von der Intensität des Lichtes. Ich habe z.B. einige Proustitstufen von Imiter/Marokko, da kann man recht gut sehen, das die Proustite auf der einen Seite merklich dunkler sind als auf der anderen Seite. Wahrscheinlich hatte der Händler die Stufe immer mit der Seite mit den jetzt dunkleren Kristallen nach oben auf seinem Börsenstand liegen - natürlich im prallen Lampenlicht. Seitdem ich die Stufen in meiner Vitrine stehen habe (wohlweißlich in einer dunklen Ecke !), kann ich keine merkliche Veränderung mehr beobachten, allerdings fehlt mir jetzt der konkrete Vergleich zu "Urzustand".

Das Proustite von verschiedenen Fundorten auch unterschiedlich auf Licht reagieren ist schon bekannt.

Offline Frauensteiner

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Re: Lichtempfindlichkeit Proustit
« Antwort #2 am: 25 Nov 11, 07:35 »
Hallo Markus,

danke für die Antwort. Interessant ist für mich, dass es eventuell nicht unbedingt notwendig ist, die Proustite in völliger Dunkelheit zu lagern.

Wie hält es denn der Rest der Forumsgemeinde mit Ihren Proustiten? Vitrine in einer dunklen Ecke oder völliger Lichtausschluss?

Glück Auf!

Maik

Offline Schluchti

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Re: Lichtempfindlichkeit Proustit
« Antwort #3 am: 25 Nov 11, 08:11 »
Ich lagere meine Proustite immer in dunklen Schüben. Ich halte es da wie viele Museen, die ihre besten Proustite in der Regel auch nicht offen zeigen. Das Risiko, die schöne rote Farbe einzubüßen ist mir da einfach zu hoch.

Offline futzi

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Re: Lichtempfindlichkeit Proustit
« Antwort #4 am: 25 Nov 11, 08:17 »
Hallo,
bekommt man den dunklen Belag wieder weg? Silberreinigungsmittel?

Gruß Arco

Offline Frauensteiner

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Offline futzi

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Re: Lichtempfindlichkeit Proustit
« Antwort #6 am: 26 Nov 11, 08:09 »
Ahhh klasse Danke!!
Arco

Offline cmd.powell

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Re: Lichtempfindlichkeit Proustit
« Antwort #7 am: 26 Nov 11, 15:49 »
Hallo nochmal

Was das Betrifft, so habe ich in "Mineralien reinigen und aufbewahren" von Duthaler/Weiß gelesen, das sich die schwarzen Beläge auf Proustit/Pyrargyrit bedingt entfernen lassen. Sofern die Belag nur Oberflächlich ist, kann man ihn zum größten Teil entfernen und die Kristalle werden wieder schön rot, aber wenn die Schwärzung durch Silber und Silbersulfide im inneren der Kristalle hervorgerufen wird, ist Malz und Hopfen verloren.

Meine Proustite halte ich in einer dunklen Ecke meiner Vitrine. Gut, ich gehe damit zwar das Risiko ein, das sie irgendwann mal schwarz sind aber - sorry - solange das nicht zu meinen Lebzeiten passiert ist es mir relativ wurscht. Ich will mich an den Stücken erfreuen können, wenn ich in die Vitrine schaue und fertig. Sind letztlich auch nicht soooo bedeutsam, das sie als besonderheit unbedingt bewahrt werden müssten. Einen Freiberger-Proustit würde ich sicherleich auch nicht offen aufbewahren. Und meine St. Andreasberger Pyrargyrite waren von Anfang an (also seit ich sie gekauft hatte) schwarz, noch schwärzer können sie nicht mehr werden  :'(

Offline Frauensteiner

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Re: Lichtempfindlichkeit Proustit
« Antwort #8 am: 11 Jan 13, 09:09 »
Hallo,

ich möchte den Thread nochmals aufgreifen.

Meinen schönen roten und noch nicht sichtbar beeinflussten Proustit lagere ich in Dunkelheit, okay. Ich habe allerdings auch eine Pyrargyrit-Stufe, bei denen die Kristalle schon deutlich metallisch aussehen und die Nachdunklung präsent ist. Bei genauerer Betrachtung ist zu erkennen, dass die nur abgewandten Seiten der Kristalle noch duneklrot sind, dort also die Lichtwirkung nicht so stark war.

Wenn ich die Infos aus dem Netz und der Literatur richtig deute, ist die Empfindlichkeit von Pyrargyrit auch geringer als die von Proustit.

Die Frage ist jetzt, ob ich diese Stufe auch noch dunkel lagern sollte oder ob aufgrund der schon bestehenden "Belichtung" das Ganze eh' nicht mehr schlimmer werden kann. Oder führt permanente Belichtung zur vollkommenen Verwandlung des Minerals?

Was meint Ihr, wie haltet Ihr es mit schon dunklen "belichteten" Silbermineralstufen?

GA, Maik

Offline carsten slotta

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Re: Lichtempfindlichkeit Proustit
« Antwort #9 am: 11 Jan 13, 11:28 »
Hallo Maik,
ich finde, schlimmer geht immer! Es sei denn, du willst, dass die Stufen irgendwann nicht mehr von nem Asphaltbrocken zu unterscheiden sind. Proustit lässt sich mit Cyanid übrigens wieder schön erröten, dies sollte aber natürlich dem Fachmann vorbehalten sein.... :P

Grüße
Carsten

Offline heli

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Re: Lichtempfindlichkeit Proustit
« Antwort #10 am: 11 Jan 13, 11:36 »
In dem Zusammenhang hätte ich noch eine Frage bezüglich der Reinigungsmöglichkeit von Silber in Salzlösung mit Alufolie an Jürgen.

Geht das auch bei den Stücken aus Pöhla (mit Arsen) ohne Probleme?

Grüße
Helmut

Offline geomueller

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Re: Lichtempfindlichkeit Proustit
« Antwort #11 am: 11 Jan 13, 19:34 »
Hallo Helmut,
ja das geht natürlich auch mit Pöhlaer Silber, natürlich nur und das gilt für alle Silberstufen wenn die schwarzen Beläge (Silbersulfid) nicht zu dick sind. Enen Teil meiner Silberstufen habe ich mit dieser Methode auch schon mehrmals gereinigt. Da die meisten Silberstufen gerade aus Pöhla sowieso aus dem Arsen herausgelöst wurden sind die Silberaggregate ja schön sauber freigelegt und da lohnt es sich immer sobald sie wieder dunkler werden diese Methode wieder anzuwenden. Gestern habe ich auch erst wieder neu erworbene Silberstufen so gereinigt, dabei hat es ziemlich streng nach Schwefel gerochen, es empfiehlt sich also auch die Methode an der frischen Luft oder unter einem Abzug anzuwenden.
Nach der Anwendung die Stufen immer gut wässerndas das Salz wieder aus jeder Ritze rausgelöst wird.

Gruß Jürgen
« Letzte Änderung: 12 Jan 13, 12:35 von geomueller »

Offline heli

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Re: Lichtempfindlichkeit Proustit
« Antwort #12 am: 11 Jan 13, 21:27 »
Jürgen, danke.

Beste Grüße
Helmut

Offline cmd.powell

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Re: Lichtempfindlichkeit Proustit
« Antwort #13 am: 13 Jan 13, 14:22 »
Hallo,

ich möchte den Thread nochmals aufgreifen.

Meinen schönen roten und noch nicht sichtbar beeinflussten Proustit lagere ich in Dunkelheit, okay. Ich habe allerdings auch eine Pyrargyrit-Stufe, bei denen die Kristalle schon deutlich metallisch aussehen und die Nachdunklung präsent ist. Bei genauerer Betrachtung ist zu erkennen, dass die nur abgewandten Seiten der Kristalle noch duneklrot sind, dort also die Lichtwirkung nicht so stark war.

Wenn ich die Infos aus dem Netz und der Literatur richtig deute, ist die Empfindlichkeit von Pyrargyrit auch geringer als die von Proustit.

Die Frage ist jetzt, ob ich diese Stufe auch noch dunkel lagern sollte oder ob aufgrund der schon bestehenden "Belichtung" das Ganze eh' nicht mehr schlimmer werden kann. Oder führt permanente Belichtung zur vollkommenen Verwandlung des Minerals?

Was meint Ihr, wie haltet Ihr es mit schon dunklen "belichteten" Silbermineralstufen?

GA, Maik

Tja, hatte ich ja schon vor gut einem Jahr geschrieben: Wenn die Kristalle schon schwarz sind, ist es mir salopp gesagt "wurscht". Ich gehe mal davon aus, das dass Silber und Silbersulfid, welche sich bei der Belichtung in den obersten Schichten der Kristalle bilden, als effektive Lichtschilde wirken und der Kristall nicht komplett durchbelichtet wird. Daher hat man irgendwann eine zwar schwarze Schicht an der Oberfläche, die natürlich nicht schön ist, aber immerhin den Rest des Kristalls schützt. Würde man nun regelmäßig die schwarzen Schichten entfernen (was sicherlich das suboptimalste wäre), würde sich der Kristall langsam auflösen und wahrscheinlich nach der fünften Behandlung sogar matt werden. Ok, man kann natürlich den Kristall reinigen und dann in der dunklen Kiste aufbewahren, was wahrscheinlich jeder halbwegs ernst zu nehmender Sammler so machen würde...