Hallo Jens!
Konnte ja sein, dass du das Phänomen nicht in der Erdinger Gegend fotofiert hast.

Hab mich ja nun schon einige Zeit durchs bayrische Quartär gebohrt und öfter seltsame Dinge mitm Wasser erlebt.
Hier mal ein Beispiel: Bei Gersthofen(Augsburg) wurde ein Ausgleichsbiotop am Auwald geschaffen. Das Biotop heißt Branntweinbach!

Alles von den Menschen gut geplant und ausgeführt, dann kam der Biber. Der sagte: Nö, wie häßlich, ich bau mal kurz um. Seit dem ist dort selbst im heißesten Sommer alles vernässt und überflutet. Nun kommt der Knaller! Ca. 200m weiter befindet sich die Lech (ca.12m tiefer lt.Pegelmessung) und die war fast trocken(2010)!
Unser Bohrpunkt lag 2Meter neben dem bis zum Rand gefüllten, fließenden, Branntweinbach. Der logische Menschenverstand sagt gleich: Bachufer also Grundwasserstand ca.20-30cm unter GOK. Nix war! Die Bohrung war bis 3mTeufe trocken.

Die Bohrergebnisse (RKS+DPH) erbrachten weitgestufte Kiese in relativ gleichförmiger Lagerung.
Ich frag mich bis heute, wie sowas geht....
Vielleicht sind irgendwelche cm starke Schluffschichten die Lösung, die im Kies kaum auffallen, aber wasserstauend wirken. Ich könnte mir auch "zementierte" sprich verbackene Kiese vorstellen, welche Wasserstauer sind.
Geologie ist manchmal doch ein Buch mit 7Siegeln.

VG
Raik
PS: Bei dir in der Gegend bin ich froh, wenn Kies im Bohrkern ist. An manchen Stellen gibts ja "Blumenerde"(Torf) en gros.
