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Autor Thema: Sulfurylfluorid  (Gelesen 9879 mal)

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Online Axinit

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Re: Sulfurylfluorid
« Antwort #15 am: 13 Apr 07, 14:08 »
Hallo,

Berhold & Frank (sehr bildhaft !) habt Dank fuer die Aufklaerung.

Ich habe mir gestern noch den Artikel aus  Phys. Rev. B 58, 8454 - 8463 angeschaut, will aber nicht behaupten die dort formulierte THEORIE wirklich verstanden zu haben.

Immerhin scheint es Uebereinstimmung bezueglich der Bildung von gasfoermigem Fluor im bestrahlten Festkoerper (Fluorit) zu geben, was das Vorliegen von Calcium (Wertigkeit: 0) bzw Calcium-Nanopartikeln im Stinkspat angeht, bin ich ebenso wie Frank nach wie vor skeptisch. Ein eindeutiger Nachweis von Ca in den zu erwartenden geringen Konzentrationen mittels Roentgenpulverbeugung/Einkristallmessungen sowie UV/Vis-Spektroskopie scheint mir recht schwierig. In (vorlaeufiger) Unkenntnis der von Berthold angegebenen Literatur sollte man nichts ausschliessen, denn nichts ist unmoeglich.

Literatur ist auch bestellt - schaun' mer mal was die Experten geschrieben haben, dann koennen wir ja weiterdiskutieren.

Gruesse

Harald


Offline berthold

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Re: Sulfurylfluorid
« Antwort #16 am: 13 Apr 07, 15:07 »
Hallo,

Zitat
Absorptionsbanden in dem Bereich von Metallpartikeln hängen stark von der Größe ab

ja, schon. Solange die Cluster klein sind. Da könnte man auch von Fn-Zentren sprechen und logisch, die haben verschiedene Absorptionsbanden. Die angegebenen 10-100nm bezeichnen sehr große Cluster, besser gesagt, Nanoteilchen oder eben Kolloide.  Und die Cluster-Eigenschwingung (das Cluster-Oberflächen-Plasom-Polariton) dürfte da eigentlich für unsere Betrachtung keine Rolle spielen. 

Zitat
Wenn dieser Kristall bestrahlt wird, macht man ja mit ultrahartem UV, verfärbt der sich. Das Objektiv ist Schrott.
Dabei entstehen jetzt zwei mindestens zwei Zentren, die sich in der Summe aufheben. Wenn ich jetzt einen KBr hier vorne in der RFA beleuchte, kommt der kornblumenblau raus. Die Zentren werden sich aber im Laufe der nächsten 3h gegenseitig wieder vernichten.

Schon klar, da würde ich auch nicht behaupten dass Nanopartikel im Spiel sind, das sind ganz "normale" Gitterfehler-Pärchen, Du rüttelst (z.B. thermisch) dran - und alles ist wieder o.k.

Beim Stinkspat ist das komplizierter. Einerseits könnten die Anionenfehlstellen schon während der Kristallisation entstehen (einfach weil zu wenig Fluor da ist, hat man ja experimentell auch gemacht) und dann haben die dotierenden Fremd-Elemente -wie gesagt- großen Einfluss auf die Bildung der Nanopartikel. Andererseits - wir sind uns einig, Fluor kommt aus dem Stinkspat raus - was bleibt aber übrig wenn ich von CaF2 das Fluor wegnehme  ;)

Ich würde weiterhin nicht davon ausgehen, dass bei der strahlungsbedingten Entstehung von Anionen-Fehlstellen das herausgeschlagene F gleich in unmittelbarer Nähne einen Zwischengitterplatz besetzt (und somit für eine Rück-Reaktion zur Verfüngung steht). Ich vermute mal dass da so eine Art Domino-Effekt stattfindet. Da habe ich eine kleine Grafik gefunden http://www.cmmp.ucl.ac.uk/~jlg/Exciton/anm.html - so oder so ähnlich stelle ich mir das vor...

Gruß
Berthold
« Letzte Änderung: 13 Apr 07, 15:28 von berthold »

Offline Krizu

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Re: Sulfurylfluorid
« Antwort #17 am: 13 Apr 07, 15:38 »
Hallo,

Zitat
Absorptionsbanden in dem Bereich von Metallpartikeln hängen stark von der Größe ab

ja, schon. Solange die Cluster klein sind. Da könnte man auch von Fn-Zentren sprechen und logisch, die haben verschiedene Absorptionsbanden. Die angegebenen 10-100nm bezeichnen sehr große Cluster, besser gesagt, Nanoteilchen oder eben Kolloide.  Und die Cluster-Eigenschwingung (das Cluster-Oberflächen-Plasom-Polariton) dürfte da eigentlich für unsere Betrachtung keine Rolle spielen. 

Ok, dann gehe ich doch einfach mit mit 100nm Ca-Partikeln ins Spektrometer.

Was werde ich vermutlich sehen? grau! und keine Farben. Gold ist färbend, Kupfer auch. Titan ist relativ transparent in dünnen Schichten, aber Ca sollte einfach grau sein, oder?

MfG

Frank

Offline berthold

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Re: Sulfurylfluorid
« Antwort #18 am: 13 Apr 07, 16:00 »
Hallo Frank,

Zitat
Was werde ich vermutlich sehen? grau! und keine Farben. Gold ist färbend, Kupfer auch. Titan ist relativ transparent in dünnen Schichten, aber Ca sollte einfach grau sein, oder?

möglich. Nur haben wird aber keine reine Färbung durch solche Kolloide sondern -wie ich schon gesagt hatte- mit Sicherheit eine Mischung aus verschiedenen Färbungsarten also immer auch F-Zentren.

Zu Deiner Anperkung passt doch ganz gut, dass Stinkspat schwarz und weitgehend undurchsichtig ist. Man muss ihn schon sehr dünn schleifen dass er transparent wird.

Gruß
Berthold

Offline Krizu

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Re: Sulfurylfluorid
« Antwort #19 am: 13 Apr 07, 16:30 »
Hallo,

spar dir das Schleifen, ich kann hier am Spektrometer an Pulver diffus in Reflektion messen.

Es tut mir in der Seele weh den Stinkspat vom Johannesschacht dafür zu mörsern  :o

Aber ich brauche nicht viel, wenn ich irgendwie hinterfüttern kann.

MfG

Frank

Offline Krizu

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Re: Sulfurylfluorid
« Antwort #20 am: 19 Apr 07, 16:13 »
Hallo,

in doi 10.1002/smll.200400092 wird die Farbe von Ag-Nanopartikeln beschrieben:
100nm orange, 50nm grün, 100nm gelb, 80nm türkis, 40nm blau.
Ursache Rayleigh-Streung.

Zetzt muss man nur mit Streuung, Reflexion, Absorption und Transmission aufpassen  :o

MfG

Frank
(der gegen nanopartikel ist)


Offline Uwe Kolitsch

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Re: Sulfurylfluorid
« Antwort #21 am: 06 Jul 12, 17:46 »
Zum Fluor im Stinkspat gibt's was Neues:


http://scinexx.de/newsletter-wissen-aktuell-14912-2012-07-06.html

Forscher weisen erstmals elementares Fluor in der Natur nach    

Das Element Fluor kommt entgegen bisherigen Annahmen doch frei in der Natur vor. Im sogenannten Stinkspat, einem Fluorit-Mineral, entdeckten Münchener Forscher erstmals winzige Mengen des reaktionsfreudigsten aller chemischen Elemente. Bisher glaubte man, dass Fluoratome in der Natur nur verbunden mit anderen Elementen vorkommen, beispielsweise als Fluorit, auch als Flussspat bezeichnet. Doch mittels spezieller Nachweisverfahren gelang es nun erstmals, elementares Fluor in einem Mineral nachzuweisen. Wie die Forscher im Fachmagazin "Angewandte Chemie" berichten, entsteht das Fluor durch winzige Uraneinschlüsse, deren Strahlung das Fluorit-Mineral zersetzt.
(…)

Offline berthold

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