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Autor Thema: Welches Makroobjektiv für meine Spiegelreflexkamera?  (Gelesen 7441 mal)

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Offline Sonntag

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Hallo,
vor einer Woche habe ich mir nach langer Überlegung eine Spiegelreflexkamera Nikon D90 gekauft.
Hiermit möchte ich meine Mineralien fotografieren, die eine Größe zwischen 5 - 50 cm haben. Jetzt fehlt mir noch das richtige Makroobjektiv.
Hat jemand Erfahrungen mit Makros (50/60/100mm) von Nikon, Zeiss, Canon, Tamron, Sigma usw.?
Für eine Antwort bin ich sehr dankbar!
Beste Grüße
Sonntag
« Letzte Änderung: 19 Jan 12, 23:33 von Sonntag »

Offline Hammerfaust

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Re: Welches Makroobjektiv für meine Spiegelreflexkamera?
« Antwort #1 am: 20 Jan 12, 11:54 »
Hallo Sonntag,

ich habe an meiner Nikon F90 lange das 2,8/60mm Makroobjektiv benutzt.
Bin mit der Abbildungsleistung immer sehr zufrieden gewesen.
Auch grade weil man es auch als Standardobjektiv verwenden kann ohne große Einbußen zu haben (gegenüber dem Z.B. 1,8/50mm Normalobjektiv).
Einziges Manko ist der Arbeitsabstand. Je kürzer die Brennweite desto näher muß man ran.
Aber das 105mm Macro von Nikon ist auch ein sehr, sehr gutes Objektiv.
Eine günstigere alternative ist z.B. das 90mm Macro von Tamron. Mein Vater nutz es und ist durchweg zufrieden damit.

Natürlich fotografieren wir beide nur analog. ;D Aber man kann die Erfahrungen bestimmt auch auf den digitalen Kram  :) übertragen.


Schöne Grüße Hammerfaust

Offline der Sauerländer

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Re: Welches Makroobjektiv für meine Spiegelreflexkamera?
« Antwort #2 am: 20 Jan 12, 14:09 »
Hi Hammerfaust,

da wird dir Jeder was anderes raten. Aber da Du eine Nikon hast, brauchst Du ja nach Canon gar nicht zu schauen  ;)
Deine Stufen beginnen bei 5 cm? Und bis 50 cm? Dann was kurzes. Das Sigma 50/2,8 ist gut. Nikon sowieso, aber teuer. Für kleine Nädelchen auf deinen Stufen das Nikon 105. Das ist gnadenlos gut!!!
Bei kurzen Brennweiten(50/60) kannst Du auch Achromaten davor oder Zwischenringe dahinter schalten für klitzekleine Kristalle.

Fazit: was kurzes!

Gruß

Offline berthold

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Re: Welches Makroobjektiv für meine Spiegelreflexkamera?
« Antwort #3 am: 20 Jan 12, 14:16 »
Hallo,

Zitat
Aber das 105mm Macro von Nikon ist auch ein sehr, sehr gutes Objektiv.

ja, das würde ich unterschreiben. Dieses Objektiv hatte ich lange Jahre (bis zum Umstieg auf Canon) im Einsatz. Vorteil der längeren Brennweite ist der etwas größere Arbeitsabstand, da tut man sich besonders im Zusammenspiel mit Zwischenringen/Balgengerät mit der Beleuchtung etwas leichter.

Gruß
Berthold

Offline aca

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Re: Welches Makroobjektiv für meine Spiegelreflexkamera?
« Antwort #4 am: 21 Jan 12, 15:57 »
Ich habe für meine D300 (die in etwa der D90 entspricht) 3 verschiedene:

1. Micro-Nikkor AF 60mm f/2.8 D (das "alte")

2. Micro-Nikkor AF-S 105mm f/2.8G IF-ED VR (das "neue")
Berthold hatte wahrscheinlich das "alte" Micro-Nikkor AF 105mm f/2.8 D (oder?)

3. Leica Apo-Macro-Elmarit-R 100 f/2.8 mit Elpro Linsen-Aufsatz, Leitax -Adapter für Nikon

=================
Micro-Nikkor AF 60mm f/2.8 D
(das alte)

Das alte 60er gibt es relativ günstig gebraucht (200-300 Euro).
Meines zeigt auf einer D300 keine chromatische Aberrationen, auch nicht im Nahbereich, und ist, sobald etwas abgeblendet bis in den Randbereich scharf.
Es verzeichnet so gut wie gar nicht: eine am Rand des Bildes liegende Kristallfläche ist gerade, wunderbar, wenn man Bilder zusammensetzen möchte.
Das Objektiv ist für alles, was grösser als ca 5cm ist, sehr gut.
Bei grossen Stücken ist die 60mm Brennweite ideal für den Arbeitsabstand.
Für 1:1 ist allerdings der Arbeitsabstand zu klein, außerdem hat man das Problem, dass die Brennweite sich in dem Bereich immer weiter verkürzt, fokussieren kann man eigentlich nur mit einem Fokussierschlitten bequem.
Das Objektiv ist auch in Umkehrstellung auf dem Balken sehr gut (dann kommt man auf ca. 3:1), man muss allerdings auf mindestens 5.6 abblenden, sonst sind die longitudinalen Aberrationen zu stark.

(Jeff Scovil benutzt dieses Objektiv)

=================
Micro-Nikkor AF-S 105mm f/2.8G IF-ED VR
(das neue)

Wegen dem Arbeitsabstand bei kleinen Stücken habe ich mir dieses Objektiv gekauft.
Es ist ordentlich scharf etc. aber ich betrachte es dennoch als Fehlkauf, weil es im Nahbereich deutliche laterale CA zeigt.
Das ist mir beim Stacken aufgefallen, da hatte ich plötzlich Farbsäume, das gab's beim alten 60er nie. Und die neue Linse sollte ja besser sein als die alte - würde man denken.
Ich habe das Ding 2 mal (!) zum Testen und Korrigieren bei Nikon eingeschickt, aber die finden, dass alles im Rahmen ist. 
Werde ich vielleicht wieder verkaufen. Zur Zeit hat es ein Freund, der völlig begeistert ist, aber der geht auch nicht nah ran und macht JPGs.
Es soll bei diesem Objektiv eine gewisse Streuung in der Qualität geben, also vor dem Kauf testen, vielleicht erwischt man ein hervorragendes.

=================
Leica Apo-Macro-Elmarit-R 100 f/2.8
Ich weiss, dass das Leica nicht wirklich eine Option für jemand ist, der mit dem Mineralienknipsen anfängt, es ist sauteuer und umbauen muss man es für eine Nikon auch noch (für Canon gibt es fertige Adapter).
Aber man liest sehr wenig darüber.


Weil ich mit dem 100 VR nicht wirklich glücklich bin, brauchte ich "was Besseres" und das ist gar nicht so einfach.
Das alte 100er Nikon wäre eine Möglichkeit, es ist ähnlich konstruiert wie das alte 60er.
Zeiss habe ich nicht probiert, wegen Berichten über deutliche longitudinale CAs, und die kann man nicht rausrechnen. Außerdem nur maximal 1:2.

Das Leica hat einen "guten" Ruf, ist aber gebraucht entsprechend teuer (die Marke für den Zahnarzt  ;D ) .
Es schafft nur 1:2 (so wie z.B. auch die Zeiss Makros), aber 1:1 für mehr gibt es einen speziellen Linsenaufsatz (Elpro 1:2-1:1), der ist leider auch nicht billig.
Meine gebrauchte Kombo hat mit Umbausatz von Leitax ca. 1400 Euro gekostet, das ist gemessen am Neupreis quasi nachgeschmissen (stöhn, wo die Liebe hinfällt).

"Im Feld" ist das Objektiv tatsächlich bemerkenswert und bereits offen bis in die Ecken totscharf, hoher Kontrast etc.
Ohne Aufsatzlinse sieht man im Nahbereich allerdings leichte chromatische Aberrationen (obwohl es APO heisst). Nicht so stark wie beim Nikon 100er, aber immerhin, sollte eigentlich nicht sein. Werde ich bei Gelegenheit mal zu Leica schicken.
Wenn man die Vorsatzlinse für den Nahbereich draufschraubt, sind die CAs weg und die Ergebnisse sehr gut, besser als mit dem 60er. Man kommt auch ein bißchen "näher dran", die Linse schafft 1,1:1, auf der D300 also knapp 20mm FOV statt der 23mm bei 1:1.
"Automatische" geht dann übrigens nichts mehr, alles ist manuell.
Schönes Teil, sehr solide gebaut, aber auch hier wird nur mit Wasser gekocht.

====================

Longitudinale CA sieht man übrigens bei allen 3 Linsen, die nerven etwas, wenn man stacken will, man muss also abblenden, ab f8 wird es dann langsam erträglich. 
Das alte Voigtländer Lanthar 125 soll keine gezeigt haben, aber das ist quasi nicht mehr zu bekommen ($$$$).

Die Linsentests im Internet sind für Makros übrigens mit Vorsicht zu geniessen, weil in der Regel nicht im Nahbereich gemessen wird.

Offline Sonntag

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Re: Welches Makroobjektiv für meine Spiegelreflexkamera?
« Antwort #5 am: 22 Jan 12, 13:24 »
Hallo,
vielen Dank für eure Informationen. Die Infos helfen mir die richtige Entscheidung zu treffen.
Nächste Woche werde ich verschiedene Objektive in einem Fachgeschäft ausprobieren.
Beste Grüße vom Rhein
Sonntag

Offline pseudonym

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Re: Welches Makroobjektiv für meine Spiegelreflexkamera?
« Antwort #6 am: 23 Jan 12, 11:41 »
Schau mal ob sowas mit der Kamera geht ,das ist Makrofotographie zum Spartarif , nur verät dir das keiner weil er dir ja Objektive verkaufen will :

http://de.wikipedia.org/wiki/Retrostellung

Das funzt tatsächlich , damit kann man mit nen 35 mm Praktikaobjektiv ne Wespe formatfüllend abbilden ohne Probleme , kann aber leider gerade nix zeigen ,hab nur analoge Bilder und keinen Scanner .

So ein Adapter kostet um die 20 € , eine Seite Kamerabajonett ,andere Filtergewinde .

Ich verwende dazu ne Minolte Dynax 5 und DDR-Praktikaobjektive , Zwischenringe und Balken kann man zusätzlich noch verwenden , Schärfentiefe ist auch kein Problem wenn man genug Licht hat , aber das braucht man eh für Macro . . .

Habe Bilder hier :

-Pfefferkorn 45 mm groß

-Wespe 11 cm groß

-Salzkörner auf Laugenbrezel  1,5 cm groß

-Diabolo Luftgewehr 4,5 mm -4,5 cm x 7,5 cm

-Streichholzkuppe 2,8 cm breit

-50 Pf Stück Durchmesser 8 cm

-Ausschnit aus einem 10 ct-Stück , die Null ist 8 cm groß ,hohe Seite

Macht mal Google Bildersuche : Retrostellung . . .
« Letzte Änderung: 23 Jan 12, 11:46 von pseudonym »

Offline aca

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Re: Welches Makroobjektiv für meine Spiegelreflexkamera?
« Antwort #7 am: 25 Jan 12, 23:40 »
Natürlich funktioniert die Retrostellung sehr gut, ich benutze sie auch (obwohl ich 2 gute Makroobjektive habe), aber ein vollwertiger Ersatz für Makroobjektive ist das nicht:
Konstruktionsbedingt kann man mit ihnen nur Dinge abbilden, die sich in einem bestimmten Abstand zur hinteren Linse befinden, der etwa dem Abstand zwischen Film/Sensor und der hinteren Linse des Objektives in Normalstellung enstpricht. Das sind bei den üblichen Kleinbildobjektiven etwa 4 bis 5 cm.
Das bedeutet, dass der Bildausschnitt nur in begrenzten Umfang über die Länge des Balgenauszuges bestimmt werden kann, und den Arbeitsabstand kann man noch weniger ändern. Dazu müsste man schon an der Optik rumschrauben.

Es ist also unmöglich, damit z.B. eine komplette Handstufe zu fotografieren.
Normalobjektive und Weitwinkel in Retrostellung sind sehr gut im Bereich von 1:1 bis 5:1, also bei Bildausschnitten von ca 30 bis 5 mm.
Sind eine guter Ersatz für Lupenobjektive mit vergleichbarer Vergrösserung, allerdings ist die Ausleuchtung mit ihnen schwieriger, sie sind einfach klobiger als die kleinen Lupenobjektive oder Mikroskop-Objektive.


Offline pseudonym

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Re: Welches Makroobjektiv für meine Spiegelreflexkamera?
« Antwort #8 am: 25 Jan 12, 23:43 »
Na das stimmt für sehr kleines gehts mit Retro , bei größeren Stücken schleifts - da kommt dann dein Macro zum Zug .

Offline Josef 84,55

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Re: Welches Makroobjektiv für meine Spiegelreflexkamera?
« Antwort #9 am: 26 Jan 12, 01:20 »
Eine weitere Alternative währen Vergrößererobjektive. Diese Objektive sind für ähnliche Abstände gerechnet wie bei diesem Anwendungsbereich. ca. 5-6cm vom Negativ zur Linse und ca. 30-40 cm  zum Fotopapier. Leider ist die die Handhabung nicht so flexibel da sie keine eigene Focusiereinrichtung haben. Man braucht einen Balgen oder verstellbare Zwischenringe um die gewünschte Bildbreite genau einstellen zu können. Ich benutze ein Schneider Kreutznach Componon 80/5,6 und ein Apo Rodagon 50/2,8 und bin zufrieden mit den Ergebnissen. Je nach Arbeitsabstand in Retro- oder Normalstellung. Adapterringe habe ich bis jetzt noch alle bei Ebay gefunden.
Mein Lieblingobjektiv ist allerdings ein 105/2,8 Makro für 4/3 von Sigma. Die Mechanik ist zwar nicht die solideste, die Optik ist dagegen erstklassig.
Bei den analog Optiken, die ich bis jetzt getestet habe, ist das Bild nicht ganz so Kontrastreich wie bei den moderneren Digitalen. Ich denke das liegt daran, das der Chip meist kleiner ist und das Licht das nicht auf den Chip fällt im Kamerainneren gestreut wird. Die Vergütungen sind bei den getesteten auch besser. Z.B. ist bei meinem Olympus OM 50/1,4 der Kontrast weit schlechter als beim Kitobjetiv Zuiko Digital 14-42 F3,5-5,6.
Grüße Josef

 

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