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altes label-Fundortfrage / Dognaczka in Rumänien

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Embarak:
Hallo

Aus einer alten Sammlung ein Schweizerit mit 2 alten labels. Offensichtlich ein Serpentin.
Schweizerit ist im Lexikon als Synonym für Chrysotil angegeben.
In meinen alten Strunz-Ausgaben ( 3 + 6) ist Schweizerit beschrieben als
veralteter Begriff für massigen Serpentin, meist Chrysotil, seltener Antigorit.

Schwieriger wird es beim Fundort:
Beim oberen Zettel lese ich Dognaczka oder Dognoczka,
beim unteren ist es Dognoczka, Ungarn

Für Dognaczka haben wir einen Eintrag im Lexikon, nur leider in Rumänien !

Google gibt wenig her. Hinweise auf Dognoska im Temeswarer Banat,
Dognaczka im Bannate .
Ich komme nicht weiter.  :-\

Wie alt können die labels sein ?
Wie waren die Grenzverläufe zu der Zeit ?
Ist mit allen Bezeichnungen derselbe Ort gemeint ?
Andere Vorschläge ?

Gruß
Norbert



Collector:
Hallo Norbert

die Aufteilung der Donaumonarchie wurde mit dem Vertrag von Trianon 1920 beschlossen.  D.h., dass der Bergbauort Dognatschka( iungarisch: Dognazczka)  vorher  zur Monarchie (Österreich-)-Ungarn gehörte und ab 1920 zu Rumänien.
Kannst Dich ja mal kundig machen; eine informative Beschreibung der Bergbaureviere im Banat unter

http://books.google.es/books?id=7XJBAAAAcAAJ&pg=PR25&lpg=PR25&dq=Dognaczka&source=bl&ots=0gV-5dSU6y&sig=qz1sNXIzW3Mk9614hsNJ8-o7Z8c&hl=de&sa=X&ei=8I4HT6yeC5O0hAfdme2nCQ&redir_esc=y#v=onepage&q=Dognaczka&f=false

und zum Vertrag von Trianon unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Trianon

Einen Hinweis findest Du auch unter
http://www.banater-aktualitaet.de/akt2dog.htm

Ganz unten wird erwäjhnt, dass das gesamte BAnater Bergland (inklusive Donatschka) 1919 an Rumänien fiel.

Ich hab mir auch noch mal die Mühe gemacht und in meinem "Meyers Handlexikon des allgemeinen Wissens" von 1888 zu stöbern. Da steht unter Banat (wozu Donatschka/Donaczka gehört):

"Insbesondere Name einer Landschaft in Ungarn, die Komitate Temes (Anm.: dazu gehört Donaczka), Torontal und Krasso und die Banater Militärgrenze umfassend, mit der Hauptstadt Temesvar, von jeher zu Ungarn gehörend."

D.h., Du kannst mit ruhigem Gewissen Deine wunderschöne Stufe unter Dognaczka, Banat, Ungarn einordnen.

Gruß
Peter

Haubi:
Hallo,

das kann ich so bestätigen, die verschiedenen Schreibweisen für Dognacska bzw. heute Dognecea meinen alle das selbe Fundgebiet im Banat/Rumänien, früher zu Ungarn gehörend.

Die Stufe würde ich mineralogisch eher zum Antigorit stellen, ist ein sehr hübsches Exemplar eines ansonsten unscheinbaren Minerals.
Die Etiketten sind ca.um 1900 entstanden, das untere aufgrund der typischen Jugendstilzeit-Schriftart etwas später (1910-1920). Das passt auch gut zur historischen Neuordnung der Region.

Glückauf.
Uwe

Philip Blümner:

--- Zitat von: Collector am 07 Jan 12, 01:31 ---D.h., Du kannst mit ruhigem Gewissen Deine wunderschöne Stufe unter Dognaczka, Banat, Ungarn einordnen.

Gruß
Peter

--- Ende Zitat ---

Hallo Peter,
du meinst doch Rumänien, oder?  :)

Gruß Philip

Collector:
Hallo Philip

Nein !

Bitte vorherigen Post mit den links lesen.  Dognaczka war bis 1919 immer Ungarn. Da der Eisenerz- und Kupferbergbau noch während österreichisch-ungarischen Monarchie in den 1880er bis 1890erso langsam zu Ende ging, ist eine Alterseinstufung der von Embarak gezeigten Stufe mit Sicherheit als von Dognaczka in Ungarn stammend anzunehmen.
Dognaczka in Rumänien gibts erst seit 1920.

Bitte lesen !
Gruß
Peter

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