Hi
Ich sehe es prinzipiell auch so wie Steinjäger, allerdings ist dies sicher auch nur eine Seite der Medaille. Pseudonym hat hier die mögliche Kehrseite schon aufgezeigt und diese zeigt - leider - die Realität im heutigen Joballtag mit Zeitarbeit und Niedriglohndumping. Klar, wer einen Job will, wird sicher einen finden, keine Frage. Es ist nur echt blöd, wenn man nach 200 Stunden/Monat Malloche in z.T. übelst gesundheitsruinierenden Jobs nicht mehr zum "Leben" hat als ein H4-Empfänger. Ich kenne etliche Kollegen die auch bei Vollzeit dank Miete etc. nicht mehr genug übrig haben um z.B. die Kinder auf eine Schule schicken zu können, die ihnen eine andere Zukunft ermöglicht als die, welche die Eltern haben. Mal locker 750.000.000.000 Euro versprechen, damit die Bänker weiterhin ruhig schlafen können bei denen ich nicht mal einen 10.000 Euro Kredit bekommen würde - irgendwas läuft da mächtig schief. Und das ist sicher nicht die Grundsicherung, welche unser Sozialsystem einzelnen Mitgliedern zukommen lässt, sondern auch der entsprechende Anreiz, sich selber aus Abhängigkeit des Sozialsystems zu befreien. Allerdings ist an dieser Stelle der Gesetzgeber gefragt z.B. mittels Mindestlöhnen entsprechende Grundlagen zu schaffen und nicht wir hier in einem Mineraliensammlerforum. Ich persönlich würde es allerdings begrüßen, wenn eher früher als später in diesem Punkte etwas passieren würde, da sich unsere soziale Marktwirtschaft derzeit offensichtlich in einer Abwärtsspirale befindet und wenn dieser Trend nicht irgendwie gestoppt wird, werden nicht nur die H4-Empfänger durch das soziale Raster fallen, sondern auch die inzwischen eh schon dramatisch zusammengeschrumpfte Mittelschicht. Ich persönlich kann nur davor warnen, eine zu große Bevölkerungsschicht durch stufenweise "Enteignung" zu potentiellen Tätern zu metamophieren, die nichts mehr zu verlieren haben. Das hat 1789 "Nebenan" schonmal einen Haufen Köpfe rollen lassen und es ist irgendwie traurig mitanzusehen, das sich die Menschheit zu mindesten im sozialen Bereich nicht weiterentwickelt hat. Dabei ist die Rechnung doch so simpel: Mehr Lohn bedeutet automatisch mehr Sozialabgaben, welche das Sozialsystem stärken. Gleichzeitig steigt der Anreiz zu arbeiten, was das Sozialsystem entlastet. Übrig bleiben die Härtefälle, die aus Gesundheitsgründen nicht mehr Arbeiten können und für die das soziale Netz eigentlich gedacht ist. Ach ja, nebenbei steigt auch noch die Kaufkraft, die Rentenbeiträge werden auch mehr etc.. Ok, die Banken machen nicht mehr 100.000.000 Euro Quartalsgewinn, sondern nur noch 75.000.000...
Zu dem konkreten Fall von Mineral kann ich nur hinzufügen, das ich nicht glaube, das seine Sammlung bzw. der Wert seiner Sammlung den verwaltungstechnischen Mehraufwand (Gutachter, evtl. Gerichtsverfahren etc.) auch nur im Geringsten decken kann. Was kostet ein solches juristisches Tauziehen den eigentlich den Sozialstaat und was bekommt er dafür. Als neutraler Beobachter würde ich jetzt mal tippen: Lasst dem Mann seine Sammlung, das ist den Aufwand nicht wert. Das ist typischen behördliches Schmalspurdenken. Anders sähe es sicher aus, wenn er bezifferbare Werte gehortet hätte. Und da praktisch jeder von uns weiss, das Mineraliensammlungen kaum zu beziffern sind, ist es sehr unwahrscheinlich, das sich der ganze Aufwand für irgendwen rechnet.