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Autor Thema: Epistolit an Grünsteingürtel gebunden?  (Gelesen 1468 mal)

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Offline Jörg

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Epistolit an Grünsteingürtel gebunden?
« am: 01 Jun 12, 16:39 »
Hallo zusammen,

die Lokalitäten für Epistolite beschränken sich auf Südgrönland, die Kola-Halbinsel, und Quèbec.
Was mich wundert ist die Tatsache, dass sich der Grünsteingürtel ebenfalls über die genannten Gebiete erstreckt.
Soweit mein Wissen reicht, ist kein Zusammenhang zwischen Epistoliten und den archaischen Gesteinen beschrieben.
Ich weiß nicht genau ob ich hier richtig liege, aber Epistolite finden sich in alkalischen Pegmatiten innerhalb des Grünsteingürtels.
Worin findet sich der Zusammenhang zwischen Grünsteingürtel und Epistolit begründet?

Wer weiß darauf eine Antwort?

Besten Dank und Glück Auf!

Ein Epistolit mit Aegirin, Albit und Eudialyt aus Kvanefjeld, Ilimaussaq, Grönland
Jörg

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Re: Epistolit an Grünsteingürtel gebunden?
« Antwort #1 am: 01 Jun 12, 17:38 »
Hallo lieber Jörg

ich glaube, Du vertust Dich.  Epistolit ist ein Mineral, welches so gut wie immer in agpaitischen Gesteinen vorkommt, bzw. in Alkalipegmatiten. (peralkalische Nephelinsyenite).

Agpaitische Gesteine und metamorphe Grünsteingürtel dieser Erde sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe.

Grünsteingürtel stammen (verallgemeinert) aus dem Archaikum (2.600 - 3.500 mya); die agpaitischen Gesteine von Illimaussaq und Kola sind jedoch proterozoisch ( 1.900-2.600 mya ) (Kareliden)

*Grünsteingürtel
(engl. Greenstone belts) sind Zonen unterschiedlich metamorpher mafischer bis ultramafischer vulkanischer Abfolgen, die zusammen mit Sedimentgesteinen in archaischen und proterozoischen Kratonen zwischen Granit- und Gneis-Komplexen auftreten.
Der Name ist von der grünlichen Farbe der Gesteine abgeleitet, die durch die darin enthaltenen metamorphen Minerale hervorgerufen wird. Typische Vertreter dieser Minerale sind Chlorite, Aktinolithe und andere grüne Amphibole.

*Agpaitische Gesteine  (Agpaite, engl.: agpaite, agpaitic) oder Alkalipegmatite
Generelle Bezeichnung für eine Gruppe von Alkaligesteinen; definiert als peralkalische Nephelin Syenite mit komplexen Zr- und Ti-Mineralien (wie Eudialyt und Mosandrit / Rinkit anstelle von einfachen Mineralien wie Zirkon oder Ilmenit, welche an Kieselsäure untersättigt sind und sich durch ein Defizit an Aluminium auszeichnen.
Der Begriff wurde oft, jedoch falsch, als Synonym für peralkalisch benutzt.
Die Bezeichnung stammt vom Vorkommen in Agpat, Illimaussaq, Grönland.

Dr, Khomyakov (Khomyakov, A. P., 1995. Mineralogy of Hyperagpaitic Alkaline Rocks, xi + 223 pp. Oxford: Clarendon Press. ISBN 0 19 854836 ) hat dies in seinem Standardwerk zu den agpaitischen Gesteinen sehr gut definiert.

Ich hatte - soweit dies von Interesse ist - vor einiger Zeit eien Defintion der alkalischen Gesteine ins Lexikon gestellt. ( http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Alkaligesteine ).  Schau doch mal rein.

Besten Gruß
Peter Seroka

Offline Jörg

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Re: Epistolit an Grünsteingürtel gebunden?
« Antwort #2 am: 01 Jun 12, 19:06 »
Hallo Peter,

einen recht herzlichen Dank für Deine - wie immer - sehr kompetente Antwort.

Ich war nur darüber gestolpert, dass sich die Fundstellen immer in der Nähe oder direkt im Grünsteingürtel befinden. Einen Zusammenhang konnte ich mir da nicht ableiten.
Also doch nur Zufall.
Die Seite Alkaligesteine kannte ich tatsächlich noch nicht. Hoch informativ!

Liebe Grüsse aus dem nur 15° "warmen" Niedersachsen.
Jörg


 

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