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Rosenquarz

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Tobi:
Mal wieder eine Frage an jene, die sich mit den chemischen/physikalischen Eigenschaften gut auskennen:

Woran liegt es eigentlich, dass Rosenquarz, obwohl makrokistalliner Quarz, i.d.R. nur derbe Massen bildet, während die anderen makrokristallinen Quarze meist sehr gut auskristallisiert vorkommen, oftmals sogar in spektakulären und enorm großen Kristallen. Rosenquarz, das weiß ich schon seit meiner Kindheit, ist zwar in derber Form Teelichtständermassenware aus Minas Gerais, aber richtig gute Kristalle sind extrem begehrte Raritäten. Das Marburger Museum hat z.B. auch so einen, sehr schöne Rosenquarzkristalle auf Feldspat aus Brasilien. Und ich glaube, dass ich abgesehen von Brasilien noch nie eine andere Herkunft von Rosenquarzkristallen gesehen habe. Warum ist das so extrem selten? Ist bei Rosenquarz etwas in das Kristallgitter eingebaut, dass das Wachsen der eigentlich so quarztypischen großen und guten Kristalle erschwert/verhindert?

Gruß
Tobi

pseudonym:
Eine sehr gute Frage !

Günter Blaß:
Hi Tobi,

siehe lexikon: Rosaquarz (rosa Quarzvarietät, die ihre Färbung durch Phosphor und Aluminium hat (im Gegensatz zu Rosenquarz, welcher durch Rutil- und/oder Dumortieriteinschlüsse gefärbt ist)
und Rosenquarz.

Womit natürlich die Frage warum das eine idiomorphe Kristalle bildet und der Rosenquarz nicht, nicht beantwortet ist.
Bin gespannt auf erklärende Beiträge.

Günter Blaß

CRYSTALLOGIC:
Ach ja, das leidige Thema – Rosenquarz / Rosa Quarz …
Abgesehen davon, dass rosafarbene Quarzkristalle generell relativ selten, und dann im Vergleich zu den anderen makrokristallinen Quarzvarianten auch eher klein sind …weshalb die Frage so, oder so Sinn macht …
Was ist denn zur Zeit überhaupt der aktuelle Stand der Nomenklatur, wurde der Vorschlag, der Trennung aufgrund unterschiedlicher, farbverursachender Fremdeinschlüsse mittlerweile offiziell fixiert ? Und sind die, verhältnismäßig seltenen, rosafarbenen Quarzkristalle demnach überhaupt noch Rosen-, oder doch nur Rosa- Quarz ?

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass der massenhafte Einschluss nadeliger xx – ähnlich wie bei Blauquarz und Prasem das Kristallwachstum zwar nicht ver-, aber auf jeden Fall be-hindert.

Gruß

Josef 84,55:
Hallo Tobi,

ich denke Rosenquarz ist bei Temperaturen (465-680° nach Rykart) aus der Lösung (Schmelze / Gasphase?) entstanden bei denen sich keine Hohlraume bildeten, sprich das Qurzwachstum noch lange nicht zu Ende war. Zu dem späteren Zeitpunkt als das es dann zum erliegen kam und frei gewachsene Kristalle übrig blieben, waren die Bedingungen nicht mehr gegeben um die rosa Farbe zu erzeugen.

Grüße Josef Penzkofer

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