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Geigerzähler/Gamma-Scout

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Alcest:
Hallo!

Besitzt jemand hier vielleicht ein Gamma-Scout-Modell und kann mir ein paar Fragen beantworten?

In absehbarer Zeit möchte ich mir so eines zulegen, einerseits, da einige Uranminerale auf meiner Wunschliste stehen (Kleinstufen von Uranglimmern, keine kilogrammschweren Pechblenden) und ich andererseits eher interessehalber als wissenschaftlich meine bisher gesammelten Gesteine untersuchen möchte. Zudem steht in fernerer Zukunft auch eine Reise nach Tschernobyl an.

Genug ausgeholt, hier meine Fragen:

Ist dieses Gerät für diese Zwecke überhaupt geeignet oder ist es mehr Spielerei als alles andere?

Würde ich beispielsweise bei normalem Granit schon Abweichungen zur Umgebung feststellen?

Kann ich durch das Gerät Rückschlüsse auf die vom Untersuchungsobjekt ausgehende "Gefahr" ziehen? Über Abschirmung/Energiereichtum/Reichweite der einzelnen Strahlungsarten weiß ich Bescheid, nichtsdestotrotz möchte ich wissen, ob ich vielleicht etwas zu blauäugig an die Sache rangehe.


Ich bedanke mich für jegliche Antwort!

Viele Grüße
Jan

FrankBL:
Hallo Jan!

Ich hatte bis vor kurzem einen Gamma-Scout besessen und würde das Gerät auch durchaus weiterempfehlen. Für die von dir beschriebenen Zwecke ist es schon geeignet. Selbst bei meinen Uranglimmer-KS und -MM konnte man die Anzeige gut ablesen.

Das Gerät gibt ausschliesslich die Äquivalentdosisleistung in µSv/h an. Diese Zahl lässt schon - wenn auch begrenzt - Rückschlüsse auf die aktuell von der Strahlenquelle ausgehende Gefahr zu. Für eine Reise nach Tschernobyl übrigens durchaus zu empfehlen (ich war im August 2010 mit meinem Gamma-Scout dort...sehr interessant).

Eine Unterscheidung der Umgebungsstrahlung von der eventuell vorhandenen und sehr geringen Strahlung bei Gesteinen (eben z. B. Granit) ist mit dem Gerät eher nicht möglich. Das müsste z. B. an einem speziell geschirmten Aktivitätsmessplatz oder mit einem entsprechend professionellen Industriegerät (z. B. der Fa. Berthold) erfolgen. Meine Geräte stammen mittlerweile fast alle von Berthold.


Gruss
Frank

seisteff:
Hallo Jan

Ich habe mir einen Gamma-Scout vor kurzem zugelegt.
Zum Mineralien Prüfen ist er ganz gut geeignet, ich habe z.B. in meiner Sammlung  Stufen gefunden ,wo ich bis dahin nicht wusste das die eine geringe Strahlung abgeben. (verstecktes U...erz)

Bei Granit stellte ich auch keinen unterschied zur Umgebungsstrahlung fest.

Grüße seisteff

cmd.powell:

--- Zitat von: FrankBL am 13 Apr 12, 14:32 ---Das Gerät gibt ausschliesslich die Äquivalentdosisleistung in µSv/h an.

--- Ende Zitat ---

Das ist nicht richtig. Man kann das Gerät auch auf Bequerel und auf einfache Impulszählung umschalten, die Impulszählung mit frei einstellbarer zeitlicher Begrenzung und "endlos". Je nach Ausführung gibt es noch eine akustische Ausgabe (das berühmte Tickern) sowie noch einen Datenlogger, ich aber allerdings auch nur die einfachste Variante.

Allgemein ist das Gerät zum Prüfen von radioaktiven Mineralien bestens geeignet. In Tschernoby war ich bisher zwar nur virtuell, daher kann ich nichts über die Einsatztauglichkeit in solchen Gebieten sagen. Tatsache ist jedoch, das man das einfache Zählrohr mit einer größeren Pechblendestufe durchaus in die Sättigung bringen kann, sprich, man bekommt keinerlei Messwerte mehr, da das Zählrohr dauerionisiert ist. Daher würde ich sagen, das das Gerät für extrem hohe Strahlungswerte nicht mehr geeignet ist. Zudem ist es mir nicht gelungen, schwach radioaktive Proben von Helgoland aus der Hintergrundstrahlung heraus zu messen. Fazit: Das Gerät ist weder für sehr hohe noch für sehr niedrige Strahlenwerte geeignet. Bei den hohen Werten versagt das Zählrohr aufgrund der allgemeinen Bauweise, bei den niedrigen Aufgrund der geringen Empfindlichkeit. Dennoch ist es für den Mineraliensammler sehr brauchbar, da leicht transportierbar und schnell einsetzbar. Hinzu sollte vielleicht noch gesagt werden, das das Gerät Dauer-An und nicht abschaltbar ist. Da das Zählrohr eine begrenzte Lebendauer hat (diese hängt von der "Belastung" mit Strahlung ab, die natürliche Umgebungsstrahlung reicht aber für das Altern vollkommen aus) und diese auch im abgeschalteten Zustand nicht verlängert wird, haben sich die "Macher" dazu entschlossen, den Aus-schalter zu sparen. Das Zählrohr "lebt" rund 10 Jahre (bei einer gewissen, nicht allzuhohen Belastung - in Pripyat hält es wahrscheinlich nur 2 - 3 Jahre), die eingebaute Li-Batterie auch und danach muss man ein neues Gerät kaufen.
Alternativ habe ich noch einen orginal NVA Geigerzähler auf Halbleiterdetektorbasis, welcher äußerst empfindlich ist und auch bei hohen Strahlendosen noch zuverlässig funktioniert. War damals ein echtes ebay-Schnäppchen für schlappe 50 Euronen, wiegt allerdings auch 25 kg - kein wirkliches Handgerät :P

pseudonym:
Kannst du mal bitte Bilder vom NVA-Gerät zeigen ?

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