Uwe, wann und in welchem Zusammenhang hat A.J. Fersman dies gesagt. Es ist immer schwierig einzelne Aussagen aus einem Zusammenhang herauszureißen und ihnen somit einen neuen selbstgenehmen Sinn zu geben. Ich denke nicht dass A.J.Fersman alle seine Mineralien selbst gesammelt hat, obwohl er ja in der Tat sehr viel gereist ist.
Ansonsten fand ich die Diskussion bisher sehr interessant und vor allen sehr Sachlich, obwohl sie vom eigentlichen Thema abweicht.
Ähnliche Beobachtungen, wie die vom Herrn Seroka, habe ich auch in Mexico gemacht. In Naica hatten wir die Gelegenheit grüne Quarze zu sichten, bei einem dieser sogenannten „Mineralienspione“ die für einen bekannten aber nicht im Internet tätigen US Mineralien Händler bestimmt waren. Ein paar Stücken haben wir dann doch daraus gekauft. Von den Calciten aus Patoni hat auch recht zügig ein Amerikanischer Händler Wind bekommen und startete dort eine „größere“ Aktion. Sein Verhalten gegenüber dem Besitzer dieses „Abbaues“ war aber dann alles andere als Moralisch Korrekt. Und so ließ sich noch einiges mehr darüber schreiben, aber das würde dann ausufern. Somit kann ich den Herrn Seroka nur bestätigen. Wobei das mit den „Mineralspionen“ nicht immer so reibungslos klappt.
Was die dominanten US Händler betrifft, muss man natürlich auch mal eines sehen, dort wurde über lange Zeit einfach mehr Geld für Mineralien ausgegeben, der Markt war einfach größer. Desweiteren haben dort einige „Sammler“ ,eigentlich mehr Investoren den entsprechenden finanziellen Hintergrund und wer über 1 Millionen Dollar verfügt kann schon allein durch deren Zinserträge einiges bewegen, da ist es im Grunde egal ob an einer Stufe 10 Dollar oder 1000 Dollar dran steht. Und wer sich gerne von der breiten Masse abheben will der kauft halt für 1000 Dollar. Bei Mineralien ist der Preis sowieso nur relativ, weil sie im Grunde nichts Wert sind!! Sie sind Luxus, so wurde es an einer anderen Stelle schon geschrieben und zum Leben braucht man sie nicht. Ich betrachte Mineralien als Kunstobjekte der Natur und für Kunst, wie auch für Antiquitäten oder alte Bücher usw. bezahlt man halt irgendeinen Preis, wenn er passt ist das ok wenn nicht ist das auch gut.
Und ob selber sammeln tatsächlich die Quintessenz ist, dafür würde ich nicht unterschreiben. Ich denke die Mischung macht es. Diese Begriffe Profit, Gier, Jagd nach Egotrips und kindisches Machtstreben, kann man jeder Lebenssituation unterstellen, sie sind sehr plakativ gewählt.
Übrigens, ich habe diese Epidote zwar auch gesehen, aber sie nicht unbedingt als so interessant registriert, aber egal mein Auge war eigentlich nur auf Calcit fixiert.
Wo liegen eigendlich die Unterschiede zwischen selber sammeln und specimen mining??
Gruß Ingo