Gesteine / Rocks / Rocas > Schweiz / Switzerland
wiederum Grünliches
vanderheide:
Hallo Miteinander,
Stein 353, wurde gefunden in Zürcher-Oberland, CH (Nagelfluh ist Grundgestein)
Grösse: 55 X 45 X 40 mm / Härte wie Quarz.
Was ist hier das Grünliche? Wie nennt sich einen solchen Stein?
Stein 354, wurde gefunden in Bett der Necker, bei Furth, Kanton SG, CH (Hauptsächlich ist hier alles auch Nagelfluh)
Grösse: 160 X 100 X 95 mm / Härte wie Quarz.
Was ist hier das Grünliche? Wie nennt sich einen solchen Stein?
Vielen Dank für Hinweise!
Gruss / Hans
vanderheide:
weitere Aufnahmen vom 354
smoeller:
Hallo,
1. Biotitgneis. Das dunkle ist Biotit. Dieser kann retrograd in Chlorit umgewandelt werden, wodurch er dann eine grünliche Farbe annimmt. Da ist sicher auch etwas Pyrit drin, deswegen das rostige Aussehen. Pyrit verwittert zu Limonit (Rost).
2. Das grüne dürfte Aktinolith oder Epidot sein, evtl. auch Chlorit. Das Grundgestein scheint ein Granit oder granitischer Gneis zu sein, der während der alpidischen Metamorphose bruchhaft deformiert wurde. Dazu würde Epidot oder Chlorit gut passen. Chlorit ist blättrig, weich (leicht ritzbar mit Messer) und Blättchen sind biegsam, aber nicht elastisch (im Gegensatz zu Glimmer). Epidot ist viel härter als Chlorit und meist dicht ohne Spaltbarkeit. Aktinolith bildet Filze feiner Nadeln.
Glück Auf!
Smoeller
vanderheide:
Hallo Sebastian,
1. Biotit kann sich also in Chlorit umwandeln! Dann wird es noch kein Schichtsilikat sein .. ist dann auf dem Weg dazu?
2. Das Grünliche ist mir für Aktinolit zu grün (oder ist das auch möglich?) Chlorit ist es nicht, es ist viel zu hart, nicht ritzbar und gleich hart wie der helle Quarz. Verhält sich Epidot so?
Vielen Dank für Deine Hinweise!
Gruss
Hans
smoeller:
Hallo,
Biotit und Chlorit sind beides Schichtsilikate, nur der Aufbau ist anders. Man kann sich das vereinfacht wie Sperrholzplatten vorstellen, die unterschiedlich dick sind (beim Chlorit dicker als beim Biotit). Die Platten sind in sich fest verleimt, aber zwischen den Platten leicht verschiebbar. Daher die perfekte Spaltbarkeit der Glimmer. Biotit kann sich in Chlorit umwandeln, das geschieht sogar recht häufig.
Wenn das grüne auf dem 2. Stück so hart ist, dürfte es Epidot sein. Passt auch zu dem Gestein. Es gibt durchaus fast smaragdgrüne Aktinolithe und alle Schattierungen von grau bis grün und fast schwarz, je nach Eisengehalt. Aber der Aktinolith in solchen Stücken ist meist feinnadelig oder filzig und dann meist eher graugrün. Die Aggregathärte (man ritzt ja nicht nur einen Kristall, sondern eine ganze Masse) ist meist viel geringer als die eigentliche Härte des Kristalls/Minerals, da die feinen Nadeln unter dem Druck entweder brechen oder verbiegen.
Glück Auf!
Smoeller
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