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Autor Thema: Diamant-Schleifblätter- Erfahrungen?  (Gelesen 3846 mal)

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Offline helgesteen

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Diamant-Schleifblätter- Erfahrungen?
« am: 22 Mar 12, 18:59 »
Hallo zusammen,

das Thema wurde zwar schon manchmal angeschnitten, aber ich habe nun zwei konkrete Fragen an die Schleifexperten zum Thema Diamantschleifblätter. Hintergrund ist, dass ich eine Planschleifmaschine baue, um Gesteinsanschliffe (keine Dünnschliffe) herzustellen. Hierfür möchte ich Diamantschleifblätter mit 15 cm Durchmesser verwenden (ohne Mittelloch). Meine Fragen sind:
- es gibt Blätter mit "Noppen", und solche, die völlig eben sind. Habt Ihr Erfahrungen, welcher Typ besser für allgemeine Anwendungen ist? Ich möchte sowohl harte Steine (z.B. Granit) als auch weiches Material (z.B. Fluorit) schleifen.
- wo bekommt man hochqualitative Blätter zu einem guten Preis?

Vielen Dank im Voraus für alle Tips! :D
Helge

Offline StefanO

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Re: Diamant-Schleifblätter- Erfahrungen?
« Antwort #1 am: 22 Mar 12, 20:33 »
Hallo Helge,

schau mal auf meiner Homepage zu dem Thema: Proben für das Erzmikroskop: http://www.uranglasuren.com/ores/Technique_3/index.html oder im Mikro-Forum auch die Technik für Gesteins/Erzscheiben: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=10302.0

Eigentlich gibt es mehrere Unterscheidungsmöglichkeiten:

a) Art der Bindung: metall- oder kunststoffgebunden
b) Geometrie der Bindung: völlig eben, Noppen, Felder, Telum (R) etc

zu a) in der Metallbindung sitzen die Diamanten bombenfest, was eine hohe Abtragsrate gibt, aber auch tiefe(re) Kratzer. Kunststoffbindung lässt den Diamanten noch Spielraum zum "Ausweichen". Der Effekt geht dann mehr zur Politur als zum Schleifen. Ich benutze die metallgebundenen für alles Grobe (Sägespuren wegschruppen), die kunststoffgebundenen für den letzten Schliff (bei Erz-Scheiben) bzw als letzten Gang vor der AlOx-Politur für Mikroskop-Proben.

zu b) die Geometrie entscheidet, wie schnell sich die Scheibe zusetzt. Die Scheiben ohne Struktur (a la Schmirgelpapier) halten nicht sehr lange und sind für das Schleifen von Erz-Scheiben nicht geeignet. Ich nehme sie nur für kleine Proben, da sie gut die Reliefbildung verhindern. Ansonsten habe ich keinen Unterschied zwischen Ulraprep, Telum, Noppen etc gesehen. Wobei Noppen eben eine Kunststoffbindung sind.

Die Scheiben gibt es direkt bei Buehler (ich bin Buehler-Fan) oder die Telum-Scheiben bei Otto Eigener, der in allen Varianten liefern kann, mit und ohne Loch. Günstig ist keine der Scheiben, die Qualität hat da ihren Preis. Telum/Eigener haben aber ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. (http://www.ottoeigner.de/html/scheib_u_pulver/seite8.html, ganz unten) Die 250um Schrupp-Scheiben brauchen einen häufigen Austausch, die mittleren Körnungen halten sehr lange (Jahre...). Musst noch aufpassen bei den Korngrössen: die Telum-Scheiben habe die gleiche Bezeichnung wie die losen SiC-Pulver, die Buehler-Scheiben sind in um angegeben, was ich praktischer finde.

Gruss,
Stefan

PS Kannst auch mal einen kleinen Ausflüg in den Süden machen und dir das Ganze vor Ort ansehen....
« Letzte Änderung: 22 Mar 12, 20:39 von StefanO »

Offline ducku

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Re: Diamant-Schleifblätter- Erfahrungen?
« Antwort #2 am: 05 Jun 12, 12:08 »
Hallo !

Ich verwende "harte" Scheiben für das Grobe. Da gibt es Körnung 80,180,360,600. Bei gutem Schnitt kann man aber gleich bei 360 beginnen. Das ganze muss man mit Wasser schleifen. Es geht sehr schnell und du hast bei 600er Körnung ein sehr gutes Ergebnis. Die "weichen" Scheiben verwendet man in der Körnung 500 und 1500. Da ist der Diamant in weichen Noppen eingelassen. Da hast du praktisch keinen Abrieb mehr. Das dient der Vorpolitur. Bei 1500 spiegelt es bereits, ohne dass du poliert hast. Dann muss man nur noch am Filz polieren. Fertig. Pro Scheibe brauchst du max. 1 Minute, bis der Schliff fertig ist. Oft gehts auch schneller. Und Dreck macht es auch kaum. Ich habe bei www.steinschleifmaschine.at bestellt.

Also, Schliffreihenfolge bei gutem Schnitt: 360 und 600 hart mit Wasser, dann 500 und 1500 weich mit Wasser, dann trocken polieren.

lg
Ducku

 

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