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Mineralisierung eines Aquaponik-Systems durch Gesteine?

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Nils91:
Hallo ihr beiden,

@cmd.powell:
Ja, Paracelsus war wohl was schneller als ich ;)
Ich bin mir der Erbgutschädigung von manchen Stoffen bewusst - ziel wäre ja diese Stoffe nur in geringen Mengen in ein solches System zu bringen. (Ich schlucke jetzt ganz sicher kein Quecksilberthermometer ;) )

@Grubenkumpel:
Mit "geschlossenem System" dachte ich eher daran, dass das Wasser (wodrin die Nährstoffe sich gelöst haben) zirkuliert. Du hast jedoch recht, vollkommen geschlossen ist das nicht - auch wenn es bereits Experimente mit solchen Systemen gibt - wo die Fische dann nur die Algen, welche sich im extra so geplanten System entwickeln, fressen.
Ich finde die Idee von dir, dass Futter zu überprüfen bzw. es eventuell sogar selber herzustellen (ist garnicht so schwierig) um den "Nährstoff-Output" in ein solches System zu optimieren.

Man kann doch sicherlich versch. Gesteine "pulverisieren" und zusammen mit allerhand organischem Zeug (z.B. Algen, etc.) zu pellets pressen? Ich mein im Grunde machen das ja auch viele Menschen über ihre Pillen aus Kalziumkarbonat usw. (übrigens sehr gefährlich um's mal gesagt zu haben)
Muss mich da mal etwas reinlesen. Danke für eure Hilfe.  ;)

Jörg:
Hallo Nils,


--- Zitat ---Man kann doch sicherlich versch. Gesteine "pulverisieren"
--- Ende Zitat ---
Klar, man sehe die Biochemie nach Schüßler. Doch es sind immer nur einzelne Minerale, die auch nur dann zugeführt werden, wenn ein Mangel an diesen im Organismus besteht. Die Problematik in einem "Gesamtpaket" liegt in einer nicht überschaubaren kumulativen und sich gegenseitig beeinflussenden Wirkung begründet, woran Mediziner, Heilpraktiker und Pharmazeuten seit Jahrzehnten herumdoktern und verzweifeln. Nehmen wir z. B. ein Mischpräparat in welchem sich Calcium und Magnesium befinden. Calcium blockiert die Zellmembranen, so dass Magnesium nicht eingeschleust werden kann und wirkungslos wieder ausgeschieden wird. Dieses wird versucht zu umgehen, indem Calc. : Mag. im bioverfügbaren Verhältnis 1:3 sublimentiert wird. Wende ich diese Mischung bei mehreren Menschen (meinetwegen auch Fischen oder Pflanzen) an, schieße ich mir unter Umständen ein Eigentor, indem eine Person mit Allergieen sich zwar riesig freut, eine andere mit einem akuten Herzinfarkt schaut Dich noch einmal böse an, und das war es für dann für ihn.
Eine weitere Gefahr sehe ich darin, dass quasi alle Pflanzen in diesem System das Gleiche zu futtern bekommen. Lass mich als Beispiel den Fingerhut ansprechen. Der gedeiht auf Böden mit einem hohen Nährstoffangebot (z. B. Lößböden) am besten. Doch das ist ein Trugschluß. Die herzwirksamen Bestandteile entwickeln sich am besten in einem Standort mit kalkhaltigen, nahrungsarmen Böden. Bis auf einige Ausnahmen siedeln sich Pflanzen auf den für sie am besten geeignetsen Böden an. ich denke dass sich dieses auch auf einen Teich übertragen lässt. Manche Wasserpflanzen wurzeln gerne im Schlamm (sauer), und manche im Freiwasser (basisch). Gebe ich jetzt eine Mischung ins Wasser, ist es für die einen zu viel, und für die anderen an anderer Stelle zu wenig.

Ich finde Deine Idee gut, keine Frage, aber ich meine, dass sie keinen Raum für Individualismus bietet, wie sie von der Natur berücksichtigt wird, alleine schon über die wechselnden Nährstoffangebote über die Jahreszeiten.

Literatur zu den Pilzen, welche an den Pflanzenwurzeln für eine Bioverfügbarkeit sorgen, kann ich leider nicht liefern, war mal eine Vorlesung, und ist schon lange lange her. Ich glaube mich erinnern zu können, das im 3. ab und an "Tod auf Raten" gesendet wird. Beinhaltet die Pilzgeschichte (soweit mir in Erinnerung).

Glück Auf!
Jörg

Goldi85:
Hallo,


--- Zitat ---Ich bin mir der Erbgutschädigung von manchen Stoffen bewusst - ziel wäre ja diese Stoffe nur in geringen Mengen in ein solches System zu bringen. (Ich schlucke jetzt ganz sicher kein Quecksilberthermometer ;) )
--- Ende Zitat ---

Wie hoch stellst du dir dabei die Dosierung vor und wie willst du diese Kleinstmengen abmessen?
Bei Quecksilber können sich laut wikipedia Mengen von 150-300mg (Würfel mit ca. 2-3mm Kantenlänge) bereits tödlich auswirken, die Gesundheitsschäden fangen schon drunter an. Bei anderen Elementen besteht bei noch geringeren Mengen bereits eine Gefahr.
Stelle ich mir gerade schwierig vor.

Gruß  Daniel

Nils91:
@Jörg:
Ich weiß jetzt worauf du hinaus willst. Dieses "Problem" wurde schon von allerhand Wissenschaftlern bei Aquaponiksystemen kritisiert - jedoch sieht man auf der anderen Seite die Praxis solcher Systeme in welcher die Natur (über Bakterien, Pilze, etc.) "wieauchimmer" dafür sorgt, dass es für jede Pflanze klappt. (Ich kenne bisher keine Pflanze, die in einem AP-System nicht wächst... Und das würde mich auch überraschen, wenn selbst Pflanzen die "keine feuchten Füsse mögen" darin gedeihen ;) )
Du sprichst über den ausschluss bestimmter Nährstoffe aus den Zellen - was bei Mensch und Tier auch stimmt - Pflanzen (auch die Mykkorhiza-Pilze) sind jedoch meines Wissens nach in der Lage Nährstoffe SELEKTIV aus dem Medium (hier Wasser) aufzunehmen und nach bedarf in ihrem Stoffwechsel (also ihren Zellen) zu nutzen. D.h. die Pflanze (bzw. die Wurzeln der Pflanze) holen sich wenn die Pflanze Magnesium braucht Magnesium aus der Erde/dem Wasser und wenn sie Calcium braucht halt Calcium.
Sonst würden auch die ganzen "Chemiedünger" ("Mineraliendünger") aus der Hydroponik nicht von der Pflanze genutzt werden, da in fast jedem dieser Dünger Magnesium und Calcium enthalten ist - sonst würde die Pflanze auch an Mangelwuchs, o.ä. leiden.

Links:
http://www.metrop.org/3_du_calgreen.html Spontan nichts besseres (bzw. nicht mit angabe der Inhaltsstoffe) gefunden - enthält Calcium und Magnesium.
http://idw-online.de/pages/de/news423755 Selektive Nährstoffaufnahme


@ Goldi85:
Das werde ich nicht steuern (also wieviel Quecksilber ich zu mir nehme). Das lasse ich bei der Natur/den Pflanzen. Diese werden über die selektive Nährstoffaufnahme spuren davon aufnehmen, da zuviel ebenso für die Pflanzen selber schädlich wäre und die sich nicht selber "vergiften" werden. (Und die Wurzeln die danach die meisten der giftigen Stoffe enthalten [siehe die Filterung von Sonnenblumen- und Hanfwurzeln bei radioaktivität unten] esse ich ja nicht ;) )
Und meines Wissens nach ist es ein großer unterschied, ob man einen Stoff in seiner Reinform (z.B. Eisennägel oder Kalziumkarbonat (Metallische Form)) isst oder diesen Stoff durch Pflanzen in seinen Körper aufnimmt (ebenfalls Eisen in Pflanzen (wichtig für Blut, usw.) oder Kalziumcitrat ("bioverfügbar" bzw. "organischen Ursprungs" [durch Pflanzen verstoffwechselt und mit Aminosäuren, etc. kombiniert]), wiederum wichtig für unseren Knochenaufbau).

Ist im Grunde der selbe aspekt wieso uns unsere heutige Milch krank macht (kriegt man Osteoporose von) - durch das sog. Pasteurisieren wird das Kalzium von seiner "guten Form" Kalziumcitrat/Kalziumchelat in seine "böse, metallische Form" Kalziumcarbonat gebracht. Dazu wird dann noch durch das Homogenisieren das Milcheiweiß "zerschlagen", wodurch es unseren Stoffwechsel versäuert - und das führt wiederrum dazu das Kalzium aus den Knochen abgegeben (Osteoporose) und nicht eingelagert wird - wie es uns seit langer Zeit von der Werbung und den Milchbauern eingeredet wird.
Falls du mir das nicht glauben solltest bitte ich dich selber im Internet nach wissenschaftlichen Studien, etc. zu suchen und dir mal ganz genau zu überlegen wer uns was und aus welchem Grund erzählt.

Und ich gehe halt fest davon aus, dass es in dem Fall mit Quecksilber, Strontium, Blei, u.a. genauso ist und es von unserem Körper benötigt wird!

Links:
http://www.medizinfo.de/umweltmedizin/ernaehrung_radioaktivitaet/trinkwasserreinigung.shtml

Editiert:
@Jörg: Ach und bevor ich es vergesse Fische sind in der Lage Mineralien/Spurenelemente die von ihnen benötigt werden aus ihrer Umgebung zu absorbieren, d.h. aus dem Wasser. Wenn also im Futter Magnesium und Calcium enthalten ist und meinetwegen daraus nur Calcium aufgenommen werden kann, wird das Magnesium sich im Fischkot befinden. Dieser wird von den Würmern im Kiesbeet "mineralisiert" (also aus dem Kot "befreit") und anschließend ins Wasser abgegenen, wo die Fische sich das Magnesium wieder ("wieauchimmer") "raussaugen".

Jörg:
Hallo Nils,


--- Zitat ---Pflanzen (auch die Mykkorhiza-Pilze) sind jedoch meines Wissens nach in der Lage Nährstoffe SELEKTIV aus dem Medium (hier Wasser) aufzunehmen und nach bedarf in ihrem Stoffwechsel (also ihren Zellen) zu nutzen. D.h. die Pflanze (bzw. die Wurzeln der Pflanze) holen sich wenn die Pflanze Magnesium braucht Magnesium aus der Erde/dem Wasser und wenn sie Calcium braucht halt Calcium.
--- Ende Zitat ---
Stimmt nur bedingt. Pflanzen können bei Salzen z. B. nicht selektieren. Das macht sich gut in den schwarzen Stellen in Kartoffeln bemerkbar, wenn zu viel Gülle (Nitrit) auf`s Feld gekippt wird. Das schlucken sie. Bei der Zufuhr von Phosphat und Kalium nehmen sie auch dieses Überangebot dankend an, bis die Pflanzen schließlich einen Mangel an Kieselsäure haben (ist bei Nutzpflanzen heute leider nicht selten). Das würde doch bedeuten, dass Pflanzen nur bedingt selektieren können.


--- Zitat ---(Ich kenne bisher keine Pflanze, die in einem AP-System nicht wächst...
--- Ende Zitat ---
Doch sieht die nur gesund aus und hat die Nährstoffe aufgenommen, die die folgende Nahrungskette benötigt?


--- Zitat ---Und meines Wissens nach ist es ein großer unterschied, ob man einen Stoff in seiner Reinform (z.B. Eisennägel oder Kalziumkarbonat (Metallische Form)) isst oder diesen Stoff durch Pflanzen in seinen Körper aufnimmt (ebenfalls Eisen in Pflanzen (wichtig für Blut, usw.) oder Kalziumcitrat ("bioverfügbar" bzw. "organischen Ursprungs" [durch Pflanzen verstoffwechselt und mit Aminosäuren, etc. kombiniert]), wiederum wichtig für unseren Knochenaufbau).
--- Ende Zitat ---
Vollkommen richtig.


--- Zitat ---in seine "böse, metallische Form" Kalziumcarbonat gebracht
--- Ende Zitat ---
Hier widerspreche ich.
Kalziumcarbonat oder Kohlensaurer Kalk ist essentiell wichtig (fast in jedem Wasser vertreten). So z. B. Bestandteil von Sedimmentiten (hier vorab mit durch Schalentiere gebildet, ergo bioverfügbar). Wenn nicht so, wird der Rest einfach ohne Schaden ausgeschieden.


--- Zitat ---@ Goldi85:
Das werde ich nicht steuern (also wieviel Quecksilber ich zu mir nehme). Das lasse ich bei der Natur/den Pflanzen. Diese werden über die selektive Nährstoffaufnahme spuren davon aufnehmen, da zuviel ebenso für die Pflanzen selber schädlich wäre und die sich nicht selber "vergiften" werden.
--- Ende Zitat ---
SELEKTIVE NAHRUNGSAUFNAHME FUNKTIONIERT NICHT IMMER!!! UND PFLANZEN SCHLUCKEN ALLEN GIFTIGEN MÜLL!!!!Siehe Nitritdünger und Kartoffeln, oder oder oder!!!


--- Zitat ---Und ich gehe halt fest davon aus, dass es in dem Fall mit Quecksilber, Strontium, Blei, u.a. genauso ist und es von unserem Körper benötigt wird!
--- Ende Zitat ---
Nimm mir jetzt bitte ab, was ich schreibe: Quecksilber und Co. wird nicht benötigt. Es gibt zahlreiche Studien die dieses belegen. Unser Körper hält dieses Zeug für so giftig, dass er sich noch nicht einmal traut, es über Nieren, Darm und Haut auszuscheiden. Lieber lagert er es als kleineres Übel in drüsigen Organen ab (wie alle Schwermetalle!) ehe er sich noch einmal dem Kontakt in den Ausscheidungsorganen aussetzen will (von bestimmten Ausnahmen mal abgesehen), auch in Spuren, die kumulieren und summieren sich.

Glück Auf!
Jörg

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