Ich habe für meine D300 (die in etwa der D90 entspricht) 3 verschiedene:
1. Micro-Nikkor AF 60mm f/2.8 D (das "alte")
2. Micro-Nikkor AF-S 105mm f/2.8G IF-ED VR (das "neue")
Berthold hatte wahrscheinlich das "alte" Micro-Nikkor AF 105mm f/2.8 D (oder?)
3. Leica Apo-Macro-Elmarit-R 100 f/2.8 mit Elpro Linsen-Aufsatz, Leitax -Adapter für Nikon
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Micro-Nikkor AF 60mm f/2.8 D
(das alte)
Das alte 60er gibt es relativ günstig gebraucht (200-300 Euro).
Meines zeigt auf einer D300 keine chromatische Aberrationen, auch nicht im Nahbereich, und ist, sobald etwas abgeblendet bis in den Randbereich scharf.
Es verzeichnet so gut wie gar nicht: eine am Rand des Bildes liegende Kristallfläche ist gerade, wunderbar, wenn man Bilder zusammensetzen möchte.
Das Objektiv ist für alles, was grösser als ca 5cm ist, sehr gut.
Bei grossen Stücken ist die 60mm Brennweite ideal für den Arbeitsabstand.
Für 1:1 ist allerdings der Arbeitsabstand zu klein, außerdem hat man das Problem, dass die Brennweite sich in dem Bereich immer weiter verkürzt, fokussieren kann man eigentlich nur mit einem Fokussierschlitten bequem.
Das Objektiv ist auch in Umkehrstellung auf dem Balken sehr gut (dann kommt man auf ca. 3:1), man muss allerdings auf mindestens 5.6 abblenden, sonst sind die longitudinalen Aberrationen zu stark.
(Jeff Scovil benutzt dieses Objektiv)
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Micro-Nikkor AF-S 105mm f/2.8G IF-ED VR
(das neue)
Wegen dem Arbeitsabstand bei kleinen Stücken habe ich mir dieses Objektiv gekauft.
Es ist ordentlich scharf etc. aber ich betrachte es dennoch als Fehlkauf, weil es im Nahbereich deutliche laterale CA zeigt.
Das ist mir beim Stacken aufgefallen, da hatte ich plötzlich Farbsäume, das gab's beim alten 60er nie. Und die neue Linse sollte ja besser sein als die alte - würde man denken.
Ich habe das Ding 2 mal (!) zum Testen und Korrigieren bei Nikon eingeschickt, aber die finden, dass alles im Rahmen ist.
Werde ich vielleicht wieder verkaufen. Zur Zeit hat es ein Freund, der völlig begeistert ist, aber der geht auch nicht nah ran und macht JPGs.
Es soll bei diesem Objektiv eine gewisse Streuung in der Qualität geben, also vor dem Kauf testen, vielleicht erwischt man ein hervorragendes.
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Leica Apo-Macro-Elmarit-R 100 f/2.8
Ich weiss, dass das Leica nicht wirklich eine Option für jemand ist, der mit dem Mineralienknipsen anfängt, es ist sauteuer und umbauen muss man es für eine Nikon auch noch (für Canon gibt es fertige Adapter).
Aber man liest sehr wenig darüber. Weil ich mit dem 100 VR nicht wirklich glücklich bin, brauchte ich "was Besseres" und das ist gar nicht so einfach.
Das alte 100er Nikon wäre eine Möglichkeit, es ist ähnlich konstruiert wie das alte 60er.
Zeiss habe ich nicht probiert, wegen Berichten über deutliche longitudinale CAs, und die kann man nicht rausrechnen. Außerdem nur maximal 1:2.
Das Leica hat einen "guten" Ruf, ist aber gebraucht entsprechend teuer (die Marke für den Zahnarzt

) .
Es schafft nur 1:2 (so wie z.B. auch die Zeiss Makros), aber 1:1 für mehr gibt es einen speziellen Linsenaufsatz (Elpro 1:2-1:1), der ist leider auch nicht billig.
Meine gebrauchte Kombo hat mit Umbausatz von Leitax ca. 1400 Euro gekostet, das ist gemessen am Neupreis quasi nachgeschmissen (stöhn, wo die Liebe hinfällt).
"Im Feld" ist das Objektiv tatsächlich bemerkenswert und bereits offen bis in die Ecken totscharf, hoher Kontrast etc.
Ohne Aufsatzlinse sieht man im Nahbereich allerdings leichte chromatische Aberrationen (obwohl es APO heisst). Nicht so stark wie beim Nikon 100er, aber immerhin, sollte eigentlich nicht sein. Werde ich bei Gelegenheit mal zu Leica schicken.
Wenn man die Vorsatzlinse für den Nahbereich draufschraubt, sind die CAs weg und die Ergebnisse sehr gut, besser als mit dem 60er. Man kommt auch ein bißchen "näher dran", die Linse schafft 1,1:1, auf der D300 also knapp 20mm FOV statt der 23mm bei 1:1.
"Automatische" geht dann übrigens nichts mehr, alles ist manuell.
Schönes Teil, sehr solide gebaut, aber auch hier wird nur mit Wasser gekocht.
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Longitudinale CA sieht man übrigens bei allen 3 Linsen, die nerven etwas, wenn man stacken will, man muss also abblenden, ab f8 wird es dann langsam erträglich.
Das alte Voigtländer Lanthar 125 soll keine gezeigt haben, aber das ist quasi nicht mehr zu bekommen ($$$$).
Die Linsentests im Internet sind für Makros übrigens mit Vorsicht zu geniessen, weil in der Regel nicht im Nahbereich gemessen wird.