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Anlegen von Fundstellen und deren Authentizität

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Doc Diether:
Hallo Allerseits,
ich habe mal was zu Papier gebracht über das Anlegen einer Fundstelle bzw. genauer deren Autentizität.
Hier bitte noch ergänzen/ ändern, wenn nötig.
Habe mich schon oft geärgert, wenn jemand wieder eine neue FS anlegt und das alles aus mindat übernimmt. Mindat hat auch häufig dieses Problem des Nichtkennzeichnens und ist deshalb für mich (sofern dies zutrifft) nicht glaubwürdig.

"Wie wir vor kurzer Zeit durch die Affäre Guttenberg und anderer Politiker im Umgang mit Urheberschaft/ Literatur (z.B. in deren Doktorarbeit) hörten, ist eine deutliche Kennzeichnung der Herkunft äußerst wichtig und das Markenzeichen, wenn man ernst genommen werden will."

"Anlegen einer Fundstelle im Lexikon und Kennzeichnung der Urheberschaft:
-Anlegen von Fundstellen ohne Angaben der Quelle/ Herkunft ist völlig verpönt, da eine Glaubwürdigkeit nicht vorhanden ist!
-Autentizität kann angegeben werden durch klare Angaben des Namens in der letzten Zeile ("Referenz- und Quellangaben"). Dazu gehört dann aber auch hinter den angegebenen Mineralien etc. der eigene Name. (Z.B. Slg.J.Maierhofer).
Selbstverständlich geht das nur, wenn die Angaben durch eigene Belege (Mineralien) gesichert sind.
-Am besten sind Literatur-Zitate oder sichere Angaben der Weblinks. Wie man zitiert, kann man in den schon vorhandenen Seiten finden (in Zweifelsfällen stehe ich zur Verfügung). Wir hatten mal eingeführt, eine entsprechende Überschrift "Literatur" und "Weblinks" drüberzusetzen.
-Die Angabe "Quelle" sollte nur erfolgen, wenn die Angaben auf eigenen Belegen oder sicheren Belegen anderer beruhen. Z.B. "persönliche Mitteilung XY".
-Ein Bezug auf andere Plattformen wie mindat.org halte ich für problematisch in den Fällen, wenn auf der Bezugs-Seite überhaupt keine Quellenangabe steht!
Diese Angabe ist leider wertlos. Sie täuscht Wissen vor, was nicht belegt ist!
Hat mindat aber eine Literaturangabe, so kann man diese schon übernehmen (prüfen!).
-Ein optimales Literaturverzeichnis ist im Mineralien-Verwaltungsprogramm MDAT-COLL-SUPER zu finden, was allerdings als CD erworben werden muß."
Gruß
Doc Diether

ZEO:
Hallo,

das grundsätzliche Problem sehe ich Du. Bei der Anleitung zum richtigen Vorgehen würde ich manches anders schreiben:

Die Literaturangabe oder sonstige Quelle für den Nachweis eines Minerals an einer Fundstelle gehört nicht unten in die letzte Zeile auf die Fundstellenseite. Viele Fundstellen sind oft beschrieben worden, und man müsste dann mühsam herausfinden, wo der Nachweis für ein Mineral steht. Die Angabe gehört in das Feld Referenz bei dem Mineral an der Fundstelle.

Auch die Angabe eines Autorennamens unten auf der Fundstellenseite führt uns nicht weiter. Das Prinzip ist hier im Mineralienatlas ja gerade, dass mehrere Personen so eine Seite so nach und nach erstellen und pflegen können. Und ich glaube nicht, dass man wegen einer Korrektur oder Ergänzung, so hilfreich sie sein mag, unbedingt seinen Namen auf die Seite schreiben sollte, oder gar muss.

Übernehmen von Daten aus anderen Datenbanken wie mindat.org halte ich für vertretbar. Pflicht muss wie immer sein, die Quelle anzugeben. Das Übernehmen eines Eintrags unter Zitieren der dort genannten Literatur halte ich für einen Fehler, wenn man die Arbeit nicht selbst geprüft hat. Es kommt sicher vor, dass in mindat mehr Minerale genannt werden, als in der zitierten Arbeit belegt sind. Und die würde man so fälschlich dieser Arbeit zuordnen.

Grüße
Jürgen

Doc Diether:
Beim Umgang mit Literatur bzw. Authentizität ist es mehr wie nur angeraten, sich an bestehende internationale Regeln und Gepflogenheiten im naturwissenschaftlichen Bereich zu halten!  Es gibt also nicht beliebig Spielraum.
Zu P1: Zum Argument Literatur- oder Quellenangaben im Lexikon gibt es keine Patentlösung.
Aber: Ein Literatur- bzw. Webverzeichnis gehört in den Anhang.
In der Literatur kann man bei bestimmten Angaben wie Mineralien dahinter präzisieren, z.B. mit Nr oder abgekürzter Lit.-angabe.
Ich halte das in Fällen besonderer Mineralien für gut und notwendig. Will man das für alle Mineral-angaben grundsätzlich einführen, so erfordert das zumeist immense Arbeit. Bei der Grube Clara gibt es um die 400 Literaturstellen. Diese auf alle gelisteten Mineralien durchzugehen, ist eine unsägliche Sysyphus-Arbeit. Halte ich nicht für unbedingt sinnvoll. Der Titel in der Literatur (z.B. die Typ-Beschreibung) schränkt ja schon häufig auf das gesuchte Mineral ein. Und dann muß man mit der Literatur arbeiten können. Eine Arbeit liegt auch bei den Fachleuten häufig nicht vor. Also muß man sich auf gewisse Literaturzitate und auf Datenbanken verlassen. (ich habe in unserem Lexikon viele Eingaben, vor allem Mineralien, Fossilien und Literatur gemacht. Ich weiß, wovon ich rede)
Zu P2: Die Angabe des Autoren-Namens ist wie die Unterschrift bei einem Brief. Sie zeigt die Urheberschaft an. Und es spricht absolut nichts dagegen (es ist auch immer darauf hingewiesen worden), daß alle an einem "Werk" beteiligten ihren Namen (Kürzel) eingeben. Ob eine Korrektur oder Ergänzung wichtig ist, kann nur der Eingeber beurteilen. Ich denke, es ist eine Frage der Menge. (könnte sicher auch automatisch geschehen!?)
Zu P3: Die Übernahme von Daten aus anderen Mineralien-Plattformen muß differenziert geschehen.
Mindat ist nicht die Bibel, die der Gläubige zitieren kann, weil sie so viele Inhalte hat!
Ich habe auch hier viele Angaben verglichen. Das meiste ist ok, aber es gibt Fundgebiete, wo ich in bis zu 50% der Datenblätter Fehler, z.B. bei den angegebenen Mineralien (bei gleicher Literatur!) gefunden habe!
Noch was, warum mindat nicht ungeprüft übernommen werden sollte:
-Es handelt sich um Sekundärangaben
-empfehlenswert ist aber die Primärliteratur
-nur in dem Fall, wenn der Eingeber namentlich genannt ist, halte ich das für ok.
-anonyme Angaben sagen nichts und die Autorität des mindat gleicht das nicht aus
-bei uns ist das ja automatisch geregelt durch die Historie
Schöne Grüße
Diether

ZEO:
Hallo Diether,

melden will ich mich nochmals. Sehr weit liegen wir nicht auseinander, scheint mir, und uns ist die Sorge um nachvollziehbare Fundstellen- und Mineraliennachweise gemeinsam. Angesichts der vielen Mineralieneinträge ohne jede Referenz gäbe es da viel zu tun.

Ich denke auch, dass Primärliteratur i.d.R. die höchste Wertigkeit besitzt. Allerdings ist oft ein guter Review auch nicht zu verachten. Auch Originalarbeiten können Fehler enthalten, und nicht immer erfolgt eine Widerlegung in einer neuen Originalarbeit. Da sind zusammenfassende Artikel mit Bewertung von Einzeldarstellungen oft der einzige gangbare Weg. Aber warum denkst Du, dass die Übernahme von Angaben aus der Sekundärliteratur nur in Verbindung mit dem Namen des Eingebenden sinnvoll ist? Wenn Sekundärliteratur als Referenz angeführt wird, sieht jeder Nutzer das. Mir würde das genügen.

Ein Literaturverzeichnis zu einer Fundstelle ist selbstverständlich willkommen. Was ich meinte, es ersetzt nicht die Referenz zum jeweils genannten Mineral. Wenn Du eine Nummer oder eine andere Kurzform als Verweis auf das Literaturverzeichnis dem vollständigen Zitat vorziehst, für mich ist das in Ordnung. Ich denke auch nicht, man müsste alle 400 Quellen zur Clara durchgehen und alle zutreffenden bei jedem Mineral nennen. Eine aussagefähige Referenz zu jedem Mineral reicht. Natürlich sieht man bei Erstbeschreibungen aus dem Titel, welche Arbeit passt. Bei anderen, für einen Fundort seltenen oder umstrittenen Mineralen ist es jedoch oft nicht so einfach.

In der Frage der Autorenangabe kann ich nur feststellen, dass ich die Systematik des Mineralienatlas in diesem Punkt anders sehe. Was bestärkt mich darin? Wir sehen nicht selten, dass Nutzer nicht selbst tätig werden, sondern die Moderatoren auffordern, Inhalte zu ändern. Die Gründe dafür sind sicher vielfältig. Für mich erhöht es jedoch die Hemmschwelle in unnötiger Weise, wenn man in namentlich unterzeichneten Beirägen eigene Gedanken unterbringen soll.

Anonyme Einträge sollte es im Mineralienatlas eigentlich nicht geben (können). Der Verursacher ist in der Historie stets herauszufinden, wenn notwendig. Eine Nennung des Autor in Klartext ist aus diesem Grund nicht erforderlich.

Ich wünsche weiterhin viel Spaß mit unserem Steckenpferd,
Grüße
Jürgen

Doc Diether:
Hallo Jürgen,
ich hab Deinen Beitrag nochmals durchdacht und will das auch hier nochmal festhalten:
Zu P1: Ja, gebe Dir recht. Primärliteratur first!. Ein gutes Review würde ich als gleichwertig ansehen. Ebenso die gezielte Abwägung etc. dort. Aber es gilt, daß man selten was verallgemeinern sollte. Sekundärliteratur muß Roß und Reiter nennen, sonst ist sie nicht wert, zitiert zu werden! Bei mindat bleibe ich dabei: kein Autor genannt: dann darfs auch nicht zitiert werden! Ansonsten steht die Primärlit. ja da!
Zu P2: Ich bin bei der Angabe von Literatur zu jedem Mineral etwas anders eingestellt. Einmal, wie schon weiter oben angeführt und auch aus viel eigener Erfahrung, würd ich meinen, sollte man wenns sinnvoll ist, hinter dem Mineral die Lit. angeben. Bei speziellen oder kritischen Mineralien ists ein "muß". Aber: bei größeren Arbeiten, wer schafft da schon mit komplizierten Listen?
In der wissenschaftlichen Praxis dürfte es in der Regel eher üblich sein, sich umgekehrt die Literatur auf die Mineralien hin anzusehen, als daß man bei den Mineralien alle nur denkbare Literatur, wo's denn mal zitiert wurde, wissen will.
Aussagefähige Referenzen findet man ja bei den Typ-Publikationen. Und die sind ja bei uns leicht zu recherchieren.
Zu P3: Zu den Autorenangaben:
Es wäre überlegens wert, ob man zusätzliche automatische Funktionen mit Hinweis auf den Autor, einbaut. Die Historie sagt ja bei uns nicht alles aus.
Die Hemmschwelle mit Selbsteintrag etc. ist bei uns ein heikler Punkt. Viele, die was eingeben, wissen ja nicht immer die Feinheiten. Da muß man als Moderator vielleicht mal kurzen Kontakt aufnehmen.
Ich bin auch schon aufgefordert worden, doch irgendetwas einzutragen oder zu ändern. Das ist bei mir individuell abhängig von....
Wenn sich jemand gut auskennt und das in mehreren Diskussionen im Forum auch darstellt, es aber dann nicht einstellen will, dann bleibts halt draussen. Mit dem diskutiere ich dann aber nicht mehr weiter.
Ich würde es in jedem Fall begrüßen, wenn z.B. bei einem persönlichen Mineraleintrag auch dahinter die Sammlung steht. Aber als Aufforderung, es zu machen, sollten wir es auf jeden Fall aufnehmen.
Schöne Festtage noch und Gruß aus Oberschwaben
Diether

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