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Autor Thema: Mineralbildung im Sammlungskasten  (Gelesen 3887 mal)

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Offline uwe

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Mineralbildung im Sammlungskasten
« am: 02 Jan 05, 17:08 »
Hallo,

bei dem trüben Wetter am Jahreswechsel habe ich wieder mal einige Stücke aus meiner Sammlung unter dem Mikroskop angeschaut. Dabei wurde ich wieder mal von einer Neubildung auf einem älteren Belegstück überrascht. Das war für mich der Anlaß, mal ein neues Thema zur Diskussion zu stellen.

Minerale bilden sich nicht nur im natürliche Umfeld sondern durchaus auch in der Sammlung. Mit fallen aus eigener Erfahrung neben der oben genannten Neubildung drei typische Beispiel ein.

Erstens ist es Markasit oder Pyrit, der sich bei Raumfeuchtigkeit in kurzer Zeit zersetzen kann. Dabei bilden sich alle möglichen Minerale und jede Menge Schwefel- bzw. schweflige Säure, die sich schon durch einen Kastenboden durchfressen kann. Das ist mir vor etwa 30 Jahren am Anfang meiner Sammlerlaufbahn mal mit einem Stück von den Ronneburger Spitzhalden passiert. Damals stand ich noch nicht so im Stoff, um die entstehenden Minerale bestimmen zu können. Jedenfalls sah die Stufe nach etwa zwei Wochen sehr abenteuerlich aus, mit weißen Fäden, gelben Kriställchen und schwarzen Kügelchen.

Das zweite Beispiel ist die Bildung von Akanthit-Stacheln auf arsenhaltigen Silberstufen. Für den Sammler ist diese Entdeckung wohl ähnlich, als wenn ein Gärtner Mehltau auf seinen Rosen sieht. Dieses üble Mineral "frißt" Silberlocken völlig auf, wenn man nichts dagegen unternimmt.

Drittens ist die Bildung der namensgebenden grünen Belage auf Chloantitstufen.

Im neuen Beispiel bildeten sich auf einem derben Stück mit verschiedenen Sulfiden der kiesig-blendigen Formation von Brand Erbisdorf kleine gelbe Pusteln. Auf dem Stück ist ein tintenblauer Belag, den Dr. Witzke auf ähnlichen Stücken als Ilsemanit angesprochen hat. Also muß irgendwo auch Molybdän sein. Die gelben Pusteln sind nur auf einer würfligen Zone des Stückes. Ich füge mal ein Bild bei und wäre nicht böse, wenn jemand eine Idee hat.

Zur Diskussion möchte ich aber diejenigen aufrufen, die ähnliche Erfahrungen mit Neubildungen haben. Diese sind aufgerufen, Ihre Erfahrungen mitzuteilen. 

Glück Auf
Uwe

Offline TKMineral

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Re: Mineralbildung im Sammlungskasten
« Antwort #1 am: 02 Jan 05, 20:35 »
Hallo Uwe!

Ja das Akanthit/Silberproblem kenne ich auch.
Habe im Hunsrück lange gesucht um endlich mal ein MM mit Silber zu finden , es saß auf Malachit auf, die Freude war aber nicht von Dauer , denn nach einem Monat waren alle Silberaggregate komplett in Akanthit umgewandelt...
Naja Akanthit xx sind auch recht nett und silberhaltig , aber dennoch Schade um das Silber.. :'(

Mit Pyrit xx von einem Fundort habe ich auch das Problem mit den rezenten Eisensulfaten..Die xx waren frisch , als ich diese gefunden habe , aber nach ein paar Monaten hat sich ein Suam von ca. 1 cm langen Eisensulfat-fasern drum gebildet , habe diese entfernt , und das Schauspiel hat sich wiederholt......

Gruß

TK

Offline Walpurgin

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Re: Mineralbildung im Sammlungskasten
« Antwort #2 am: 02 Jan 05, 20:47 »
Hallo Uwe !
Das größte Problem in meiner Freibersammlung sind eigentlich die Aussblühungen der Erze der Kb Formation.
Wobei eigentlich zu sagen ist das eigentlich nur der Pyrit bzw. der Markasit ausblüht.Dies ist aber kein reines Phänomen der Kb Formation sondern der beiden relativ reaktionsfreudigen Eisensulfide Markasit und Pyrit.
Ähnliche Aussblühungen giebt es  auch von der eq Formation im Raum Kleinvoigtsberg,Bräunsdorf und Halsbrücke.Wo Z.b die Erzgänge absolut zugelettet sind und trotzdem auf den Letten sich Aussblühungen zeigen.
Bei den Problem Brand Erbisdorf kann ich nur sagen Molybdän als Spurenelement im Nebengestein oder als
Spurenelement in der Brander Zinkblende.Die gelben Pusteln kann ich nicht deuten aber ich tippe evtl. auf
ged.Schwefel ähnliches hatte ich von Bräunsdorf.

Offline Findus

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Re: Mineralbildung im Sammlungskasten
« Antwort #3 am: 02 Jan 05, 23:26 »
Hallo Uwe,
hier ist der Findus ;)
leider habe auch ich ähnliches, unschönes erlebt; bzw. erlebe es ständig wieder.
Dabei handelt es sich um Elyit vom Altemannfelsen in Badenweiler. Dieses frisch wunderschön lilafarbene Mineral wird, bzw. wurde in den Sammlungsdöschen grün. Interessant dabei ist, dass nicht alle Elyite davon betroffen sind, selbst die, die an einem Tag gefunden wurden, sind nicht allesamt grün, sondern einige davon, der Rest ist weiterhin lila wie am ersten Tag.
Ich weiss auch nicht genau, wie diese "Umbildung" heisst, oder was es ist. Da ich davon ausging, dass es sich um einen Wasserverlust handeln könnte, habe ich mal eine Stufe mit dem Deckel nach unten aufbewahrt und in den Deckel einige Tropfen Wasser hineingetan, so, dass die Stufe keinen direkten Wasserkontakt hatte. Nach einigen Wochen habe ich mal die Stufe angeschaut und war total überrascht, dass ich die Elyitbüschel überhaupt nicht mehr sehen konnte, da die Druse, in der die Elyite drin sind, nunmehr fast vollständig mit etwas "ausgekleidet" ist, was man üblicherweise vom Altemannfelsen in Badenweiler als Hydrocerussit bezeichnet. Schon interessant, wie extrem schnell dieses Zeug sich bildet.

Interessant zu erwähnen ist dabei vielleicht noch, dass ich u.a. Schwefelkristalle fand, in denen Elyit eingewachsen ist. Da, wo der Elyit im Schwefel drin ist, bleibt er Lila, jedoch an der Luft wird er grün.

Grüsse,
Bernd ;)

Offline Kilo

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Re: Mineralbildung im Sammlungskasten
« Antwort #4 am: 04 Jan 05, 13:10 »
Hallo zusammen,
nach langer Krankheit möchte ich mich wieder mal melden. Mir ist beim Reinigen der Micromounts (habe ich schon mal gepostet) mit Benzin was übles mit nem schönen Cuprit von Friedrichssegen passiert. Nach dem Kontakt mit dem Benzin bildete sich auf den XX eine grüne Kruste  :o :o :o . Hat hier der Kohlenstoff reagiert und ein Karbonat kreiert? Zum Glück wars nur ein Belegstück. Waschbenzin war die einzige Möglichkeit, den Ölschmodder auf den MMs loszuwerden.
Herzliche Grüße und vielleicht sehen wir uns am Wochenende in Oberursel :)
Kilo 

Offline uwe

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Re: Mineralbildung im Sammlungskasten
« Antwort #5 am: 04 Jan 05, 20:31 »
Normaler Waschbenzin ist nie ein reiner Kohlenwasserstoff, sondern immer verunreinigt. Wer weis, was da für Säuren nocht drinn gewesen sind. Da der Waschbenzin eine gute Netzwirkung hat, sind diese Säurespuren recht gut an das Kupfer gekommen.

Glück Auf
Uwe