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Autor Thema: Ist das ein Riesenmeteorit / Magmatit mit Wüstenlack, Namibia  (Gelesen 9992 mal)

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Felix Konrad

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Hallo Liebe Mineralienatlasuser,

ich war in Namibia im Urlaub. Wir haben viele Ausflüge in die Wüste und Steppe unternommen. Dabei habe ich einen sehr dunklen und seltsamen Brocken in der Wüste gefunden. Nun meine Frage: Ist das ein Meteorit? Wenn ja, ein Eisenmeteorit o.ä.? Der Brocken ist sehr dunkel und passt daher nicht wirklich in die Gegend (Landschaftsbild ist beigefügt). Die Länge ist ungefähr 30cm, ovale Form. Kaum Bruchkanten, eher abgerundet. Das Gewicht kann ich leider nur schätzen: ca. 20KG, +/- 3KG! Was mich vor allem interessiert ist natürlich der Wert eines so schweren Brockens und die Ausfuhr bzw. Einfuhr eines solchen ;D ??!! Für Antworten bin ich Euch überaus dankbar!

Offline Alcest

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Re: Ist das ein Riesenmeteorit
« Antwort #1 am: 20 Jul 12, 12:11 »
Hallo Felix,

20 kg auf 30 cm sind natürlich schon eine ganze Menge. Vielleicht möchtest du noch grob Länge, Breite, Höhe angeben.
« Letzte Änderung: 01 Jan 14, 19:49 von oliverOliver »

Offline heli

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Re: Ist das ein Riesenmeteorit
« Antwort #2 am: 20 Jul 12, 14:54 »
Wenn das Stück in der Länge 30 cm hat, einen Durchmesser von etwa 20 cm kommt man auf ein Volumen von etwa 8 - 9 dm3, somit bei einem Gewicht von 17 bis 23 kg auf ein spez Gewicht von max 2,5. Steinmeteoriten sind schwerer.

Offline Stefan

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Re: Ist das ein Riesenmeteorit
« Antwort #3 am: 20 Jul 12, 14:59 »
Könnte es sich dabei nicht um limonitisierten Pyrit handeln?

Wenn ich mir Deine Angaben so durchlese hat das Gebilde je nachdem wie man rechnet und schätzt eine Dichte von ca. 1,5 bis 2,5 g /cm3 was das Objekt nicht allzu schwer im Verhältnis zur Größe erscheinen lassen dürfte. Pyrit hätte eine Dichte von 5 Limonit von 3 bis 4. So wie es aussieht ist viel Umwandlungsprodukt oder Hohlräume dabei. Insofern glaube ich eher irdischen Ursprung.

Besten Gruß
Stefan

Nachtrag: Wie ich sehe warst du schneller heli :-)

Felix Konrad

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Re: Ist das ein Riesenmeteorit
« Antwort #4 am: 20 Jul 12, 15:28 »
Nein, ich glaube nicht, dass das Ding ein Pyrit ist. Auch kein Hämatit.
Es sind keine kubischen oder vielleicht auch muschelförmige Ausprägungen zu sehen.

Ich habe vor nicht allzu langer Zeit selbst eine Vitrine voll mit M & G gehabt. Schaut Euch bitte Bilder zum "Hoba" Meteoriten bei Google an. Mit der Dichte, ich würde schätzen um und bei 7 (der Brocken ist oval, vergleicht bitte Größe der Hände im Bild mit dem Stein), könnte es doch in die Richtung Eisen-Nickel gehen, oder?

Offline Philip Blümner

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Re: Ist das ein Riesenmeteorit
« Antwort #5 am: 20 Jul 12, 15:34 »
Hallo,
es muss bei Pyrit oder Hämatit keine äußerlich erkennbare Kristallisation vorhanden sein. Ich vermute eine Pyritknolle. Entweder innen radialstrahlig oder ein Oolith mit Sandsteinkern. Wäre in der Wüste nicht unbekannt.

Gruß Philip

Offline Eike Pätz

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Re: Ist das ein Riesenmeteorit
« Antwort #6 am: 20 Jul 12, 15:39 »
Hallo Felix,
so faszinierend der Gedanke auch sein mag, einen Meteoriten in Namibia gefunden zu haben,
so ernüchternd ist dann die Tatsache, dass es sich bei diesem Exemplar um ein ganz gewöhnliches
verwittertes Stück Ergußgestein handelt. Man findet sie in den ariden Wüsten- und Savannenzonen Namibias
recht häufig. Sie sind dunkelbraun bis tiefschwarz und sehen wie lackiert aus. Man bezeichnet solche Oberflächen
als "Wüstenlack", der dadurch entsteht, das sich durch extreme Hitze Mangan-, Kieselsäure- oder Eisenverbindungen
als Lösungen über Kapillaren an der Gesteinsoberfläche anreichern. Unter der ca. 1-2 mm dünnen Kruste
können sich unterschiedlichste Gesteine verbergen. Der teilweise hervorragende Glanz entsteht durch den sogenannten
Windschliff, d.h. feine Sandpartikel schleifen die Gesteinsflächen allmählich blank.
Bei einer größten Erstreckung von ca. 30 cm und einem Gewicht von ca. 20 kg kann es sich nur um ein Gestein handeln (Dichte ca. 2,6),
ein Eisenmeteorit würde mehr als das doppelte wiegen (Dichte ca. 7,4).
Unter Zugrundelegung des Gesagten hat der "Brocken" natürlich keinen Wert. Wollte man so etwas tatsächlich aus Namibia
ausführen, sollte man sich auf jeden Fall entsprechende Permits besorgen, damit es am Flughafen keine Komplikationen gibt.
In Namibia fand man die Eisenmeteorite Hoba und Gibeon und 1996 im Süden des Landes sogar einen Steinmeteoriten (-Fall)
mit dem Namen Korra Korrabes, der jedoch bis zu 20 % Eisen enthält und mittels Metalldetektoren gefunden wurde.
Seit 1980 bereise ich als Mineraliensammler Namibia und habe zu keiner Zeit Kenntnisse über Steinmeteoriten erhalten.

Gruß
Eike


Offline Philip Blümner

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Re: Ist das ein Riesenmeteorit
« Antwort #7 am: 20 Jul 12, 15:56 »
Ah, daran habe ich gar nicht gedacht.
Siehe hierzu auch http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/W%FCstenlack


Online Uwe Kolitsch

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Re: Ist das ein Riesenmeteorit
« Antwort #8 am: 20 Jul 12, 15:57 »
Auf Magnetismus geprüft?

Offline jkstar

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  • Wulfenit Tsumeb
Re: Ist das ein Riesenmeteorit
« Antwort #9 am: 21 Jul 12, 08:31 »
Guten Morgen!

Eike hat es genau getroffen, der "Wüstenlack" gibt das "außerirdische" Aussehen, solche Stücke sehen schon schön aus und kleinere ggf. noch schönere kann man sich auch mit nach Hause nehmen und zur Zierde irgtendwo hinstellen, bei so einem großen Brocken lohnt sich das sicher wegen dem Gewicht nicht. In Winhock gibt es doch einen Platz, wo die typischen Eisenmeteoriten auf Sockeln ausgestellt sind, Steinmeteorit halte ich persönlich auch für 100% ausgeschlossen, ansonsten ein Stück abschlagen, in Deutschland analysieren lassen uns sollte es wider allem Erwarten doch was sein, beim nächsten Urlaub den Rest mitnehmen.

VG
Julian

Offline lohme

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Re: Ist das ein Riesenmeteorit
« Antwort #10 am: 21 Jul 12, 10:24 »
Hi
sieht aus wie ein Stück Pillowlawa bzw. Schalstein.

Felix Konrad

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Re: Ist das ein Riesenmeteorit
« Antwort #11 am: 21 Jul 12, 21:17 »
Hallo zusammen,

Ich denke der Fall ist gelöst. Das Ding ist Wüstenlack. Ihr seid super. Vielen Dank. Ich halte nach dem nächsten schönen Stück ausschau.  ;)

Offline triassammler

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Re: Ist das ein Riesenmeteorit
« Antwort #12 am: 22 Jul 12, 22:08 »
Hallo,

Was mich vor allem interessiert ist natürlich der Wert eines so schweren Brockens und die Ausfuhr bzw. Einfuhr eines solchen ;D
Die Ausfuhr von Meteoriten aus Namibia ist untersagt, Genehmigungen dafür werden m. W. Privatpersonen generell nicht erteilt. Das gleiche gilt für Fossilien. Speziell Fossilien der Ediacara-Fauna dürfen nicht einmal vom unmittelbaren Fundort entfernt werden (die meisten Fundpunkte sind bekannt, es existieren Fotos der Fossilien in situ und teilweise auch Abgüsse, die bei Bedarf zur Fahndung verwendet werden können). Bei Mineralien und normalen Gesteinen ist es in "touristenüblichen Mengen" entspannt. Bei der Einreise nach Deutschland ist der Zollfreibetrag zu beachten (für die Einfuhr aus Namibia liegt der m. W. gerade einmal bei 50 €, aber unbedingt vorher noch mal genau erkundigen!). Kauft man ein paar bessere Stufen bei Händlern ist man da schnell drüber...

Allgemein über das Sammeln in Namibia - auch das Rechtliche - habe ich mal hier geschrieben: http://steinkern.de/fundorte/sonstige-laender/307-namibia-k-ein-traumland-fuer-fossilienfreunde.html

Gruß,
Rainer

 

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