Gesteine / Rocks / Rocas > Schweiz / Switzerland
wiederum Grünliches
vanderheide:
Hallo Sebastian,
Vielen Dank hast Du immer wieder Geduld mit uns Laien! Ich als Laie mache mir auch Vorstellungen und denke: Chlorit - Schichtsilikat - aha, das hatte ich auf verschiedenen Bergkristallen auch. "Es lagert sich ab in Schichten!! und besteht wohl hauptsächlich aus Silicium.
Wenn nun Biotit auch ein Schichtsilikat ist, dann hat das nichts mit "ablagern" zu tun, denn der Biotit kann sich in allen möglichen Richtungen in einer Grundmasse befinden. Also Schichtsilikat bedeutet nichts anders als aus dünnsten oder sehr dünnen Plättchen gefügt. Vielleicht sogar wie auf einanderliegende Glasplatten? Die sind auch verschiebbar, aber wegen des Luftdrucks nicht voneinander zu trennen?
Habe wieder was gelernt ... und komme schon wieder mit etwas Unbekanntes ... nächstes Thema
Gruss
Hans
Krizu:
Hallo Hans,
das mit den Schichtsilikaten ist ganz einfach. Ich gehe mal einen Schritt weiter zurück zum Diamant und zum Graphit.
Der Kohlenstoff hat vier Elektronen auf der äusseren Schale. Die wollen sich verbinden. Im Diamant geht das in alle Raumrichtungen und bildet so einen Tetraeder, also die Bindungen zeigen in "alle" Richtungen. -> Diamant ist transparent, hart und ein Isolator. Beim Graphit sind drei Bindungen in einer Ebene und es bildet sich eine Wabenstruktur aus. Die vierte Bindung ist frei und senkrecht zuder Ebene mit den Waben. Da hier die bindungen fehlen, ist Graphit weich (= Teile lösen sich schnell) und elektrisch leitend un dhat einen metallischen Glanz.
Was heisst das jetzt be iden Silikaten? Die Baugruppe der Silikate ist ein Tetraeder Si in der Mitte und O in den Ecken. Diese Oktaeder werden verknüpft und die Lücken mit anderen Ionen aufgefüllt. Wenn diese Tetraeder einzelnd sind, ist es ein Inselsilikat. Bilden Sie eine Ebene wie ein NEtz, sind es Schichtsilikate. Daneben gibt es viele Varianten, schau doch mal unter [[Silikat]] hier im Lexikon.
So jetzt zurück zu den was hält die Schichten zusammen. Nein, es ist nicht der Luftdruck. Ab der größe von Nanaopartikeln überwiegen Haftkräfte und darunter "chemische" Kräfte aus den Bindungen der Atome. Bei den Schichtverbindungen sind Lagen eingefügt, die nur schwache Bindungskräfte haben, also quasi Sollbruchstellen.
MfG
Frank
vanderheide:
Hallo Frank,
Ich habe mir die Ausführungen zu den Silikaten im Lexikon angeschaut und Teile davon genau durchgelesen. Ein grosser Teil der erwähnten Steine sind in meiner Sammlung. Das gibt mal Rückschlüsse. Werde dem nachgehen.
Danke für Deine Ausführungen. Da kann ich meine Vorstellungen besser anpassen!
Nur eine Frage: Du sprichst von dem metallischen Glanz von Graphit. Es lässt die Möglichkeit zu zu denken: wenn Bindungen in eine Ebene entstehen und sich eine Wabenstruktur ergibt, dann kann ein metallischer Glanz entstehen. Ich frage deshalb, weil ich den metallischen Glanz auch bei anderen Gesteinssorten beobachtete und dachte vielleicht ist das charakteristisch dafür?
Besten Dank. Gruss
Hans
Krizu:
Hallo,
es gibt grob gesagt zwei Sorten von Glanz. Auf der einen Seite den Diamant-Glanz oder den vom Rutil. Beide entstehen durch eine hohe Brechzahl. Bei Metallen sind die ungebundenen Elektronen dafür verantwortlich, die im Graphit nicht in der Ebene gebunden sind. Ja, das ist fast unzulässig vereinfacht, siehge Silizium, Bleiglanz etc ;-)
MfG
Frank
vanderheide:
Hallo Frank,
Ich werde die Seite Silizium genauer studieren. Ich lebe oder erlebe vordergründig natürlich die Steine und bin einfach beeindruckt von ihrer Schönheit. Metallischer Glanz. Hierzu noch folgende Bilder.
1. wurde als Pyriklasit identifiziert (Pyroxen, Plagioklas und in diesem Exemplar auch ein Kranz an roten Granaten). Hier sind Ansichten des (meiner Meinung nach..) Pyroxens. Ich müsste fast in einem Video zeigen wie bei einer Drehung die Glanzstellen ständig wechseln und wie sehr die Raumesrichtungen ständig wechseln.
Diese Fläche ist erst grob angeschliffen. Wie viel beim Feinschliff erhalten bleibt, werde ich dann sehen.
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