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Verschiedene Kristallformen auf einer Stufe.
Hammerfaust:
Hallo zusammen und noch ein frohes neues Jahr,
da hier so eifrig über Kristallformen diskutiert wird, habe ich gleich noch eine Frage dazu.
Kann es sein, dass auf einer Stufe 2 Kristallformen eines Minerals vorkommen?
Z.B. das auf tafeligem Baryt noch Baryt Kristalle (z.B. Meiselspat) aufgewachsen sind oder bei Calcit, Skalenoeder auf Rhomboeder?
Welche Umstände erfordert dies?
Kann es auch in einer Generation vorkommen oder müssen es mindestens 2 sein?
Ist es überhaupt möglich?
Danke und Glück auf
Hammerfaust
Krizu:
Hallo,
ich bitte um Verzeihung für die Fremdverlinkung:
http://www.physik.uni-osnabrueck.de/kristall/kristalle/BaTiO3.JPG
Der Kristall unten rechts, ein Perowskit, hat einen parasitäten hexagonalen Kristall. Das ist die dünne Tafel. der Oktaeder darunter ist kubisch. Beide warenim gleiche nTiegel bei der gleichen Temperatur. Aber in der Regel muss sich was am Wachstum ändern, damit sich die Trcht ändert.
MFg
Frank
smoeller:
Hallo,
Gibt es durchaus, und zwar gar nicht so selten. Zum Baryt: Ich hatte mal eine Stufe von der Grube Clara, da waren graue Meißelspäte und gelbe Honigspäte in tafeliger Ausbildung drauf. In Seifersdorf bei Freiberg in Sachsen war ein Calcitgang aufgeschlossen, der reich an Drusen war. Da kamen in räumlicher Nähe sowohl Rhomboeder als auch Skalenoeder als auch prismat. xx vor, allerdings teilweise von derbem Calcit getrennt. Das zeigt aber, dass sich in einer zusammenhängenden Gangfüllung die Verhältnisse relativ rasch geändert haben dürften, wenn nebeneinanderliegende Drusen/Klüfte unterschiedliche Ausbildungen beinhhalten.
So etwas kann unter anderem durch Veränderung der Lösungszusammensetzung (z.B. neue Zufuhr oder Verarmung an bestimmten Komponenten) geschehen, oder durch Veränderung von Druck oder Temperatur.
In manchen Fällen entstehen Skelettkristalle oder Szepter, in anderen Fällen verändern sich Tracht, Habitus, Farbe etc. ganz, es entstehen mehrere Generationen (so wie das Beispiel mit den Baryten).
Häufig sind bei Fluoritoktaedern die Flächen hinterher von kleineren Würfeln überwachsen. Das wäre ein Beispiel für einen Sonderfall der orientierten Verwachsung, bei dem Gast und Wirt das gleiche Mineral sind (müsste dann wohl Homotaxie oder Homöotaxie heissen im Gegensatz zur Epitaxie). Das ist in dem Falle eine Generation (gleiche Farbe, keine Trennschicht oder Einschlüsse im Grenzbereich).
@Krizu: Auf dem Foto sehe ich einen plattig verzerrten Oktaeder neben einem normalen Oktaeder. Die Tracht ist damit dieselbe, nur der Habitus ist ein anderer (wennn man das auf kubische Kristalle mit identischen Achsenlängen in allen 3 Raumrichtungen so anwenden kann). Ja, beide waren im gleichen Tiegel, aber entweder gab es einen Temperaturgradienten oder die Diffusion war nicht gleichmäßig (schnelleres Wachstum in a und b, langsameres in der vertikalen.
Glück Auf!
Smoeller
Krizu:
Hi,
die Beiden wurden gut untersucht, glaube mir ;-) der Oktaeder hat den tetragonalen Phasenübergang durchlaufen, die hexagonale Platte nicht und ist daher klar.
Der Unterschied könnte der Sauerstoffgehalt der Schmelze sein, aber unwahrscheinlich. Die Lösung wurde während des Wachstums durch eine sehr effiziente Technik durchmischt. Der Temperaturgradient war ohne Durchmischung kleiner als 1K/cm.
MfG
Frank
Hammerfaust:
Hallo ihr beiden,
das war sehr aufschlussreich und interessant. Danke für die schnellen Antworten.
Dann muß ich bei mancher Stufe doch nochmal etwas genauer hinschauen und an der Fundstelle die Umgebung genauer untersuchen.
Glück auf Hammerfaust
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