Hallo Felix,
so faszinierend der Gedanke auch sein mag, einen Meteoriten in Namibia gefunden zu haben,
so ernüchternd ist dann die Tatsache, dass es sich bei diesem Exemplar um ein ganz gewöhnliches
verwittertes Stück Ergußgestein handelt. Man findet sie in den ariden Wüsten- und Savannenzonen Namibias
recht häufig. Sie sind dunkelbraun bis tiefschwarz und sehen wie lackiert aus. Man bezeichnet solche Oberflächen
als "Wüstenlack", der dadurch entsteht, das sich durch extreme Hitze Mangan-, Kieselsäure- oder Eisenverbindungen
als Lösungen über Kapillaren an der Gesteinsoberfläche anreichern. Unter der ca. 1-2 mm dünnen Kruste
können sich unterschiedlichste Gesteine verbergen. Der teilweise hervorragende Glanz entsteht durch den sogenannten
Windschliff, d.h. feine Sandpartikel schleifen die Gesteinsflächen allmählich blank.
Bei einer größten Erstreckung von ca. 30 cm und einem Gewicht von ca. 20 kg kann es sich nur um ein Gestein handeln (Dichte ca. 2,6),
ein Eisenmeteorit würde mehr als das doppelte wiegen (Dichte ca. 7,4).
Unter Zugrundelegung des Gesagten hat der "Brocken" natürlich keinen Wert. Wollte man so etwas tatsächlich aus Namibia
ausführen, sollte man sich auf jeden Fall entsprechende Permits besorgen, damit es am Flughafen keine Komplikationen gibt.
In Namibia fand man die Eisenmeteorite Hoba und Gibeon und 1996 im Süden des Landes sogar einen Steinmeteoriten (-Fall)
mit dem Namen Korra Korrabes, der jedoch bis zu 20 % Eisen enthält und mittels Metalldetektoren gefunden wurde.
Seit 1980 bereise ich als Mineraliensammler Namibia und habe zu keiner Zeit Kenntnisse über Steinmeteoriten erhalten.
Gruß
Eike