Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición > Zeugen des Bergbaus / evidence of mining
Bergbau Palleiten - Gallzein
loismin:
Hallo Julian.
Fundstellen eintragen immer im Lexikon !
Wenn du es nicht schaffst hilft dir dabei sicher jemand !!
Wattenberg sagt mir jetzt momentan nichts, aber vielleicht gibt es einen anderen Namen dazu !!
Gruß
Lois
Mineralroli:
Hallo
Das fand ich im Internet unter Wattenberg:
Auf einer Höhe von 2.500 m ü. A. wurde im Wattenberger Mölstal 1315 das älteste Eisenbergwerk Nordtirols aufgeschlagen. Die Erzschmelze war im Bereich der heutigen Papierfabrik Wattenspapier. Wasser und Wasserkraft aus der Gemeinde Wattenberg war der Grund für die Errichtung von Industriebetrieben mit Weltgeltung, wie Swarovski und Wattenspapier, in dem zur Marktgemeinde aufgeblühten Wattens am Talboden des Inntals.
beste Grüße
Roland
grauesmaennlein:
--- Zitat von: Mineralroli am 15 Jan 12, 20:30 ---Hallo
Das fand ich im Internet unter Wattenberg:
Auf einer Höhe von 2.500 m ü. A. wurde im Wattenberger Mölstal 1315 das älteste Eisenbergwerk Nordtirols aufgeschlagen. Die Erzschmelze war im Bereich der heutigen Papierfabrik Wattenspapier. Wasser und Wasserkraft aus der Gemeinde Wattenberg war der Grund für die Errichtung von Industriebetrieben mit Weltgeltung, wie Swarovski und Wattenspapier, in dem zur Marktgemeinde aufgeblühten Wattens am Talboden des Inntals.
beste Grüße
Roland
--- Ende Zitat ---
Das gibt es natürlich auch dort. Eher in vergessenheit geraten ist aber Dieser (Auszug)
Ein gut erhaltener alter Bergbau befindet sich über dem linken Ufer des Wattenbaches
im unteren Teil des Schafbrandes gegenüber dem Kalksteinbruch. Man
gelangt dorthin in 20 Minuten auf dem von der" Sag" am westlichen Ufer talein
führenden Weg, der einen kleinen Seitenbach überschreitet. Knapp vor der Waldlichtung
(Holzlagerplatz) verläßt man den Weg und steigt durch steilen Wald bis
zum 40 Meter höher liegenden Felsbeginn in rund 1070 m Höhe empor. In der Österreichischen
KarteI: 25.000 (Blatt 149/1 Lizumer Reckner) ist diese Stelle 3 mm
unterhalb des nördlichen Kartenrandes zu suchen. Es sollen hier drei Stollen eingetrieben
sein. Zwei, die befahren werden konnten, sind nahe beisammen, der dritte
soll sich oberhalb befindens=.
Das Mundloch des unteren Stollens (85Meter über der Sag) ist durch nachgebrochenen
Fels etwas verändert, und zwar erweitert und zurückversetzt. Davor erkennt man noch einen
grabenartigen Einschnitt, der auf die ganz undeutlich gewordene und jetzt mit Bäumen
bestandene Halde führte, die sich wegen der Steilheit des Geländes nicht halten konnte.
Vom Mundloch gelangt man in einen größeren, 15m langen und mehrere Meter hohen Raum.
Rechts führt nach 10 Metern gegen Norden eine durch mehrere quer gelegte Hölzer gebildete
6 m lange Stiege auf eine 4 m tiefere Strecke und von hier geht es in gerader Fortsetzung
weitere 14 m abwärts bis zu einer klaren Waeeeransammlung. Die genannte Strecke hält
sich genau an den Schichtenverlauf und endet gegen Nordosten bereits nach 3,5 m, gegen
Südwesten setzt sie sich mit teilweise niederem Stollenprofil 30 m fort und endet ebenfalls
mit einer Wasseransammlung in der hier etwas vertieften Sohle. Von der Mitte dieser Strecke
führt ein dem Ansteigen der Schichten folgender Aufbruch nach Südosten, wo er in eine andere
Strecke bzw. obere Sohle mündet, die durch ein stark verbrochenes, aber noch schliefbares
Stück mit dem höheren Stollen in Verbindung steht.
Dieser obere Stollen liegt 8 m höher und etwas weiter südlich. Von der Halde ist nichts
mehr zu sehen. Das Mundloch ist durch Versturz verengt, so daß jetzt der Einstieg nach
unten führt. Links ist ein kleiner künstlich erweiterter, wohl als Unterstand dienender Überhang
mit Bohrlöchern. Weiter nördlich (gerade über dem unteren Stollen) fällt ein ebenes
Plätzchen am Fuß der Felswand auf, das vielleicht für Wohnzwecke gedient hatte. Nach
dem Mundloch folgt ein mehrere Meter breites Stollenstück, das sich dann auf das für alte
Baue übliche Maß verengt, schließlich abwärts führt, wo nach 21 Metern Gesamtlänge eine
Teilung eintritt. Der linke Ast steigt zunächst an, biegt dann im rechten Winkel ab und senkt
sich gegen das sichtbare Ende, 35 m vom Mundloch, bzw. 14m von der Teilungsstelle entfernt.
Die rechte Abzweigung führt mit Gefälle nach Norden, dann nach Nordosten. Der obere
Stollen steht durch diese Strecke mit dem unteren in Verbindung, was sich auch durch deutlichen
Luftzug am höheren Mundloch kundtut.
Die beiden Stollen durchdringen den Quarzphyllit und seine Einlagerung von
weißem bis grauem marmorisiertem Kalle Die Bänke und Schieferungsflächen neigen
hier mit 30 Grad gegen Nordwesten. Die Stollen und Strecken wurden hauptsächlich
im Gesteinsstreichen vorgetrieben und dann ist man, dem Einfallen entsprechend,
bestimmten Lagen nach oben und unten gefolgt. Die aus den Stollen geschafften
und über den Hang zum Wattenbach gestürzten Gesteinsmengen müssen nach den
verbliebenen Hohlräumen sehr beträchtlich gewesen sein. Ein geringer Teil des
anfallenden tauben Materials wurde im Berginnern belassen und an geeigneten
Stellen als sogenannter "Versatz" aufgeschichtet, was den umständlichen Transport
zu Tage (aus dem unteren Stollen über die Stiege herauf) erspart hat. Von den
großflächigen schichtparallelen Decken haben sich dicke Platten gelöst und Verstürze
bewirkt.
Wie die von den Alten stehen gelassenen Erzspuren beweisen, kommt hier Eisen
und Kupfer vor. Das Eisen bildet an vielen Stellen braune Linsen und Züge.
Das Kupfer verrät sich durch gelegentlich intensive Grünfärbung (Malachit). Es
wurde aber auch unzersetztes Erz (Kupferkies) bemerkt.
Das Alter dieses Bergbaues ist nicht bekannt. Jedenfalls deuten die vielen aber
ziemlichengen und in Handarbeit eingetriebenen Bohrlöcher auf ein späteres Stadium
der Erzgewinnung. Ein Bohrloch war bereits mit einer Sinterkruste überzogen.
Die noch erhaltenen Stempel, Bretter und sonstigen Grubenhölzer sprechen für
Wiedergewältigung in neuerer Zeit. Sie können aber auch Reste jener Untersuchungsarbeiten
sein, die nach dem ersten Weltkrieg der Bergbauunternehmer Sebastian
Kandler durchführte, wobei auch Sprengungen vorgenommen wurden.
Beim Umgraben der Felder des Anwesens "Keil" am unteren Wattenberg (Besitzer
Adolf Steinlechner) wurden wiederholt in der Nähe des Hauses Schlacken und
Erzstücke gefunden. Das Anwesen liegt etwas oberhalb der Wattentaler Straße
außerhalb "Grub". Auf den ebenfalls zum "Keil" gehörigen Grundstucken unterhalb
der Straße, zwischen dieser und dem Wattenbach, soll es noch einige Stollen geben,
die erst erkundet werden müssen. (Mitteilung des Herrn Hartmann Schwaiger
und des Herrn Dr. Alfons Kasseroler, beide in Wattens, an den Verfasser.)
___
34a Besonderer Dank gebührt den Betriebsangehörigen der Firma D. Swarovski: Herrn
~1rr.Alfons Kasseroler, der auf meine Bitte die am 2. November 1957 durchgeführte Befahrung
Id"iesesBergbaues veranlaßte, Herrn Hartmann Schwaiger, der mit guter Ortskenntnis zu den
Stollen führte und Aufklärungen gab sowie Herrn Ingenieur Fritz Kolb für den Transport
und für die geduldige Mithilfe bei den Vermessungen.
und hier noch ein paar Fotos dazu, leider mit einer ziemlich miesen Kamera
http://www.flickr.com/photos/65840157@N02/sets/72157628289218391/
loismin:
Hallo Julian.
Na das ist doch wirklich eine schöne Sache !
In Wattens hab ich noch nie gesucht, deshalb hab ich das auch nicht gekannt.
Es gibt in der Umgebung von Innsbruck und Hall usw. noch zig dutzende von Kleinbergbauen auf Eisen, Blei usw.
von denen noch kaum jemand was gehört hat.
Da wartet für die Fleissigen noch jede Menge Arbeit und Abenteuer.
Danke für den Bericht :)
Gruß
Loismin
grauesmaennlein:
Kein Problem loismin,
das bin ich dir ja schon fast schuldig gewesen :) . Leider hatte ich zu der zeit kein GPS Gerät, ich kann die Stelle zwar ungefähr auf dem Kopf einzeichnen, aber der Genauigkeit halber werde ich das Ganze nochmals mit einem ordentlichen Garmin orten und dann fürs Lexikon vorschlagen, aber vorerst findet man mit der Beschreibung auch hin.
Danke nochmals für deinen Literaturvorschlag, der Pirkl hat mir echt die Augen geöffnet was es da noch alles zu entdecken gibt, war heute schon bei Heilig Kreuz und habe den "Schurfstollen" ausgemacht, den ich bei Gelegenheit mal befahren werde.
Ich glaube der Thread weicht nun schon ziemlich vom Thema ab, aber das wird sicher nicht mein Letzter sein.
Nochmals vielen Dank, wirklich tolles Forum hier
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